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Fußball: DFB-Pokal

Wolfsburger Wechselfehler bestraft - SCP in der 2. Pokal-Runde

Frankfurt

Etappensieg für den SC Preußen Münster, aber dem VfL Wolfsburg bleibt noch die Chance auf das DFB-Bundesgericht. Am Montag hat jedenfalls das Sportgericht dem Fußball-Regionalligisten den Sieg im Erstrundenspiel des DFB-Pokals zugesprochen.

Von Jonas Austermann

Da war die Welt für Wolfsburgs Trainer Mark van Bommel noch in Ordnung. Sein Team hatte die niedergeschlagenen Preußen mit 3:1 nach Verlängerung bezwungen. Doch der Schein trog: Jetzt sind doch die Preußen weiter. Foto: Imago/Maik Hölter

Um 18.12 Uhr am Montagabend sprach Stephan Oberholz, Richter des DFB-Sportgerichts, die aus Preußen-Sicht magischen vier Worte. „Die Spielwertung wird aufgehoben“, sagte der Leipziger mit Blick auf das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen den Adlerträgern und dem VfL Wolfsburg. Statt des ursprüng­lichen Endergebnisses – 1:3 nach Verlängerung – wird die Partie nun mit 2:0 für den SC Preußen Münster gewertet.

Vorbehaltlich einer Wolfsburger Berufung gegen das Urteil, versteht sich. Teammanager Harald Menzel ballte nach der über fünf Stunden dauernden münd­lichen Verhandlung in der Frankfurter Verbandszentrale kurz die Faust. Der Weg in die zweite Pokal-Runde ist (erst mal) frei.

„Ich freue mich für den Verein, für die Fans und insbesondere für die Mannschaft, weil sie es durch ihre Leistung geschafft hat, dass wir in diese Situation gekommen sind“, sagte Peter Niemeyer. Preußens Sport­direktor erklärte aber auch: „Ich persönlich fühle mich nicht als Gewinner, weil jeder Sportsmann es sich anders wünscht, als es jetzt ­gekommen ist.“

„Wolfsburg hatte seine Chance“

Klar, derlei Erfolge will man auch als Regionalligist nicht am Grünen Tisch erringen, sondern sportlich auf dem Rasen. Simeon Scheuermann von der Münchner Rechtsanwalts­gesellschaft Duvinage, der den SCP in Frankfurt äußerst besonnen anwaltlich vertrat, hatte in seinem Abschluss-Statement schon darauf hingewiesen, meinte aber auch: „Der VfL Wolfsburg hatte ­seine Chance, sich sportlich fair durchzusetzen.“ Und genau das gelang eben nicht.

Zur Erinnerung: Die Wolfsburger hatten in der 102. Minute des hart umkämpften Pokalduells einen Doppelwechsel vorgenommen – beim Stand von 1:1 wohl­gemerkt. Das große Problem aus Sicht der Wölfe war nur, dass es die Spielerwechsel Nummer fünf und sechs waren. Nur fünf sind allerdings erlaubt, laut Spielordnung explizit auch bei einer Verlängerung. Während die VfL-Vertreter immer wieder versuchten, dem Vierten Offiziellen Tobias Fritsch die Schuld für das Malheur in die Schuhe zu schieben, ­sahen das alle anderen im Sitzungssaal anders.

Abordnung der Preußen (von links): Sportchef Peter Niemeyer, Rechtsanwalt Simeon Scheuermann, Teammanager Harald Menzel und Geschäftsführer Bernhard Niewöhner Foto: Jonas Austermann

Preußen wahren ihr Recht

„Es geht von unserer Seite nicht darum, Schuldzuweisungen zu machen. Sondern es war regelkonform von uns, vor Gericht zu ziehen, um unser Recht zu wahren“, meinte Niemeyer, der die ­Atmosphäre vor Gericht als „sehr respektvoll“ empfand. Das galt für Wolfsburgs Anwalt Christoph Schickhardt allerdings nur phasenweise, der bekannte Sportrechtler nahm vor allem Schiedsrichter Fritsch mehrfach hart in die Mangel, wurde dafür auch zweimal ermahnt.

Kommentar: SCP erfüllt seine Pflicht

Und wie geht’s jetzt für die Preußen weiter? Zunächst einmal wie am Montag: ­Ruhe bewahren und abwarten, was der VfL Wolfsburg tut. „Genau wie wir uns die Zeit genommen haben, um uns zu besprechen, wird das die Gegenseite nun machen“, sagte Niemeyer. Die ersten Reaktionen vonseiten der Wölfe deuteten zumindest darauf hin, dass das Pokalspiel in eine weitere – dann die dritte – Verlängerung gehen könnte. Innerhalb von 24 Stunden müsste Wolfsburg Berufung einlegen, dann ginge es vor dem DFB-Bundesgericht weiter.

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