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Fußball: Trotz organisatorischer Widrigkeiten

Gänsehautmomente – Restart eines bemerkenswerten Turniers geglückt

Greven

Der SV Greven hat sich am Wochenende mit einer bemerkenswerten Neuauflage seines Sommerturnier zurückgemeldet. Ganz spurlos ist die Corona-Pause allerdings nicht an den Turniermachern vorbei gegangen.

Riesenstimmung schon zur Turniereröffnung am Freitagabend. Den Platz vor der Bühne am Sportzentrum Emsaue verwandelten die Nachwuchskicker und Die U11-Junioren des SV Greven (l.) hatten gegen die starke Konkurrenz keine Chance. Wie auch für die übrigen Mannschaften des Gastgebers reichte es nicht zu einem Platz auf dem Podest.Eine heiße Angelegenheit: Um die Verpflegung kümmert man sich beim SV Greven höchstpersönlich. Foto: th

Am Samstagvormittag bewegt sich erst einmal gar nichts. Besser gesagt: es rollt nichts. Als auf den sieben Spielfeldern die Turniere für die sechs- bis 13-jährigen Nachwuchskicker beginnen sollen, fehlt das wichtigste Utensil. An alles haben die Organisatoren des SV Greven gedacht, nur eben an die Fußbälle nicht. Und so dauert es ein paar Minuten, bis das Runde, das an den folgenden zwei Tagen genau 858 Mal den Weg ins Eckige finden wird, herbei geschafft ist.

Einen Tag später kann Thomas Scheffler Talmann über diese kleine Episode schmunzeln. Wie überhaupt der Chefplaner die vielen kleinen und großen Hindernisse, mit denen er und seine Mitstreiter an diesem Wochenende zu kämpfen haben, mit erstaunlicher Gelassenheit quittiert. Nach dem Restart des Turniers mit 81 Mannschaften, rund 1000 Übernachtungsgästen und über 200 Helfern fällt sein Fazit gleichwohl so aus: „Ich bin sehr zufrieden.“

Und wer möchte ihm mit Blick auf eine proppenvolle Tribüne im Stadion Emsaue widersprechen, wo die Mädchen und Jungen, ihre Trainer und die zahlreichen Begleiter am Sonntagnachmittag den Abschluss dieses Fußballfestes regelrecht zelebrieren. Für die ersten gibt es Pokale aus den Händen des Bürgermeisters und einen Platz auf dem Siegerpodest. Alle werden mit Medaillen dekoriert. Und stürmischen Applaus der vielen gut gelaunten Zuschauer gibt es obendrein.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird wieder einmal deutlich: Grevens Sommerturnier ist nicht nur Fußball. Das, was sich drei Tage lang auf der weitläufigen Sportanlage abspielt, sind vielmehr Festtage des Sports und der Gemeinschaft. Fußball-Festtage, die Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands zusammenbringen und für drei Tage zu einer Art Community verschmelzen lassen.

Das geht schon am Freitagabend los, als Moderator Stevens Gomes auf der Bühne am Sportzentrum leichtes Spiel hat, als er die Gäste vorstellt, die Teams einlaufen lässt und alle zusammen den Platz in ein Meer aus Vereinsfahnen verwandeln. Gänsehautatmosphäre und der Beleg dafür, warum der Fußball die Kraft hat, Menschen unterschiedlicher Couleur zu vereinen.

Dazu passt auch, dass es während der beiden folgenden Turniertage zwar mit viel Ehrgeiz, jedoch ohne unschöne Zwischenfälle zur Sache geht. Bei den U8- und U7-Junioren verzichten die Turniermacher zum ersten Mal auf den Einsatz von Schiedsrichtern. Was aus Scheffler-Talmanns Sicht „überraschend gut“ funktioniert. Ein Modell für die Zukunft? Der Turnierleiter bejaht.

Der Pilotversuch schreit auch deshalb nach Wiederholung, weil die Veranstalter ihre liebe Mühe haben, ausreichend Schiedsrichter zu gewinnen. Einer, dem sie Kult-Status zusprechen, lässt sich nicht lange bitten. Für Josef Dömer ist der Einsatz beim Sommerturnier Ehrensache. Allein den hochsommerlichen Temperaturen muss er am Samstagmittag Tribut zollen. Als das Thermometer Rekordwerte anzeigt und Spieler wie Zuschauer mächtig zum Schwitzen bringt, gönnt sich der über 70-jährige Reckenfelder eine Auszeit. Am Sonntag, die Hitzewelle hat sich verzogen, steht er dann wieder gewohnt souverän auf dem Patz.

Mächtig geschwitzt haben die Organisatoren nicht nur am Samstag. Thomas Scheffler-Talmann spricht später von „besonderen Umständen“. Was für die Gäste weitgehend unbemerkt bleibt, stellt die Gastgeber vor ungeahnte Herausforderungen. Wie der sichtlich erschöpfte Scheffler-Talmann einräumt, waren die logistischen Schwierigkeiten nach zwei Jahren Corona-Pause größer als geahnt. Zum einen fehlen an allen Ecken und Enden helfende Hände. Viele Eltern und Vereinsmitglieder erklären sich dann doch noch spontan bereit zu unterstützen.

Zudem musste ein neuer Caterer her. Der bisherige hatte während der Pandemie das Handtuch geworfen. Gleiches gilt für den Lieferanten der Pokale und Medaillen. Immerhin: Die Fußbälle waren dann doch noch rechtzeitig da. Ein nicht unwichtiger Baustein dafür, dass das Fußball-Fest, bei dem es Grevens Fußballer diesmal nicht bis aufs Podest schaffen, kaum schöner hätte verlaufen können.

Die Siegerpokal gehen in diesem Jahr an den SV Meppen (Mu13), den BV Rentfort (U7), den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide (U8), Westfalia Kinderhaus (Mu11), den Wuppertaler SV (U11), Germania Oldenstedt (U10) und DJK Adler Buldern (U9).

Alle Ergebnisse: sv-greven.de

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