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Fußball-WM

Kriegsflüchtling Degenek nach Australiens Sieg emotional

Al-Wakrah (dpa)

Australiens Milos Degenek hat einen harten Weg hinter sich. Nach dem umjubelten Sieg gegen Tunesien denkt der Abwehrspieler zurück - und wird emotional.

Von dpa

Australiens Kye Rowles (l) umarmt seinen Mitspieler Milos Degenek (M), Harry Souttar liegt am Boden. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Abwehrspieler Milos Degenek hat nach Australiens erstem Sieg bei einer Fußball-WM seit zwölf Jahren große Emotionen gezeigt. «Von absolut Nichts bis zum Gewinn eines WM-Spiels», schrieb der 28-Jährige nach dem 1:0 gegen Tunesien bei Twitter.

Er repräsentiere das Land, das ihm alles gegeben habe. «Hört nie auf, an euch zu glauben», schrieb der Verteidiger. Sein Post solle zeigen, «dass das Leben das Schönste ist». Dazu stellte er ein Bild, das ihn ergriffen auf der Bank sitzend zeigt.

Degenek wurde im kroatischen Knin geboren. Er war 18 Monate alt, als seine Familie wegen des kroatischen Unabhängigkeitskrieges ins serbische Belgrad flüchtete. «Ich saß mit meiner Mutter, meinem Bruder und meiner Familie auf einem Traktor und lebte schließlich mit 22 anderen Menschen in einem Heim», erzählte er in einem vor der WM veröffentlichten Interview auf der Internetseite des australischen Verbands. Im Alter von sechs Jahren war Degenek mit seiner Familie dann erneut geflüchtet - diesmal wegen des Kosovokrieges nach Australien. Zudem sei er als Kind extrem oft krank gewesen, berichtete er.

In seiner Jugend bestritt der Defensivmann sowohl für Serbien als auch Australien mehrere Länderspiele, auf Clubebene kehrte er ebenfalls noch mal nach Belgrad zurück und spielte für den dort ansässigen Topclub Roter Stern. Degenek war auch in Deutschland aktiv - im Nachwuchs und für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart sowie für den TSV 1860 München in der zweiten Liga. Seit Januar spielt er beim amerikanischen Club Columbus Crew. Gegen Tunesien bestritt er seine 39. Partie für die australische A-Nationalelf. Genau wie beim 1:4 zum Turnierauftakt gegen Frankreich wurde er eingewechselt. Nun hoffen Degenek und Co. auf den ersten Achtelfinal-Einzug bei einer WM seit 16 Jahren.

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