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Fußball: WM 2022 in Katar

Wie das deutsche Aus die Jugendarbeit im Kreis Münster beeinflussen könnte

Münster

Die deutsche Nationalmannschaft verabschiedete sich bei der WM in Katar bereits in der Vorrunde. Als möglicher Grund wurde auch das Fehlen von bestimmten Spielertypen ausgemacht – und das könnte auch Auswirkungen auf den Nachwuchs haben.

Von Tim Kosel

Martin Holtkamp (o.r.) und die U-13-Auswahl des Stützpunkts wurden in diesem Jahr Westfalenmeister. Künftig könnte sich das Arbeitsumfeld etwas ändern. Foto: DFB-Stützpunkt

Die Konsequenzen des deutschen Ausscheidens bei der WM in Katar könnten sich bis in die DFB-Nachwuchsstrukturen erstrecken. Das erwartet zumindest Martin Holtkamp, der aktuell für den Kreis Münster die D-Jugend des Stützpunkts in Albersloh betreut.

Denn Ex-Direktor Oliver Bierhoff, der kürzlich den Hut nehmen musste, war unter anderem auch für das Talentförderprogramm des DFB verantwortlich. „Möglicherweise werden da zukünftig andere Schwerpunkte gesetzt als es bis jetzt der Fall war“, sagt Holtkamp und befürchtet eine verkrampfte Suche nach Außenverteidigern oder eine Fokussierung auf das Profil des klassischen Mittelstürmers, der der A-Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren augenscheinlich fehlte. „Sinnvoll“ findet Holtkamp mögliche Vorgaben in puncto Trainingsinhalten von ganz oben eher nicht.

Erfolgreiches Jahr für die U-13-Auswahl

Anders als die Nationalmannschaft der Herren kann sich der Übungsleiter allerdings über ein „erfolgreiches Jahr“ freuen. Seine U-13-Auswahl, die sich im Wesentlichen aus Spielern von Preußen Münster, des 1. FC Gievenbeck, Westfalia Kinderhaus und des SC Münster 08 zusammensetzt, gewann die Westfalenmeisterschaft und konnte sich über gleich acht Nominierungen für die Westfalenauswahl freuen. Diese gilt als Sprungbrett für die U-Nationalmannschaften. Auch für den nachkommenden Jahrgang stehen schon zahlreiche Talente bereit. „Wir haben rund 130 Kandidaten, die für uns infrage kommen“, sagt Holtkamp über den gestiegenen Zulauf in diesem Jahr. „Vor Corona lag die Zahl meist zwischen 90 bis 100 Kindern oder noch darunter.“

Grund dafür sei aber nicht die Erfolgsstory der Frauen-Nationalmannschaft. „Die Jungs gucken lieber Messi und Neymar. Die Frauen-EM war eher etwas für die Erwachsenen“, hat Holtkamp festgestellt. Vielmehr sei das Comeback der Normalität im Zuge der Pandemie der Grund für die größere Quantität an Talenten.

Chancenlos gegen den Ruf der großen Clubs

Holtkamp betont, dass das regelmäßige Training mit den potenziellen Nationalspielern von morgen ihm und seinen Trainerkollegen großen Spaß bereite. Dabei ist er sich bewusst, dass Spieler bei verlockenden Angeboten von den großen Leistungszentren schnell seinen Einzugskreis in Münster verlassen könnten. „Da sind wir chancenlos“, gesteht er ein. Nichtsdestotrotz sei das Münsterland ein Garant für einen starken Nachwuchs. Und wer weiß, vielleicht verhilft eines seiner Talente zukünftig zu einem besseren Abschneiden bei einer Fußball-WM – gerne auch als „echte“ Neun ...

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