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Fußball: Kreisliga A

Der Abschied auf Asche?

Greven

Ein Kraftakt der allerersten Kategorie. Und trotzdem ist das wahrscheinlich zu wenig gewesen für die DJK im Abstiegskampf. Das wahrscheinlich letzte Heimspiel auf Asche überhaupt in der blau-weißen Historie endete für die Grevener mit gemischten Gefühlen.

Stefan Bamberg

Ein Hauch von Fußball-Historie: Es war das vielleicht letzte DJK-Spiel auf Asche für alle Zeit. Da konnte man sich also noch mal so richtig was gönnen, wie dieses Foto zeigt. Das 2:2 gegen den TSV Handorf hilft Greven freilich nicht so richtig weiter. Foto: Stefan Bamberg

Fußball ist keine Mathematik, hat Kalle Rummenigge mal zu Ottmar Hitzfeld gesagt. Und den Trainer-Gentleman – bei dem man sich ja stets fragte, was so ein toller Typ bei Bayern macht – damit dereinst schwer getroffen. Dabei ist ohne Frage klar im Vorteil, wer rechnen kann – gerade im Abstiegskampf. Der gestrige Tag in der Emsaue zum Beispiel endete mit einer arithmetisch überaus plausiblen Erkenntnis: Ein Punkt im selbst ernannten Sechspunktespiel ist ein bisschen wenig. DJK Greven gegen des TSV Handorf: nur 2:2 (0:1). Die nächste letzte Chance? Vertan.

An einem Fußball-Nachmittag, der vielleicht Historisches bietet: die wahrscheinlich allerletzte Partie der DJK auf Asche überhaupt – bald rollen hier die Bagger für den Kunstrasenplatz an. Dafür hat heute ein amtlicher Hagelschauer kurz vor Anpfiff den Boden noch mal so richtig nett bereitet – hereinspaziert, hereinspaziert zu den Kreismeisterschaften im Schlammcatchen. „Ach, ich hab diesen Acker auch schon noch schlechter gesehen“, meint DJK-Coach Peter Talmann. Tabellenplatz 15 macht offenbar schmerzfrei.

Da kann ihn diese erste Halbzeit vermutlich auch nicht mehr schocken: Die DJK will mit zwei sehr offensiven Außenverteidigern tapfer die Flucht nach vorn ergreifen – und kriegt ihren Mut nach einer Viertelstunde direkt voll ins Gesicht: Julian Austermann und ein plötzliches 25-Meter-Kunstwerk aus der Drehung, Unterkante Querbalken – 0:1. BW-Keeper Lukas Funke sitzt chancenlos im Matsch und kommt sich womöglich vor wie ein Pilot beim Start Richtung Paderborn/Lippstadt: ein Flug ins Leere.

Freilich sind die Gastgeber gegen die Keller-Nachbarn aus Handorf von Beginn an das etwas bessere von zwei mit sich selbst beschäftigten Teams. Und total engagiert: Doch die Entscheidungsfreude fehlt – zweimal Jan Drees (28./33.), ja warum haut er denn nicht einfach drauf? Raus kommen zwei verunglückte Flanken. Pause.

Zurück auf dieses sogenannte Fußballfeld kommt eine blau-weiße Karacho-Kolonne: Schön ist‘s nicht, erfolgreich ja auch nicht wirklich – insbesondere nach dem 0:2 (64.). Aber, und das ist eigentlich alles, was hier zählt: von Aufgeben ist nix zu sehen! Und dann, Freunde: hoch hinein, 68. Minute, TSV-Keeper Christopher Nientied von irgendwem umgesenst, Henning Stamm am langen Pfosten – und alles wieder offen! Während die Gäste noch Foul reklamieren, schmeißt Greven sich schon ins nächste und übernächste Getümmel.

„Fünf noch!“, schreit Talmann – da lupft Drees. Latte. Nachschuss Jonas Averbeck. Drin! Drin! Das Remis gesichert, mit einem Kraftakt. Und wenn man nicht aufpasst, vergisst man glatt, dass der eine Zähler nicht weiterhilft.

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