Bundesliga

Wolfsburg vor Champions-League-Einzug: «In der eigenen Hand»

Für den VfL Wolfsburg ist die Champions-League-Qualifikation nach dem 3:0 gegen den 1. FC Union Berlin ganz nah. Der Mann des Tages hat aber offenbar noch andere Optionen.

dpa

Der dreifache Torschütze Josip Brekalo (l) bekommt von Maxence Lacroix den Spielball überreicht. Foto: Swen Pförtner

Wolfsburg (dpa) - Wer schon bei den möglichen neuen Vereinen des Wolfsburger Trainers Oliver Glasner langsam den Überblick verliert, sollte sich lieber erst gar nicht mit den Transfergerüchten über den VfL-Profi Josip Brekalo beschäftigen.

AC Mailand, FC Liverpool, FC Arsenal, Atlético Madrid: Schon seit Monaten wird der kroatische Nationalspieler von teils seriösen, teils verwegenen Quellen mit Clubs dieser Kategorie in Verbindung gebracht.

Warum dem 22-Jährigen ein solcher Karrieresprung zugetraut wird, war an diesem drittletzten Bundesliga-Spieltag gut zu sehen: Da schoss Brekalo alle drei Tore beim wichtigen 3:0 (1:0)-Sieg des VfL Wolfsburg gegen Union Berlin. Die Reaktion seines Trainers war aber auch nicht schlecht: «Er spielt beim Tabellendritten der Bundesliga. Also ist er schon ziemlich weit oben», sagte Glasner.

Die Erkenntnis dieses Wochenendes ist: Sollte Brekalo unbedingt in der Champions League spielen wollen, muss er die Wolfsburger dafür wahrscheinlich nicht verlassen. «Wir haben alles in der eigenen Hand. Wir sind jetzt super dran», sagte der Kroate. Denn das 3:0 gegen Union war eine überzeugende Antwort auf die sportlichen Rückschläge der vorangegangenen Wochen und auch auf die große Unruhe, die der mögliche Abschied des Trainers gerade rund um den VfL erzeugt.

Glasner wird in diesen Wochen bei nahezu jedem ambitionierten Club gehandelt, der im deutschsprachigen Raum einen neuen Trainer sucht: Erst Gladbach und Salzburg, aktuell Eintracht Frankfurt. Hintergrund ist eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2022 gültigen Vertrag. Und der Vorwurf in Wolfsburg an ihn lautet, dass er sich nicht klar zu seiner Zukunft äußert und dadurch viele im Unklaren lässt.

Auf der anderen Seite ist es auch Glasner und seiner Arbeit zu verdanken, dass sein Team nach den Niederlagen gegen Dortmund, Bayern und Frankfurt derart selbstsicher in die Spur zurückfand. Nach zwei Jahren der akribischen Schulung durch den Österreicher sitzen die Abläufe beim VfL, sind Angriffs- und Abwehrverhalten derart verinnerlicht, dass die Spieler es jederzeit abrufen können.

Auch der Kader hat mehr zu bieten als den Torjäger Wout Weghorst und Toptalente wie Ridle Baku und Maxence Lacroix. Einen Brekalo zum Beispiel, der den Spielball am Samstag von allen Mitspielern unterschreiben ließ und dann mit nach Hause nahm. «Heute war ein besonderer Tag für mich», sagte er. «Mein erster Hattrick und mein 100. Bundesliga-Spiel für den VfL. Heute bin ich einfach stolz.»

Alle in Wolfsburg wissen: Wenn der VfL seine beiden letzten Spiele gegen RB Leipzig und Mainz 05 auch gewinnt, ist es egal, wie viele Punkte die Konkurrenten aus Dortmund und Frankfurt noch holen. Ein Leipziger Erfolg im DFB-Pokalfinale würde die eigene Aufgabe im Bundesliga-Spiel nur drei Tage später vermutlich erleichtern. «Es wäre schon ganz gut, wenn sie gewinnen und dann ordentlich feiern», sagte Maximilian Arnold. «Dann würde ich auch ein bisschen was spendieren. Aber ich glaube, die haben mit Getränken keine Probleme.»

© dpa-infocom, dpa:210509-99-527420/2

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