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Fußball: Was muss die DFB-Elf gegen Portugal besser machen?

An Toni Kroos scheiden sich die Geister

Kreis Steinfurt

Die deutsche Fußballnationalmannschaft steht am Samstag vor einem richtungweisenden Spiel. Gegen Portugal sollte schon gepunktet werden, wenn das Aus in der Vorrunde vermieden werden soll. Dafür muss es besser laufen als zuletzt gegen Frankreich. Die Experten aus dem Fußballkreis Steinfurt meinen zu wissen, wo die Hebel anzusetzen sind.

Von und

Zeit, dass sich was ändert. Nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Weltmeister Frankreich könnte Trainer Jogi Löw Änderungen vornehmen, um gegen Portugal zu punkten. Foto: Federico Gambarini/dpa

Selten war sich Deutschland so uneins, wie der Auftritt der Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag gegen Weltmeister Frankreich (0:1) zu werten ist. Fakt ist aber, dass die DFB-Elf am Samstag gegen Titelverteidiger Portugal punkten sollte, um ein vorzeitiges Ausscheiden bei der Europameisterschaft zu vermeiden. WN-Sportredakteur Marc Brenzel hörte sich bei den Experten im Kreis um, was Trainer Joachim Löw personal und taktisch machen muss, um gegen die Iberer nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.

Heinz-Gerhard Hüweler (Vorsitzender des Kreisjugendausschusses Steinfurt): „Wir müssen viel torgefährlicher werden. Vorne war nicht viel gegen Frankreich. Ich würde Timo Werner bringen, der mit seiner Schnelligkeit was machen kann. Und auf jeden Fall Leon Goretzka ins offensive Mittelfeld stellen. Das ist ein Typ, der auch mal Eins-gegen-eins-Situationen für sich entscheiden kann. Goretzka rein, Kroos raus. Es muss mehr Druck gemacht werden. Es nützt nichts, 70 Prozent Ballbesitz zu haben, wenn dabei keine Chancen rausspringen.“

Clemens Gude (Sportleiter FSV Ochtrup): „Ich kann mich über dieses Thema in Rage reden. Löw würde uns am meisten helfen, wenn er nicht mehr am Rand stehen würde. Genau wie bei der WM 2018 verteilt er jetzt wieder Erbhöfe. Damals waren es Özil und Khedira, jetzt Kroos. Für mich ist das zen­trale Mittelfeld zu unausgeglichen besetzt. Da muss ein aggressiver Typ wie Kimmich rein. Mit zwei Leuten, die wie Kroos und Gündogan vom Spielerischen kommen, passt das nicht. Und im Angriff würde ich Timo Werner einbauen. Für wen? Die drei, die gegen Frankreich vorne gespielt haben, hatten alle einen gebrauchten Tag. Müller würde ich von diesem Trio am ehesten drin lassen.“

Marianne Finke-Holtz (Vizepräsidentin des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes): „Für mich ist das keine taktische oder personelle Frage, sondern eher eine mentale Sache. Es geht darum, den Erfolg zu suchen und nicht darum, Fehler zu vermeiden. Das kam mir gegen Frankreich zu kurz. Ob Joshua Kimmich jetzt auf der Sechs oder auf der rechten Seite aufgestellt wird – an dieser Diskussion möchte ich mich gar nicht beteiligen. Was bringt es denn, wenn er umpositioniert wird und dafür so an anderer Stelle ein Loch aufgemacht wird?“

Rezan Osmanoglu (Torwart von Galaxy Steinfurt): „In der Offensive waren wir gegen Frankreich nicht mutig genug, deshalb würde ich im Angriff Veränderungen vornehmen. Kevin Volland ist der einzige bullige Stürmertyp, den Deutschland hat. Außerdem hat der in Frankreich eine super Saison abgeliefert. Zudem sehe ich Leroy Sané in der ersten Elf. Kai Havertz und Serge Gnabry würde ich dafür rausnehmen. Joshua Kimmich gehört für mich ins zentrale Mittelfeld. Neben Toni Kroos, der die nötige Ballsicherheit und Erfahrung besitzt, um das Spiel zu lenken.“

Matthias Kappelhoff (ehemaliger Torjäger von Preußen Borghorst): „Uns fehlt einfach vorne der Zielspieler, ein echter Strafraumstürmer. Einer, der die Lücken reißt, in die die schnellen Leute reinstoßen. Die Ausbildung solcher Leute wurde in Deutschland vernachlässigt. Gegen Portugal würde ich wieder auf eine Viererkette umswitchen und Kimmich in das defensive Mittelfeld stellen. Ansonsten war gegen Frankreich ja nicht alles schlecht. Wenn ich einen Toni Kroos schon grätschen sehe – Hut ab.“

Thomas Fraundörfer (Trainer SpVgg Langenhorst/Welbergen): „Für den Auftritt gegen Frankreich würde ich den Deutschen die Schulnote vier geben, allerdings muss man auch beachten, dass der Gegner das absolute Topteam des Turniers war. Trotzdem wünsche ich mir deutlich mehr Schwung über die Flügel. Und deshalb würde ich in der Offensive mit Leroy Sané beginnen. Der ist vom Typ her frisch, fromm, fröhlich, frei. Genau das brauchen wir. Und hinten, da sehe ich eine Viererkette als sinnvoller an. Joshua Kimmich muss wieder auf die Sechserposition.“

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