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Reiten: Jahreshauptversammlung

Viel Freude und ein wenig Preußen-Frust beim Westfälischen Reiterverein

Münster

Die Zahlen konnten sich sehen lassen, die Freude über das Comeback des Turniers der Sieger war überall spürbar. Trotzdem gab es auf der Jahreshauptversammlung des Westfälischen Reitervereins auch eine kritische Stimme. Die betraf aber einen Fußballclub.

Von Michael Schulte

Der WRV-Vorstand mit (v.l.) Fritz Greis, Wolfgang Hölker, Michael Klimke und Robert Hönke mit den geehrten Damen (v.l.) Eva Lempa-Röller, Heike Rau-Sommerhäuser und Barbara Joka Foto: Jürgen Peperhowe

Es hätte nicht viel gefehlt, da wäre Michael Klimke am Mittwochmorgen die Kaffeetasse aus der Hand gefallen. Denn da las der Vizepräsident des Westfälischen Reitervereins in seiner Heimatzeitung, dass sich im Rat der Stadt Münster Stimmen breit machten, für den Ausbau des Preußenstadions nicht 40 Millionen, sondern 60 Millionen Euro locker zu machen. Natürlich gönnt Klimke dem Fußball-Regionalligisten nicht nur sportlichen Erfolg, sondern auch eine Auffrischung seiner mehr als maroden Arena. Aber wenn man dann berücksichtige, dass die Zuschüsse für das Turnier der Sieger von Jahr zu Jahr zurückgefahren werden – und das bei ständig steigenden Kosten – dann wolle er doch eventuell mal beim Oberbürgermeister vorstellig werden. „Vielleicht auf dem kleinen Dienstweg.“

Doch eigentlich war das schon der einzige Aufreger, den die Jahreshauptversammlung des Westfälischen Reitervereins auf der Tagesordnung hatte. Bei Licht betrachtet stand dieses Thema überhaupt nicht zur Debatte, sondern hatte sich spontan als solches angeboten. Aber Klimke, der erstmals für den privat verhinderten Präsidenten Hendrik Snoek durch die Versammlung führte, wollte seinem Unmut unbedingt vor seinen Vereinsmitgliedern Luft verschaffen.

„Es hat richtig Spaß gemacht“

Ansonsten eitel Sonnenschein am Mittwochabend im Mühlenhof. Dass der WRV nach zwei Jahren Zwangspause 2022 endlich wieder ein Turnier der Sieger durchführen konnte, war das absolute Highlight des ablaufenden Jahres. „Es hat richtig Spaß gemacht“, war die einhellige Meinung des gesamten Vorstands, der bekanntlich während des Turniers in verschiedensten Funktionen gefordert war. Großer Sport, attraktives Starterfeld, tolle Zuschauerzahlen, live im Fernsehen – was will man mehr? Vielleicht eine Erhöhung des städtischen Zuschusses!

Klimke ließ noch einmal Zahlen sprechen. „Wir reden von vier Turniertagen, 30 000 Besuchern und einem Etat von 1,25 Millionen Euro.“ Für Münster nach wie vor eines der größten sportlichen Events im Jahr, keine Frage. Und er nutzte die Gelegenheit, den großzügigen Sponsoren, den fleißigen Ehrenamtlichen und den treuen Zuschauern „auf das Herzlichste“ zu danken. Nur mit einer solch tollen Mischung könne der Reiterverein ein Ereignis dieser Größenordnung stemmen.

Einnahmen für ausgefallenes Turnier

Die Finanzlage, und das bezieht sich ausschließlich auf das Geschäftsjahr 2021, stellt sich sehr positiv dar. Ausgaben in Höhe von rund 32 000 Euro standen Einnahmen von gut 97 000 Euro gegenüber, was ein Plus von gut 65 000 Euro bedeutet. Dass so viel hereinkam, liegt pikanterweise an den Sponsorengeldern für ein Turnier, das gar nicht stattfand. Diese gut 50 000 Euro dürften dann aber im Jahr 2022 bei den Einnahmen nicht wieder auftauchen.

Die Zahl der Vereinsmitglieder stagniert bei derzeit 422, die Zahlen der Aus- und Eintritte halten sich ungefähr die Waage. Zahlreiche von ihnen wurden am Abend mit Ehrennadeln für ihre Treue ausgezeichnet, der Verstorbenen wurde würdig gedacht – und auch der Ausblick auf 2023 fehlte nicht. Klimke: „Das nächste Turnier der Sieger wird wieder am letzten Wochenende im August stattfinden.“ Und damit alle richtig Lust auf das nächste Turnier bekamen, schauten sie sich noch einmal die Höhepunkte vom 2022er-Ereignis im Film an.

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