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Interview mit Ex-09-Trainer Marcel Pielage

Gute Saison – aber nicht perfekt

Greven

Die Bezirksliga-Fußballer des SC Greven 09 haben eine sehr gute Saison gespielt. Doch die Krönung fehlte beim Tabellenzweiten. „Wir haben vieles richtig gemacht, unser Ziel am Ende aber knapp verfehlt“, fasst Ex-Trainer Marcel Pielage sein Engagement bei den Grevenern zusammen. Pielage wird nun erst einmal eine Pause einlegen, will eine Rückkehr auf den Fußballplatz aber nicht ausschließen.

Von Martin Weßelingund

Skeptischer Blick zurück? Viele Ideen konnte Marcel Pielage während seines Engagements in Greven umsetzen, aber eben nicht alle. Foto: Johannes Oetz

Die Fragestellung taucht auch im Sport immer wieder auf: Ist derjenige, der als Zweiter über den Zielstrich läuft, der erste Verlierer, oder dreht sich die sportliche Bewertung im Hinblick auf die gesamte Saison doch in ein positives Licht? Ist das Glas nun halb voll, oder halb leer? Diese Frage – und andere – erörtere der ehemalige 09-Trainer Marcel Pielage im Gespräch Redakteur Martin Weßeling.

Herr Pielage, Sie haben nicht nur sportlich gesehen bewegte Monate hinter sich. Gerade deshalb ist die erste Frage nicht so profan, wie sie klingt: Wie geht es Ihnen?

Marcel Pielage: Super eigentlich. Nach einem Schlaganfall und einer Herz-Operation ist es ja nicht unbedingt leicht, wieder in den normalen Alltag überzuwechseln. Aber genau das ist passiert. Alles hat sich gut entwickelt, zumal vor gut drei Wochen unser Sohn Carlo geboren wurde. So gibt es jetzt sicherlich Dinge in meinem Leben, die etwas wichtiger sind als Fußball.

Natürlich spielte aber auch der Sport eine größere Rolle in den vergangenen Monaten. Würden Sie ihr doch relativ kurzes Engagement beim SC Greven 09 als Erfolg einschätzen?

Marcel Pielage: Darüber habe ich mir natürlich auch viele Gedanken gemacht. Ich habe selbst hohe Ansprüche an mich selbst und in der Vergangenheit viele Erfolge gefeiert. Und natürlich war das Ziel mit dem SC Greven 09 auch der Meistertitel in der Bezirksliga. Mit Platz zwei wurde dieses Ziel verfehlt. Auf der anderen Seite haben wir fast 100 Tore geschossen, 70 Punkte geholt und viele junge Spieler aus Greven in den Kader eingebaut. Das muss man auch bewerten. Wir haben also auch einiges richtig gemacht. Ich würde von einer erfolgreichen Saison sprechen, der die Krönung gefehlt hat.

Was hat Ihnen gut gefallen während ihrer Zeit in Greven, was ist Ihnen eher bitter aufgestoßen?

Marcel Pielage: Mindestens fünf Jugendliche haben es in den Stammkader geschafft. Das ist nicht selbstverständlich. Auch die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, war ansehnlich. Das gilt auch für den Zeitraum, als eigentlich klar war, dass wir nicht mehr Meister werden. Da hat die Mannschaft einen guten Charakter gezeigt. Im Westfalenpokal sind wir ja auch weit gekommen. Das darf man nicht vergessen. Ein großes Kompliment gilt auch dem Trainerteam mit Michael Rohe und Ahmed Ali. Sie haben dafür gesorgt, dass es weiterlief, als der Chef-Trainer ausgefallen war. Es gab auf der anderen Seite auch Dinge, die dazu geführt haben, dass wir nicht ganz oben gelandet sind. Es fehlte zum Teil der Fokus, wenn es darum ging, sonntags die Punkte zu holen. Da hat es einfach an der einen oder anderen Stelle gefehlt. Diese negativen Strömungen hätte ich eher erkennen und darauf reagieren können, vielleicht müssen. Wie gesagt, es war eine gute, aber keine perfekte Saison.

Bleibt denn ein fader Beigeschmack bei dem Gedanken, dass die Mission vielleicht nicht ganz beendet ist in Greven?

Marcel Pielage: Natürlich, ja. Es wäre eventuell mehr möglich gewesen. Und als Trainer benötigt man auch einfach eine gewisse Zeit, um alle Details einer Mannschaft, eines Vereins kennenzulernen und darauf zu reagieren. So konnte ich halt nicht zu 100 Prozent Einfluss nehmen, zumal ich ja auch erst relativ spät zum Verein gestoßen bin. Da waren die allermeisten Personalentscheidungen bereits gefallen. Aber – so ist es nun einmal gelaufen.

Wie sehen Sie die Entwicklung des SC Greven 09 mittelfristig?

Marcel Pielage: Meine Kapitel ist hier beendet, insofern kann ich auch nicht viel dazu sagen. Die Entscheidungen müssen nun andere treffen und schauen, wohin es geht.

Am Ende: was bringt die Zukunft? Wird man Sie bald auf dem Fußballplatz wiedersehen, oder ist jetzt Schluss für einen längeren Zeitraum?

Marcel Pielage: Jetzt stehen erst einmal andere Dinge im Vordergrund, die Prioritäten haben sich verschoben. Aber man weiß ja nie, vielleicht gibt es im Winter eine neues Engagement. Ausschließen kann ich es nicht.

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