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Fußball: Bundesliga

Schalke zum 26. Mal hintereinander sieglos – 0:3 gegen Leverkusen

Gelsenkirchen

Die einen sind nun ganz dicht dran der Tabellenspitze, die anderen können ihren Niedergang einfach nicht stoppen. Bayer Leverkusen ist nach dem 3:0 beim FC Schalke 04 Zweiter, die Königsblauen hingegen bleiben Letzter und zum 26. Mal am Stück sieglos.

Jürgen Beckgerd

Am Boden: Der Schalke Malick Thiaw, er köpfte den Ball, hart bedrängt von Aleksandar Dragovic, ins eigene Tor zum 0:1. Foto: Guido Kirchner/dpa

„Wir leben dich“ lautet der supermarkttaugliche Slogan auf Schalke. Doch wie viel Leben steckt noch in dem Club, der bis zum Sonntag 25 Spiele lang keine einzige Bundesliga-Begegnung gewinnen konnte?

Bayer Leverkusen, ungeschlagen in dieser Saison, kam als klarer Favorit in die Schalke-Arena und deckelte den Gelsenkirchener Bundesliga-Überlebensmut beim verdienten 3:0 (1:0)-Sieg. Malick Thiaw (9.) per Eigentor, Julian Baumgartlinger (67.) und Patzrik Schick trafen für die klar überlegenen Leverkusener.

Bayer holte die Rute raus an diesem Nikolausabend, spielte im ersten Durchgang klar überlegen, die zahlreichen Angriffe aber nicht zwingend genug zu Ende. Die frühe Führung war trotz der besseren Spielanlage gegen die durchaus offensiv ausgerichteten Schalker kein Ruhekissen. Glück für die Gäste, dass Nassim Boujellabs Treffer (32.) wegen Abseitsposition von Passgeber Mark Uth nicht zählte.

Bayer-Coach Peter Bosz musste sieben Stammkräfte ersetzen. Die Personalnot grassiert aber auch bei den Gastgebern: Schalke-Trainer Manuel Baum musste auf elf Spieler – verletzt, erkrankt, suspendiert – verzichten. Die Torhüterfrage nach dem Ausfall von Rönnow und Fährmann beantwortete Michael Langer. Der 35-Jährige feierte sein Debüt beim FC Schalke; sein bislang letztes Bundesligaspiel absolvierte er – seit 2017 beim FC Schalke – vor 13 Jahren im Trikot des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg. Und der Keeper avancierte zu Schalkes Bestem, hielt Schüsse von Patrick Schick (44.), Nadiem Amiri (Freistoß, 51.) und Julian Baumgartlinger (66.), als wäre er schon immer im 04-Kasten. An den Gegentoren war er allerdings machtlos.

Zahn gezogen

Thiaws Flugkopfball ins eigene Tor (nach Überprüfung des VAR) war ebenso unhaltbar wie Baumgartlingers Kopfball und Schicks Linksschuss nach Amiris Mustervorlage. Schalke war damit der Zahn gezogen, zumal ein kleiner Hoffnungsschimmer beim zwischenzeitlichen 0:1 kläglich verpuffte. Steven Skrzybski scheiterte mit einem von Dalay Sinkgraven an Suat Serdar verursachten Foulelfmeter an Bayer-Keeper Lukas Hradecky (71.). Angesichts des kämpferischen Einsatzes – ungeachtet aller spielerischer Unterlegenheit – wäre der Anschlusstreffer nicht unverdient gewesen.

„Wir haben versucht, unheimlich viel zu investieren“, sagte Langer nach dem Spiel. „Aber Bayer ist halt nicht unsere Gewichtsklasse“, wusste der Keeper auch, und machte seinem Team Mut: „Wir müssen weiterhin positiv sein, müssen weiter so kämpfen“. Ratschläge, die im sportlichen Überlebenskampf möglichst schnell umzusetzen sind.

„Kein einfaches Spiel“

Und Bayer? „Das war kein einfaches Spiel, das hat man gesehen“, sagte Peter Bosz erleichtert. Mit dem Sieg springt die Leverkusener Elf auf Platz zwei der Tabelle und hat noch mehr vor: „Das sind die mit Abstand zehn besten ersten Spiele gewesen“, sagte Torschütze Baumgartlinger nach der Partie. „Außergewöhnlich“. Am Donnerstag (18.55 Uhr) geht’s gegen Slavia Prag um den Gruppensieg in der Europa League.

Schalke hat es mit Augsburg, Bielefeld und Freiburg zu tun – und dabei geht es um viel mehr. Der Vereins-Slogan weist darauf hin. „Jedes Spiel ist extrem schwer“, sagte Sport-Vorstand Jochen Schneider. Und Manuel Baum? Der Coach war bedient: „Wir zeigen die bessere Laufleistung, sprinten mehr und kassieren zwei Gegentore nach Standards. Wir sind so sauer auf uns.“

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