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Umfrage: Sport und Corona

Alarmierende Dynamik

Greven

Wie geht es weiter mit dem Sport in der Corona-Pandemie? Diese Frage stellen sich auch die heimischen Vereine.

Von Sven Thiele und Martin Weßeling

Wie lange wird Sport in der Halle noch möglich sein angesichts der Corona-Welle, die sich aktuell aufbaut. Gut möglich, dass auch die Grevener 09-Damen bald wieder eine Zwangspause einlegen müssen. Foto: Heidrun Riese

Die vierte Corona-Welle überrollt die Republik mit ihren rekordverdächtigen Ansteckungs-Zahlen. Und obwohl sich viele Bürger in den vergangenen Wochen und Monaten fast so verhielten, als ob die Pandemie schon besiegt sei, wächst nun die Sorge um einen erneuten Lockdown, der das gesellschaftliche Leben – und damit auch das sportliche – geradezu lähmen könnte. Eine Momentaufnahme bei den heimischen Vereinen:

Paula Windau, Vorstand Sport beim SV Greven, sieht durchaus die Gefahr, dass vor allem junge Menschen und damit auch viele Hallensportler, unter der aktuellen Corona-Welle leiden könnten. „Die Zahlen steigen rasant. Deshalb haben wir alle geplanten Wettbewerbe und beispielsweise auch eine größere Weihnachtsfeier bereits abgesagt. Auch auswärtige Veranstaltungen platzen gerade reihenweise“, weiß Windau, die allerdings einen großen Unterschied zur Corona-Lage 2020 feststellt: „Die Schmerzgrenze ist höher, was Verbote und Richtlinien angeht. Ich bin gespannt, wie die Politik und der Gesetzgeber jetzt reagieren.“ Für Windau gibt es im Prinzip nur eine Möglichkeit, um der Lage Herr zu werden. „Wir müssen viel mehr testen. Ohne geht es einfach nicht.“

SC Greven sieht sich gut aufgestellt

Der SC Greven 09 sieht sich aktuell gut aufgestellt, was die Corona-Pandemie angeht. Zwar musste die traditionelle Weihnachtsfeier abgesagt werden, zudem dürften einige Hallenturniere im Jugendbereich auf der Kippe stehen, doch ansonsten stehe das Hygiene-Konzept rund um das Sportgelände Schöneflieth. „Und da wir unsere Wettbewerbe ja vornehmend draußen austragen, können wir diesbezüglich auch einigermaßen entspannt bleiben“, erklärt 09-Chef Philipp Wimber. Was die Zukunft angeht, so muss aber auch Wimber mit den Schultern zucken. „Entscheidend wird sein, die die Regierung nun reagiert und Maßnahmen einleitet. Wird 2G ausreichen?“, fragt sich der Grevener, der privat vorsichtig bleibt und große Veranstaltungen in der Halle meidet. Wimber: „Ich habe eigentlich kein Problem damit, draußen über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Nur stundenlang an einem Glühweinstand stehen – muss ich nicht haben.“

BG Gimbte setzt auf Erfahrung der Mitglieder

Thomas Jansen, Vorsitzender bei BG Gimbte, setzt bei den Blau-Gelben auf die Erfahrungen, die die Fußballer in den vergangenen Monaten mit den unterschiedlichen Corona-Wellen sammeln konnten. Und sieht den Verein diesbezüglich gut aufgestellt. „Wir haben in Saschen Weihnachts-Markt in Gimbte schon vor einiger Zeit entschieden, dass die 2G-Regel zur Anwendung kommt. Alles andere bleibt abzuwarten“, sagt Jansen: „Wichtig bleibt weiterhin, die Gesundheit der Menschen geht vor. Da haben wir auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Und falls es wieder zu einem Lockdown kommen sollte, so muss man das eben akzeptieren.“

Die Diskussion, wie man in Anbetracht der weiter um sich greifenden Corona-Pandemie mit der Situation umgehen soll, hat den Sport in vielen Bereichen erreicht. „Das ist im Moment wieder ein großes Thema“, bestätigt Andy Storkebaum. Und er muss es wissen. Storkebaum ist zum einen Vorsitzender des Stadtsportverbandes, der Organisation, die als Sprachrohr der meisten Grevener Sportvereine fungiert. Zum anderen steht er als A-Jugendtrainer der Handballfreunde Woche für Woche in der Halle. Vor dem Hintergrund der spürbar steigenden Infektionszahlen spricht Storkebaum von einer „ganz schwierigen Situation. Im Moment wage ich auch keine Prognose, wie es weiter geht.“

Fortführung der Saison nicht gesichert

Derzeit gilt für den Hallensport die 3G-Regel. Im Außenbereich greifen noch keine Einschränkungen. Der Trainings- und Wettkampfbetrieb läuft auf Hochtouren. Doch wie lange noch? Der Handballverband Sachsen hat den Spielbetrieb in dieser Woche vorläufig eingestellt. Für Storkebaum ein erstes Indiz, dass die Saison ähnlich wie im vergangenen Jahr erneut gefährdet sein könnte. „Allerdings ist die regionale Situation bei uns im Moment eine ganz andere.“ Gleichwohl lässt Andy Storkebaum durchblicken, dass Zweifel an einer regulären Fortführung der Saison berechtigt seien.

Thorben Zilske wirkt eine Spur zuversichtlicher. Das hat einen Grund und zeigt, dass selbst der Sport differenziert betrachtet werden muss. Seine Sportler, die Fußballer des SC Reckenfeld, sind unter freiem Himmel unterwegs. „Ich fühle mich beim Draußen-Sport relativ sicher“, meint der Trainer, dessen Team zudem nur noch ein Spiel zu absolvieren hat, bevor es in die Winterpause geht. „Dass wir die Hinrunde zu Ende spielen, davon gehe ich aus.“

Wie Storkebaum ist Zilske überzeugt, dass die hohe Impfquote unter den Sportlern dazu beitragen könnte, eine Zwangspause zu vermeiden. Doch die Ungewissheit spielt mit. „Die Dynamik ist alarmierend“, gibt Storkebaum zu bedenken.

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