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Herkunft für Mentalität verantwortlich?

"Doppelpass": Rassismus-Vorwurf gegen Steffen Freund

München

Eklat am Sonntag im "Doppelpass": Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Steffen Freund machte in der Sport1-Talksendung die Nationalität zweier Schalke-Spieler für deren Disziplinlosigkeit verantwortlich. Schnell hagelte es heftige Kritik für Freund. Auch von Schalke 04 selbst.

Jonas Wiening

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Steffen Freund war am Sonntag beim "Doppelpass" bei Sport1 zu Gast. Foto: dpa
  • Der ehemalige Schalke 04 und Borussia Dortmund-Spieler Steffen Freund war am Sonntag zu Gast im "Doppelpass".
  • In einer Diskussion über die Gelsenkirchener sagte Freund, die Herkunft einiger Spieler sei für deren Mentalität und Disziplinlosigkeit verantwortlich.
  • Darauf muss sich Freund heftige Kritik gefallen lassen. Der Vorwurf: Rassismus. Im Internet, besonders bei Twitter, entbrennt ein Shitstorm.
  • Freund rechtfertigt sich noch während der Sendung, später entschuldigt er sich via Twitter.

Die Fußball-Talksendung "Doppelpass" ist eines der erfolgreichsten Formate des Senders Sport1. Auch am Sonntag diskutierten die Gäste und Experten wieder das aktuelle Fußball-Geschehen. Dieses Mal mit dabei: der ehemalige Fußballnationalspieler und Trainer Steffen Freund.

"Kann das nicht mit diesen Wurzeln"

Diskutiert wurde auch das Thema Schalke 04. Die Königsblauen sind aktuell Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der Vertrag mit Stürmer Vedad Ibisevic aufgelöst wurde und dass die zwei Spieler Nabil Bentaleb und Amine Harit freigestellt wurden. Darüber wurde auch im "Doppelpass" heftig diskutiert. Steffen Freund meinte: "Nabil Bentaleb (...), französisch-algerischer Herkunft, Charakter, wenn sie (Anm. der Readaktion: Schalke 04) einen Kaderplaner haben, dann muss ich wissen, dass da schnell eine gewisse Aggressivität, eine Disziplinlosigkeit kommt." Freund redete sich weiter in Rage und sprach über die Einstellung und Mentalität: "Auch Harit kann das nicht mit diesen Wurzeln".

Schon wenige Sekunden später hagelte es heftige Kritik im Netz für Freund. Der Vorwurf: Rassismus. Bei Twitter erntete der ehemalige Nationalspieler für seine Aussagen einen Shitstorm.

Als Freund davon mitbekommt, äußerte er sich noch während der Sendung zu den Vorwürfen. "Das war nicht so gemeint.. (..) Ich habe nur gesagt, die Herkunft (...), algerisch-französisch, Armut, spielt eine Rolle, wie du als Mensch aufwächst und wie deine Mentalität ist."

Eine Rechtfertigung, die viele Twitter-Nutzer nur als Bestätigung seiner rassistischen Aussagen verstanden haben. Es hagelte noch mehr Kritik für Freund. Auch Schalke 04 meldete sich in den sozialen Netzwerken zu Wort.

Neben der heftigen Kritik für Steffen Freund sprangen ihm einige Nutzer aber auch zur Seite und verteidigten ihn. So wie Fußball-Kommentator Frank Buschmann.

Viele Nutzer entgegneten, dass Freund auch nicht unbedingt ein Rassist sei, seine Aussagen aber rassistisch waren.

Nachdem der Protest in den sozialen Medien nicht verflog, meldete sich auch Steffen Freund noch einmal bei Twitter zu Wort.

Die Diskussion bei Twitter und Co. hält auch am Montag weiter an.

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