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Bezirksliga: Greven 09 schießt GW Gelmer mit 6:1 (3:1) aus der Schöneflieth

Der Zug hat keine Bremse

Greven

Beim SC Greven 09 läuft es im Moment rund. Der klare Erfolg gegen Gelmer beweist das. Gänzlich anders die Situation beim Nachbarn, der zurecht mit leeren Händen heimfährt.

Von Stefan Bamberg

Sommer im Herbst – nicht nur wegen der Temperatur. Greven 09 fegte mit 6:1 (3:1) über die engagierten, aber letztlich bedauernswerten Gäste aus Gelmer. Nach dem Kantersieg gegen das Tabellenschlusslicht gönnte sich das Team eine Humba am Mittelkreis. Foto: Stefan Bamberg

Wenn man nach 90 Minuten fröhlich im Kreis springt und der Gegner sprichwörtlich im Dreieck, dann spricht vieles für einen gelungenen Fußball-Sonntag. Ziemlich genau so nämlich ließ sich die Stimmungslage in der Schöneflieth gestern um kurz vor fünf zusammenfassen, als sich rund 20 bestens gelaunte junge Herren eine spontane Hüpf-Einlage gönnten: „Ein Schuss, ein Tor – Nullneun!“

Exakt gezählt waren es derer sogar sechs. Nach dem 6:1 (3:1) gegen GW Gelmer liest sich die Bezirksliga-Monatsbilanz des SC Greven 09 wie ein herbstliches Märchen. „Sehr verdient“, freute sich Trainer Yannick Bauer. „Heute haben wir einen Charaktertest bestanden.“

Charaktertest deshalb, weil es für die Gastgeber nüchtern betrachtet kaum etwas zu gewinnen gab gegen den schon relativ ramponiert angereisten Tabellenletzten: Der musste neulich wegen Personalmangels ein Spiel absagen, das Experiment mit Emre Kücükosman als Coach ist auch schon längst wieder Geschichte – es kommt also nicht zum Duell gegen den Ex-Kollegen.

Stattdessen jedoch zu einer dicken Überraschung: Denn nach 14 Minuten liegt der turmhohe Favorit plötzlich hinten, Gelmers Soulaimane Jassab hat einen Halbfeld-Freistoß ins Netz verlängert – ein Gegentor wie 25 Grad am letzten Oktober-Wochenende: ein bisschen erschreckend.

Bei den 09ern hingegen hält die Klimakrise nicht lange an, mit Entschlossenheit machen sie sich auf, den selbst verschuldeten Unfall zu reparieren. Das klappt, weil Rafael Branquinho schießt wie sein Nachname klingt: brasilianisch! Das 1:1, erzielt mit feinem Fuß aus 20 Metern (23.). Samba!

Viele weitere Torschützen sollen folgen: Patrick Fechtel schweißt rustikal zur Führung ein (30.), und mit Finn Lieberts 3:1 (34.) ist das Bonbon im Prinzip schon vor der Pause gelutscht.

Doch für die aktuell ja kummergewohnten Gäste wird es jetzt noch so richtig deftig – denn der Zug hat keine Bremse in der zweiten Halbzeit: Johannes Mennemeyer per Foulelfmeter zum 4:1 (57.), die eingewechselten Manoel Schug (74.) und Bernd Lakenbrink (90.) fügen die Nummern fünf und sechs hinzu – Sommer im Herbst. Nicht nur wegen der Temperaturen.

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