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Reiten: Vera Brinck gewinnt den Großen Preis

Amazonen erobern Ochtrup

Ochtrup

Frauenpower war beim Großen Preis von Ochtrup groß geschrieben, denn drei Amazonen hatte sich für die fünfköpfige Siegerrunde qualifiziert. Der Sieg ging an Vera Brinck vom RFV Greven, die den 17-jährigen Cornelius gesattelt hatte. Aber auch eine Lokalmatadorin mischte vorne mit.

Von Marc Brenzelund Amazonen erobern OchtrupThomas Strack

Vera Brinck und ihr Cornelius blieben zwei Mal fehlerfrei. In der Siegerrunde legte die Grevenerin in 40.31 Sekunden die schnellste Zeit aller fünf Starter hin. Foto: Thomas Strack

Die Ochtruper Reitertage 2021 haben Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal überhaupt gewann mit Vera Brinck eine Amazone den Großen Preis, ein S*-Springen mit Siegerrunde. Die Grevenerin blieb im Sattel von Cornelius in beiden Umläufen fehlerfrei.

„Es hat ein bisschen gedauert, bis ich realisiert habe, dass es zum Sieg gereicht hat“, gestand Brinck im Anschluss ein. Ihre 40.31 Sekunden in der Siegerrunde waren zwar flott, wurden vom ihr folgenden Hendrik Zurich und seinem Larico jedoch locker unterboten (38.57). Was Brinck kurzzeitig aber aus ihrer Erinnerung gestrichen hatte, war, dass der Ochtruper mit vier Fehlerpunkten aus Umlauf eins vorbelastet gewesen war. So blieb für den Titelverteidiger nur Rang vier hinter dem Zweiten Jannik Theele (PSV Brockhagen-Steinhagen auf Nikko) und der Dritten Manuela Schweizer (Ochtrup auf Jhe Thros).

„Ich wusste, dass ich zügig durch den Parcours musste und bin entsprechend eng geritten“, verriet Vera Brinck ihr Erfolgsrezept. Zur Belohnung gab es ein E-Bike und 410 Euro Preisgeld. „Davon kaufe ich Cornelius eine Kleinigkeit. Er ist mit seinen 17 Jahren noch topfit und eine Art Familienmitglied für mich“, lobte Brinck ihren vierbeinigen Partner.

Für weitere Frauenpower sorgte Manuela Schweizer vom gastgebenden Reit- und Fahrverein. Die Eidgenossin hatte eigentlich den schnellen Insallah als ihr Siegerpferd auserkoren, doch das Duo leistete sich in der ersten Runde einen Abwurf. So sprang sich Schweizer mit dem erst siebenjährigen Jhe Thros auf den Bronzerang. „Der ist zwar noch nicht so weit, aber so ist das eben“, lachte die Ochtruperin.

Für Schweizer, die seit 22 Jahren in Deutschland lebt, war es ohnehin ein mehr als erfolgreiches Wochenende. In diversen Prüfungen auf L- und M-Niveau platzierte sie sich im Vorderfeld. Aber nicht nur deshalb verlieh sie den Reitertagen das Gütesiegel „besonders wertvoll“: „Ich bin eigentlich jedes Wochenende auf einem Turnier, aber so eine tolle Veranstaltung wie hier findet man selten.“

Doch auch andere Pferdesportler des Vereins trugen sich in die Siegerlisten ein. So entschied Anja Düker auf Bella Bonds eine Eignungsprüfung der Klasse A für sich. Und sehr zur Freude der Veranstalter sprang nach langer Zeit mal wieder eine Equipe ganz nach oben auf das Treppchen. Im E-Stilspringen für Mannschaften holten sich Och­truperinnen die Goldene Schleife. Zum Erfolg trugen Lynn Böking auf Wilmsberg, Charlotte Laurenz auf Kleopatra, Pia Stegemann auf Bedina und Britta Lenz auf Carlo bei.

Bei den Dressurreitern ging auf E-Niveau Silber an die Equipe des Ausrichters. Julia Averbeck auf Mona Lisa, Fabianne Ruinemanns auf Wille fan de Kromme und Britta Lenz auf Carlo bildeten das erfolgreiche Trio.

„Mit dem Verlauf unserer Reitertage sind wir mehr als zufrieden. Die circa 1800 Nennungen entsprechen dem, was wir sonst auch haben, wenn wir unser Turnier am eigentlichen Termin am dritten Juni-Wochenende austragen. Und auch die Zuschauer sind wieder zahlreich gekommen. Speziell am Samstagabend und am Sonntag war was los. Zu uns kommen nicht nur Reitsportexperten, sondern auch andere. Viele nutzen die Reitertage, um einen Familienausflug zu unternehmen“, stellte Andrea Wilk von der Turnierleitung fest.

Im nächsten Jahr soll die so beliebte Veranstaltung dann wieder im Juni stattfinden. Der Kalender meint es gut mit den Organisatoren, denn der erste Turniertag – traditionell ein Donnerstag – fällt auf Fronleichnam. „Vielleicht bauen wir dann eine besondere Prüfung zusätzlich ein. Ein Youngster-S-Springen oder so. Wir gucken mal“, freut sich Wilk jetzt schon auf den Sommer 2022.

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