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Fußball: Testspiel

„Völlig unnötig“: Preußen ärgern sich über Remis nach Traumtor

Duisburg

Viertes Testspiel, zwei Siege, und nun nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund II das nächste 1:1 gegen den MSV Duisburg. Erneut zeigte der Fußball-Regionalligist Preußen Münster ein starke Partie, wieder gegen einen Drittligisten. Ein Fallrückzieher-Traumtor von Darius Ghindovean reichte dabei nicht zum Sieg.

Von Alexander Heflik

Da hilft auch kein Hackentrick: Duisburgs Moritz Stoppelkamp (3.v.l.) versucht sich gegen den starken Alexander Langlitz auf der linken Seite durchzusetzen. Foto: Alexander Heflik

Ein Traumtor von Darius Ghindovean bescherte dem SC Preußen Münster fast den Sieg vor gut 1500 Zuschauern beim höherklassigen Drittligisten MSV Duisburg. Es waren schon 109 Minuten gespielt, man hatte sich auf zwei Hälften über je 60 Minuten geeinigt, als der Ex-Duisburger eine Flanke von Deniz Bindemann stilvoll ins Tor zauberte per Fallrückzieher. Wow. Das hatte was. Und das 1:1 (0:0) am Ende war ein wertvolles Unentschieden im vierten Testspiel, das Team von Trainer Sascha Hildmann bleibt ungeschlagen – und unterstrich eine bemerkenswerte Frühform. „Das war wieder ein sehr, sehr gutes Testspiel gegen einen sehr guten Gegner. Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen“, befand Hildmann. Und: „Ich bin so mutig und sage, wir hätten den Sieg verdient gehabt.“

MSV-Fans ungeduldig

Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn die heimischen Fans anfangen zu jammern. Nach gut einer halben Stunde hatte der SC Preußen die Regie übernommen – der Drittligist geriet unter Druck, die eigenen Anhänger schimpften. Die Gäste aus Münster lieferten eine sehr schöne erste Hälfte ab, die Formation roch ein bisschen nach Startelf für den 23. Juli, wenn es gegen Wattenscheid 09 um Punkte gehen wird.

Bis auf einen Rückpass von Alexander Langlitz nach neun Minuten, den Ekene erlief, aber nicht verwerten konnte, geriet Münsters Tor kaum mal in Gefahr. Vielmehr zeigte sich der SCP mit vier „Neuen“ in der Startelf temporeich, engagiert und mehr als gleichwertig wieder. Andrew Wooten (14.) schoss aus guter Lage über das Tor, Marc Lorenz (25.) knapp vorbei, dann traf Nicolai Remberg (47.) den Pfosten, ehe Thorben Deters (58.) über das Duisburger Gehäuse schoss. Der SCP war vor der Pause der Führung näher, SCP-Coach Sascha Hildmann bemängelte nur: „Der letzte Pass fehlte.“

Preußen ohne Sand im Getriebe

Das war wirklich ansehnlich von den Gästen aus Münster, sie stellten die „Zebras“ aus Meiderich vor einige Rätsel. Drei Wochen vor dem Saisonstart war gar nicht viel Sand im Getriebe.

Aber nach der ersten Stunde und der ersten Halbzeit wechselte Hildmann komplett durch, gerade die Abwehr mit Noah Kloth, Jarno Ter Horst und Joel Amadi erhielt einen Auftrag in Sachen „Jugend forscht“. Einzig Niko Koulis, der Zugang von Holstein Kiel, gehörte in dieser Viererkette zu den etablierten Kräften. Der MSV drehte nun mehr auf. Es dauerte bis zu 81. Minute, ehe Rudolf Ndualo die Führung vergab. Es war die erste gute Chance nach der Pause. Münster hatte vornehmlich mit Defensivaufgaben zu tun. Das Niveau flachte etwas ab, auf beiden Seiten.

Dahlke mit großen Chancen

Doch nach der Trinkpause Nummer zwei, die Partie war nun schon über 90 Minuten alt, kam auf einmal der SCP. Der eingewechselte Jan Dahlke (96.) hatte das 1:0 auf dem Fuß, dann klatschte Henok Teklabs abgefälschter Ball an den Pfosten, ehe erneut Dahlke mit einem Schuss aus der Drehung das 1:0 vergab. Im Gegenzug klärte Tom Müller gegen Ndualu glänzend. Keine Tore nach 100 Minuten, die Partie wachte noch einmal auf. Auch der zweite Anzug der Preußen setzte nun Akzente. Und dann kam Darius Ghindovean, der per Fallrückzieher eine Flanke von Deniz Bindemann vergoldete. Doch Julian Hettwer (116.) traf noch zum 1:1. Hildmann: „Völlig unnötig. Echt Quatsch. Wir hätten da nur mehr reden müssen.“ Wenn mehr nicht fehlt ...

Münster (1. Halbzeit): Schulze Niehues - Langlitz, Hahn, Scherder, Lorenz - Remberg, Kok, Deters - Oubeyapwa, Wooten, Kwadwo.

Münster (2. Halbzeit): Müller - ter Horst, Koulis, Kloth, Amadi (91. Dahlke) - Ghindovean, Bouchama, Schacht - Bindemann, Wegkamp, Teklab.

Tore: 0:1 Ghindovean (109., Flanke Bindemann), 1:1 Hettwer (116., Pass Wild). - Zuschauer: 1500. - Schiedsrichter: Scheer (Essen).

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