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Jahrestagung „Frauen- und Mädchenfußball“ in Ochtrup

Es gibt viel zu tun

Ochtrup

Im Sportwerk in Ochtrup fand die Jahrestagung „Frauen- und Mädchenfußball“ statt. Thematisiert wurde, welche Perspektiven und Probleme die Vereine und Mannschaften im Kreis Steinfurt haben. Dabei kamen interessante Zahlen auf den Tisch.

Der Frauen- und Mädchenfußball im Kreis Steinfurt wurde am Mittwochabend im Ochtruper Sportwerk thematisiert. Dabei kamen Perspektiven, Probleme und Lösungsansätze zur Sprache. Foto: Thomas Strack

Welche Perspektiven und Potenziale gibt es? Wo liegen die Probleme, und welche Lösungswege bieten sich an? Das wurde am Mittwochabend während der 6. Jahrestagung „Frauen- und Mädchenfußball“ besprochen. Dazu eingeladen hatte der Fußballkreis Steinfurt, Gastgeber war im Ochtruper Sportwerk der FSV. Erschienen waren zudem Referenten, die die anwesenden Vereinsvertreter über den Status Quo informierten.

Moderiert wurde die rund zweistündige Veranstaltung von Marianne Finke-Holtz, ihres Zeichens Vizepräsidentin des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW). Zudem ist die Steinfurterin als Mitglied des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball im Deutschen Fußball-Bund (DFB) aktiv. Finke-Holtz berichtete unter anderem über die Ziele und Strategien, die der DFB zusammen mit den Landesverbänden, Vereinen und Kreisen umsetzen möchte. Einer der Schwerpunkte der Kampagne „FF27“ ist es, mehr Frauen und Mädchen für den Fußball zu begeistern. „Bis 2027 soll sich die Anzahl von aktiven Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen um 25 Prozent erhöht haben. Ausgangspunkt sind da die Zahlen vor Corona“, berichtete Finke-Holtz von ihrer Arbeit in den verschiedenen Gremien und Kommissionen.

Wichtige Faktoren seien auf diesem Weg die Kooperationen mit den Schulen, regelmäßige Schnupperangebote, ein Ausbau der Netzwerke, die passende Qualifizierung von Trainern und Verantwortlichen sowie eine gut funktionierende Öffentlichkeitsarbeit, so Finke-Holtz. Das würde zu mehr Spielerinnen sowie stärkeren Vereinen, Wettbewerben und Strukturen führen.

Aktuell jagen im Fußballkreis Steinfurt 822 Mädchen und Frauen dem runden Leder hinterher. Im Vergleich zur Spielzeit 2018/19 – der letzten kompletten vor der Pandemie – sind das 125 Aktive beziehungsweise 13,2 Prozent weniger. Das passt zur landesweiten Tendenz, wobei der Kreis Steinfurt und das Münsterland im westfälischen Vergleich noch relativ gut dastehen. „Wir sind auf der grünen Seite. Es gibt aber auch Regionen, in denen alles rot ist“, verwies Finke-Holtz. „Es gibt viel zu tun – gemeinsam mit Euch im Kreis“, appellierte die Funktionärin im Namen der Verbände an die Vereine.

Sportliche Wasserstände vermeldeten Jugendstaffelleiter Reinhold Hundeloh („Die Zusammenarbeit mit den anderen Kreisen verläuft reibungslos“) sowie die beiden Kreisauswahltrainer Judith Finke und Holger Sokol. Manfred Wietkamp, der neue Staffelleiter der Frauen-Kreisliga, betonte, dass eine breit aufgestellte Kreisliga enorm wichtig sei. Aktuell spielen nur zwölf Teams in dieser Klasse. Weniger sollten es auch nicht werden, denn ansonsten würde der Meister nicht mehr direkt in die Bezirksliga aufsteigen.

Termine, die sich die Spielerinnen vormerken sollten: der 15. und 22. Januar. An diesen beiden Sonntagen geht die Hallenkreismeisterschaft in Steinfurt über die Bühne. Der Nachwuchs ermittelt seine Titelträger zwischen den Feiertagen in Ochtrup.

Carmen Schomann informierte über Qualifizierungsmöglichkeiten für Trainer und Betreuer. Dabei kamen auch altersspezifische Lehrgangsangebote zur Sprache. Michelle Kuhl berichtete über die Zusammenarbeit der Vereine und Schulen und machte die enorme Bedeutung dieser Kooperation für die Zukunft des Fußballs deutlich. „Der offene Ganztag wird kommen. Daher ist es wichtig, dass wir da einen Fuß in die Tür bekommen“, betonte auch Finke-Holtz.

Michelle Pruß gab einen Überblick über das Schiedsrichterwesen. Mit Anne Möwes, Anne Schulte und ihr würde es drei Spielleiterinnen im Kreis geben. „Schön wäre es, wenn es uns gelingen würde, Verstärkung zu bekommen. Mein Wunsch wäre es, wenn wir künftig mal ein komplettes Frauengespann zu den Spielen schicken könnten.“

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