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Fußball: Bundesliga

Der neue Schalke-Trainer Gross will „alles herausholen“

Gelsenkirchen

Nun ist es offiziell. Christian Gross soll den FC Schalke 04 vor dem Abstieg bewahren. Der Schweizer stellte sich am Sonntag vor und sprach viel über Mut. Seine Aufgabe ist heikel, doch er hat klare Vorstellungen, wie er die in sich zusammengesackte Mannschaft aufrichten will.

Jürgen Beckgerd

Christian Gross Foto: dpa

Sein Vater war Polizist, seine Mutter Turmspringerin. Von seinen Eltern hat Christian Gross einerseits Disziplin, anderseits Mut mit auf den Lebensweg bekommen. Beides verlangt der Schweizer Fußballlehrer auch von seinen Mannschaften – bislang waren das in Europa unter anderem Tottenham Hotspur, Young Boys Bern und der VfB Stuttgart. Diese Stationen liegen zwar schon Einige Jahre zurück, ein guter Ruf eilt dem 67-Jährigen dennoch voraus. So gut, dass am Sonntag Bundesligist FC Schalke 04 den neuen Trainer offiziell vorstellte. Gross erhält einen Vertrag beim Abstiegskandidaten bis zum Saisonende.

Der Kontakt zu ihm sei vor „etwa drei Wochen“ von Sportvorstand Jochen Schneider aufgenommen worden, berichtete Groß. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt musste Schalke unter Trainer Manuel Baum mit dem 0:3 gegen Bayer Leverkusen das 26. sieglose Spiel in Folge hinnehmen. Trotzdem: „Ein ganz spezieller Verein, eine ganz spezielle Aufgabe“, sagte Gross. „Wir haben jetzt fünf Monate Zeit, und ich will mithelfen, dass der Verein nicht absteigt.

„Erste Option“

Schneider, der Gross aus gemeinsamer Zeit beim VfB Stuttgart (2009/2010) kennt, betonte, dass der Coach „die erste Option“ war und sprach vom „Gesamtpaket. Ich kann einschätzen, wie er arbeitet. Es war nicht schwer, ihn zu überzeugen.“ Schalke hatte Gross schon vor Jahren „auf dem Kieker“. Rudi Assauer und auch Schneiders Vor-Vorgänger Horst Heldt hatten um ihn gebuhlt.

Gross’ Aufgaben, die als verunsichert geltende Schalker Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen, scheinen Übermenschliches zu verlangen. Der Tabellenletzte hat vier Punkte nach 13 Spielen auf dem Konto, dreht zudem eine Endlosschleife mit nicht gewonnenen Spielen. „Wir müssen die Kompaktheit steigern und die Effizienz, müssen mehr nach vorne tun und mutiger spielen“, gibt Gross als Devise aus, die als Blaupause für seine Vorgänger gelten kann.

Vages Bild vom Team

In der Kürze der Zeit habe er sich schon ein vages Bild vom Zustand des Teams machen können. „Der erste Eindruck war sehr positiv. Die Mannschaft wirkte sehr fokussiert, als ich mit ihr gesprochen habe“, schilderte Gross, der einen Haifischzahn als Glücksbringer trägt, sich aber nicht unbedingt als scharfer Trainercharakter bezeichnet. „Ich will einen Konsens finden mit den Spielern. Ich bin nicht ultimativ“, sagte er über sich selbst. „Ich werde die Mannschaft nicht überstrapazieren. Die Truppe muss alles aus sich herausholen, dann kann sie was Tolles schaffen.“ Klang zumindest nach Mut, wie er das so sagte.

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