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Premier League

Stammplatz im Arsenal-Tor weg? - Schwere Zeiten für Leno

London (dpa)

Drei Jahre lang war Bernd Leno beim FC Arsenal die unumstrittene Nummer eins. Nach dem schlechten Saisonstart der Gunners hat der Torwart seinen Stammplatz nun offenbar verloren.

Von Philip Dethlefs, dpa

Muss beim FC Arsenal um seinen Stammplatz fürchten: Torhüter Bernd Leno. Foto: Rui Vieira/AP/dpa

Bundestrainer Hansi Flick ist am Wochenende auf Dienstreise in London und will sich unter anderem das Derby zwischen dem FC Arsenal und Tottenham Hotspur anschauen.

Gut möglich, dass auch der deutsche Arsenal-Torwart Bernd Leno dann wieder nur Zuschauer ist. Den zweiten Sieg seiner Mannschaft in Serie hatte der 29-Jährige wahrscheinlich mit gemischten Gefühlen verfolgt, denn auch in Burnley saß der Torhüter wieder auf der Bank.

Immerhin erhielt er Unterstützung von einer Clublegende. «Wenn ich Leno wäre, würde ich mich ein wenig gekränkt fühlen», sagte der frühere Arsenal-Torwart David Seaman. «Er hat wirklich nicht schlecht gespielt.» Doch beim immer noch leicht kriselnden FC Arsenal kann sich derzeit niemand seines Stammplatzes sicher sein. Jetzt hat es Leno erwischt.

«Wir mussten etwas ändern», sagte Arteta vor dem 1:0 am Samstag in Burnley, bei dem statt Leno zum zweiten Mal nacheinander Arsenals Nummer zwei Aaron Ramsdale im Tor stand. Der Neuzugang aus Sheffield hatte in der Vorwoche beim 1:0-Sieg gegen Norwich City überzeugt. «Wir brauchten ein Ergebnis an dem Tag», erklärte Arteta, «und ich habe entschieden, dass Aaron spielt, das ist alles.»

Für Leno hätte die Saison auf dem Papier bisher kaum schlechter laufen können. In drei Spielen mit dem Ex-Leverkusener im Kasten kassierten die Gunners neun Gegentore. Mit Ramsdale gab es in zwei Spielen keins. Zur Wahrheit gehört auch, dass Leno nach dem Fehlstart gegen Aufsteiger Brentford gegen die Titelkandidaten Chelsea (0:2) und Manchester City (0:5) nur eine Teilschuld trifft. Seine Gunners schossen schließlich kein Tor. Gegen die Blues verhinderte Leno einen höheren Rückstand. Gegen City spielte Arsenal lange in Unterzahl.

Der Keeper fühle sich ungerecht behandelt, mutmaßten britische Medien nach einer vermeintlich wütenden Reaktion Lenos unter der Woche im Training. Arteta, der selbst um seinen Job bangen muss, wollte davon jedoch nichts wissen. «Natürlich war das für Bernd nicht schön zu erfahren, dass er nicht spielt», so der Coach. «Er sollte enttäuscht sein, aber er sollte auch seinen Teamkollegen unterstützen. (...) Und das ist genau das, was er getan hat.»

Eine angebliche Zusage für zukünftige Einsätze des Deutschen, etwa im Nord-London-Derby am Sonntag gegen Tottenham Hotspur, wie in einigen Medien kolportiert, dementierte Arteta. «Ich weiß nicht, wo das herkommt, aber die wissen mehr als ich», stellte er klar. «Ich denke, ich bin der, der die Mannschaft für das Wochenende auswählt.»

Für Leno, der Anfang des Monats beim 2:0 gegen Liechtenstein als Vertreter von Manuel Neuer sein Comeback in der Nationalelf gegeben hatte, wäre es ärgerlich, wenn Arteta gegen die Spurs wieder auf seinen Konkurrenten Ramsdale setzt. Vor den Augen von Hansi Flick.

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