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Nach WM-Aus

USA blicken auf Heim-WM 2026 - Biden: «Glänzende Zukunft»

Al-Rajjan (dpa)

Alle drei Gastgeber sind raus - aber die Mega-WM 2026 rückt näher. Auch der US-Präsident schaut voraus. Das Turnier wird gänzlich anders als das in Katar. Viele Fragen sind offen.

Christian Kunz, Tom Bachmann und Miriam Schmidt, dpa

Spieler aus den USA stehen nach dem Spiel enttäuscht auf dem Spielfeld. Foto: Tom Weller/dpa

Noch mehr Spiele, lange Reisen und ein neuer Modus: die Weltmeisterschaft in vier Jahren wird mit erstmals 48 Mannschaften zum Fußball-Gigantismus.

Nach dem Aus im WM-Achtelfinale gegen die Niederlande war der Blick zum Heim-Turnier für die junge US-Auswahl kein Trost - auch wenn Präsident Joe Biden versuchte, die tief enttäuschte Nationalmannschaft um Kapitän Tyler Adams mit dem Gedanken an das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada aufzumuntern. «Jungs, Ihr habt uns stolz gemacht. Wir stehen auf und gehen weiter», twitterte der US-Präsident. «Auf eine glänzende Zukunft und 2026 hier bei uns zu Hause.»

Gastgeber-Teams

Die junge Auswahl der USA um Christian Pulisic (24) soll beim Heim-Turnier auf dem Zenit sein. Schon jetzt begeisterte das Team, das gegen England beim 0:0 mithielt und auch gegen die Niederlande beim 1:3 keineswegs chancenlos war. In der Heimat gab es schon jetzt Top-Einschaltquoten, 2026 sollen noch mehr Fans gewonnen werden. Ob Trainer Gregg Berhalter bleibt, ist offen. Für Mexiko verlief die WM komplett enttäuschend, mit dem Vorrunden-Aus stand am Ende das schlechteste Ergebnis seit der Nicht-Teilnahme 1990. Mit Blick auf das Heim-Turnier leitete der Verband schnell die Aufarbeitung des Debakels ein: Trainer Gerardo Martino musste gehen. Kanada ist noch nicht auf US-Niveau, hat aber eine hoch veranlagte Mannschaft um Bayern-Profi Alphonso Davies. Der erste WM-Punkt ist in vier Jahren auf jeden Fall drin. Offen ist, ob Trainer John Herdman bleibt.

Ausrichter-Länder

Eine WM in gleich drei Ländern gab es noch nie. Gespielt wird vor allem in den USA, die mit 11 von 16 Austragungsorten die größte Zahl stellen. Drei Stadien sind in Mexiko auserkoren, zwei in Kanada. Im Gegensatz zum Turnier in Doha mit vielen Metro- oder Taxi-Fahrten müssen die Fans unter Umständen in vier Jahren weite Strecken mit dem Flugzeug zurücklegen, etwa über acht Stunden von Miami nach Vancouver oder über sieben von Philadelphia nach Mexiko-Stadt. Wo welche Spiele stattfinden, ist offen.

Modus

Darüber wird munter spekuliert. Der Weltverband FIFA und die Turnierorganisatoren sollen angeblich über eine Formatänderung nachdenken. Bislang soll in der Vorrunde in 16 Dreiergruppen gespielt werden. Nun könnte über die Möglichkeit von zwölf Vierergruppen gesprochen werden. Kommen in diesem Modus die beiden Gruppenersten sowie die acht besten Dritten weiter, würde das zu 104 WM-Spielen führen - das wären 40 mehr Partien als aktuell in Katar auf dem Spielplan stehen.

«Es ist noch nicht abgeschlossen entschieden, oder wir mit zwölf Gruppen à vier Teams spielen oder 16 Gruppen à drei. Wir können auch zwei Vorrunden zu 24 in sich organisieren. Aber das wird nicht von mir entschieden», sagte der frühere Trainer Arsène Wenger als Chef der Technischen Studiengruppe der FIFA in Doha.

Bei 16 Dreiergruppen und den folgenden vier K.o.-Runden würden insgesamt 80 WM-Partien absolviert. Kritisiert wurde an diesem Modus die höhere Gefahr für Absprachen, da eine Nation zwingend spielfrei hat. Die FIFA erwartet durch die gestiegene Anzahl von Spielen deutlich höhere Einnahmen. Profitieren werden 16 Länder, die sich zusätzlich zu den bisherigen 32 qualifizieren. «Manchmal bringt weniger mehr», sagte Polens Nationaltrainer Czesław Michniewicz über die Flut an Spielen.

Politische Debatten

Vor der WM in Katar gab es politische Debatten wie noch nie zuvor in der WM-Historie. Eine solch hitzige Diskussion wird vor dem kommenden Turnier nicht erwartet, aber auch in den USA gibt es starke politische Spannungsfelder. Und es ist offen, ob Biden im Amt bestätigt wird. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus ist nicht gänzlich ausgeschlossen. Spannend dürfte dann sein, wie sich das Verhältnis zu Mexiko entwickelt.

Stars

Lionel Messi (35) oder Cristiano Ronaldo (37), zwei Superstars, die mehr als ein Jahrzehnt prägten, werden aller Voraussicht nach in vier Jahren nicht mehr am Start. Wobei komplett ausschließen sollte man bei Ronaldo auch das nicht. Weltfußballer Robert Lewandowski (34) hat seine Teilnahme am Turnier in vier Jahren offen gelassen. Kylian Mbappé (23) dürfte bis dahin im Normalfall den einen oder anderen Weltfußballer-Titel gewonnen haben, auch Neymar (30) könnte nochmal am Start sein.

Deutsche Mannschaft

Nach dem zweimaligen Vorrunden-Aus wird das Turnier die mutmaßlich letzte Chance für die viel gelobte 1995/96er Generation um Joshua Kimmich. Jamal Musiala (19), Florian Wirtz (19), Youssoufa Moukoko (18) oder Kai Havertz (23) sind dann in einem vielversprechenden Alter. In einem Starterfeld mit noch mehr Teams und dadurch vermutlich weniger Klasse in der Breite wird von der Nationalmannschaft erst recht wieder der Einzug in die K.o.-Runde erwartet.

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