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Fußball: Westfalenliga

Früher Schock, dann legt Christian Keil los - Gievenbeck feiert Comeback-Sieg

Münster

Zum Saisonstart gab's für den 1. FC Gievenbeck gegen die SpVgg. Erkenschwick eine kalte Dusche. Der Westfalenligist von Florian Reckels aber biss sich zurück. Doppelpacker Christian Keil wirbelte - auch dank eines taktischen Kniffs.

Von Thomas Austermann

Der Ex-Preußen-Junior Finn Wortmann (re.) schoss Erkenschwick früh in Front. Miclas Mende (li.) und der 1. FC Gievenbeck ließen sich davon nicht nachhaltig beeindrucken, sondern bogen den Westfalenliga-Auftakt noch um. Foto: Wilfried Hiegemann

Auch wenn der überragende Christian Keil den 2:1 (0:1)-Siegtreffer erst in letzter Minute per Volleyabnahme setzte, war der Dreier zum Auftakt der Westfalenligasaison für den 1. FC Gievenbeck gegen die SpVgg. Erkenschwick so was von verdient für die Münsteraner, dass sie sich schon über ein Remis schwer geärgert hätten. Fußballerisch und in Sachen Arbeitsintensität war der Gewinner den Schwarz-Roten überlegen, nachdem er einen Schock verdaut hatte.

Der frühere Preußenjuniorenspieler Finn Wortmann nämlich schoss die Stimberg-Elf nach Anspiel von Stefan Oerterer schnell in Führung (6.). Und dieser Schlag führte zur Verunsicherung im FCG-Team, das sich nur mit langen Bällen befreite und in diversen Zweikämpfen unterlegen war. „Für mich zählt, wie wir in dieses Spiel zurückgekommen sind – beeindruckend war das“, sagte Trainer Florian Reckels, dem ein nur schmaler Kader zur Verfügung stand. „Wir haben das Spiel nicht vorne entschieden, sondern in der Arbeit nach hinten. Und die war von allen klasse.“

Erkenschwicks Keeper ist der Unsicherheitsfaktor

In der Tat kippte das Geschehen, das auch 50 stimmgewaltige Gäste-Fans anfeuerten, immer mehr in die eine Richtung. Die robuste Spielvereinigung offenbarte Abwehrschwächen, Torhüter Philipp Amft mutierte zum Unsicherheitsfaktor. Gievenbeck ließ den Ball besser zirkulieren, wehrte sich immer mehr. Louis Martin ließ zwei gute Chancen liegen – bei der zweiten strebte er allein aufs Tor zu, leistete sich aber einen mangelhaften ersten Ballkontakt. Manuel Beyer traf nach Freistoß, aber vorher soll irgendeiner im Abseits gestanden haben.

„In der Pause haben wir die klare Parole ausgegeben: Wir spielen auf Sieg“, sagte Keil. Er selbst tat wirklich alles für die Wende. Die klappte, weil die Räume immer größer und zielgerichtet genutzt wurden. Stürmer Keil ließ sich oft fallen und kurbelte das Geschehen effektiv und mit glänzenden Pässen am wirkungsvollsten an.

Ein Amft-Geschenk nahm er mit: Der Keeper legte ihm per Abstoßpatzer das 1:1 direkt vor (46.). Rechts machte der eingewechselte Philip Röhe mächtig Dampf. Er war nicht der einzige FCG-Mann, der kräftemäßig mehr draufhatte als die Gegner, die kaum noch zum Torabschluss kamen. „Wir hatten wirklich mehr Körner“, so Reckels. Torjäger Oerterer ging schon nach 67 zumeist unauffälligen Minuten.

Gievenbecks Doppelpacker Christian Keil

Röhe hatte freie Bahn und machte die Meter, traf aber auch nicht. In anderen Szenen fehlten Sorgfalt und Überblick. Nach Foul an Daniel Geisler sah der letzte Mann Christian Warnat Rot (70.). Eine Überzahl ist nicht immer ein Vorteil, das kennt man ja.

Die langen Gäste-Abwehrrecken stemmten sich den vielen FCG-Flanken entgegen. Letztlich machtlos: Nach Nils Heubrocks Ballgewinn plus Abspiel auf Röhe fand dessen starke Hereingabe den klug eingelaufenen Keil zum 2:1-Treffer. „Das haben wir in Halbzeit zwei super gemacht“, strahlte der Mathe-Lehrer.

1. FC Gievenbeck: Eschhaus – Paenda (58. Röhe), Beyer, Scherr, Mende, Brüwer – Mand, Heubrock – Geisler – Keil(90. Stummer), Martin (83. Fromme)

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