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Fußball: Kreisjugendtag in Reckenfeld / Tim Vallandi folgt auf Heinz-Gerhard Hüweler

Die Fußball-Jugend verjüngt sich

Reckenfeld

Beim Kreisjugendtag des Fußballkreises Steinfurt gab es einen Wachwechsel: Tim Vallandi übernimmt den Staffelstab von Heinz-Gerhard Hüweler, der im April als Kreisvorsitzender kandidieren wird.

Von Sven Thieleund

Der Foto: Sven Thiele

Dieser Kreisjugendtag kam einer Zäsur gleich. Unter den Augen der Delegierten aus 24 Fußballvereinen besetzte der Kreisjugendausschuss (KJA) am Mittwoch in Reckenfeld nicht nur einige Schlüsselpositionen neu. Das Gremium unterzog sich bei dieser Gelegenheit auch einer Verjüngungskur. Zum neuen Kreisjugendobmann wurde der 26-jährige Tim Vallandi (SC Reckenfeld) gewählt. Einstimmig, wie übrigens alle KJA-Mitglieder. Vallandi folgt auf den 66 Jahre alten Heinz-Gerhard Hüweler (Wettringen), der wiederum am 4. April für das Amt des Kreisvorsitzenden kandidieren wird. Um sportbegleitende Jugendarbeit kümmert sich künftig Louis Arning (Westfalia Leer). Der 19-Jährige soll in den kommenden drei Jahren zudem als Jugendsprecher fungieren.

Dass der personelle Umbruch im Fußballkreis gelingen wird, davon zeigte sich auch Hans-Dieter Schnippe überzeugt. Der in Kürze scheidende Kreis-Vorsitzende, der an diesem Abend langjährige KJA-Mitglieder für ihre Verdienste auszeichnete, sicherte Tim Vallandi die volle Unterstützung des Kreisvorstandes zu und betonte: „Er ist ein würdiger Nachfolger.“

Vallandis Vorgänger Hüweler hatte zuvor Bilanz gezogen. Nach sechs Jahren an der Spitze des Jugendfußballs im Kreis Steinfurt stellte der Wettringer fest: „Der Ton auf den Plätzen ist rauer geworden“´, sagte er und forderte die Vereinsvertreter auf, den Fairplay-Gedanken wieder mehr in den Vordergrund zu rücken.

Dass besonders im Schiedsrichterbereich der Schuh drückt, wo der dafür zuständige Jürgen Lütkehaus berichtete, dass neue Schiedsrichter nicht selten nach zwei oder drei Spielen schon wieder aufhörten, scheint auch im Zusammenhang mit unrühmlichen Vorkommnissen zu stehen. „Wenn Schiedsrichter von Eltern rassistisch und sexistisch angegangen werden, dann ist das Maß voll“, bezog Hüweler klar Stellung. Er verwies auf acht Verfahren wegen Schiedsrichterbeleidigung: „Da fehlen mir die Worte.“

Die seit Jahren kritische Situation im Schiedsrichterwesen ist nur eine Herausforderung für Tim Vallandi und den neuen Kreisjugendausschuss, der ungeachtet der Verjüngung auf vielen Positionen über einen großen Erfahrungsschatz verfügt. So kümmert sich weiterhin Willi Mollen (Arminia Ochtrup) mit seinem eingespielten Staffelleiter-Team um die Organisation des Spielbetriebes, wo der verhältnismäßig kleine Fußballkreis insbesondere bei den A-Junioren Schwierigkeiten hat. „Für die nächste Saison sollten wir diskutieren, eine leistungsgerechtere Einteilung hinzubekommen“, nahm Vallandi zu einem Antrag des Skiclubs Stellung, der eine andere Form der Staffeleinteilung anregte.

Über den Tellerrand hinauszuschauen, das wünschte sich Hüweler zum Abschied als KJO. Wie das funktionieren kann, dafür geben die Mädchen ein gutes Beispiel ab. Im Mädchenfußball, der auch weiterhin von Marianne Finke-Holtz verantwortet wird, kooperiert der Kreis Steinfurt in allen Altersklassen mit Ahaus/Coesfeld, Recklinghausen und Tecklenburg.

Das Problem ist nicht neu. Allein die Appelle werden von Jahr zu Jahr eindringlicher. Dem Fußball gehen die Schiedsrichter aus. Diese alarmierende Entwicklung verdeutlichte Kreis-Schiedsrichterobmann Jürgen Lütkehaus anhand dieser Zahlen: Vier Anwärterlehrgänge hat der Kreis Steinfurt in den vergangenen drei Jahren angeboten. Nur einer hat tatsächlich stattgefunden. Somit wurden nur 15 anstatt der geplanten 60 Schiedsrichter ausgebildet. „Mittlerweile fehlen uns zu viele“, so Lütkehaus, der beim Kreisjugendtag prognostizierte, dass immer mehr junge und unerfahrene Schiedsrichter künftig bereits A-Liga-Spiele leiten würden.

Daraus könnte ein weiteres Problem erwachsen. „Schon in der D-Jugend wird Bundesligatauglichkeit erwartet“, sprach der Schiedsrichter-Obmann von einer gestiegenen Erwartungshaltung. Das und der damit einhergehende raue Ton auf den Plätzen habe Folgen: „Schiedsrichter hören nicht selten nach zwei, drei Spielen wieder auf.“ Sein Appell: „Kommen wir zurück zu alten Werten.“

Ebenfalls verabschiedet wurden beim Kreisjugendtag Meik Niederberghaus, Sebastian Bülter, Monika Schomann, Brigitte Wessling und Albert Hüwe.

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