Serie: „Unsere Fanclubs“

Corona stoppt die Burgmannstädter Borussen

Horstmar

Manche sind schon Jahrzehnte alt und können – wie ihre Clubs – auf Tradition verweisen. Die fehlt dem BVB-Club aus Horstmar noch, denn ihn gibt es erst seit 2019.

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Die Burgmannstädter Borussen während der Gründungsversammlung. Im Sommer 2019 wurde der Fanclub ins Leben gerufen. Foto: Neugebauer

„In Horstmar gab es mit dem Schalker-Virus und Bavaria Horstmar lange Zeit nur zwei Fanclubs“, erklärt Michael Kaiser, Gründungsmitglied und erster Beisitzer. „Da es aber von uns Borussen auch genug gibt, haben wir uns im Sommer 2019 mit ein paar Leuten zusammengesetzt und endlich einen Dortmunder Fanclub ins Leben gerufen.“

Dabei stand ein Anliegen ganz oben auf der Liste: Bis zum 19. Dezember des Jahres sollten alle Vorbereitungen des Organisations-Teams rund um den Vorsitzenden Benjamin Peuker erledigt sein – passend zum 110-jährigen Geburtstag des BVB. Alles lief nach Plan, und so entstanden die „Burgmannstädter Borussen 09“, zu denen heute rund 52 Mitglieder gehören. Jedes weitere ist herzlich willkommen und kann sich über die Homepage (https://burgmannstaedter-borussen-09.de), Facebook und Instagram informieren.

Es sollte der Start eines ereignisreichen Jahres werden. Eine Generalversammlung, vierteljährliche BVB-Stammtische in der Stammgaststätte „Zum Münstertor“, eine Stadiontour, ein Wintergang und natürlich die Borussia-Heimspiele waren nur einige Vorhaben des frisch gegründeten Fanclubs. Auch ein eigenes Fußballteam für BVB-interne Turniere stand im Raum.

Doch Corona machte den Horstmarern einen Strich durch die Rechnung. Ein 5:0-Sieg der Schwarz-Gelben gegenüber Union Berlin im Februar 2020 blieb das erste und bisher letzte gemeinsam besuchte Heimspiel. „Das ist natürlich alles sehr schade. Jedoch versuchen wir, unseren Mitgliedern auch unter den aktuellen Voraussetzungen etwas zu bieten“, so Michael Kaiser. Beispielsweise veranstalteten die Borussen-Anhänger einen Verkauf für selbst entworfene Fanclub-Kleidung. Die Mitglieder dankten dem Vorstand für die Bemühungen, und so erwarb fast jeder seinen eigenen Hoodie, Schal oder Jacke.

Ebenso bizarr wie kollegial ist der Wunsch für den Herzensverein: Denn es betrifft gar nicht ihn, sondern den königsblauen Rivalen. „Eine gewisse sportliche Rivalität tut natürlich gut, aber ich glaube kaum einer möchte, dass Schalke absteigt. Das Derby gehört in die Bundesliga, und so soll es auch bleiben.“ Und falls das kleine Fußballwunder tatsächlich noch passiert, so werden die Burgmannstädter Borussen mit Sicherheit in der nächsten Saison im Stadion sein – dann aber wieder mit vollem Herzblut gegen die Königsblauen.

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