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Trainer aus dem Kreis Steinfurt trauen DFB-Team eine gute WM zu

Kein Grund zur Panik

Kreis Steinfurt

Die beiden jüngsten Auftritte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn und England verliefen wenig vielversprechend. Rund sieben Wochen vor Beginn der WM ruft das wieder die Kritiker auf den Plan. Was würden die Trainer aus dem Fußballkreis Steinfurt machen, wenn sie in der Rolle von Nationalcoach Hansi Flick wären?

So ganz viel Zeit bleibt Hansi Flick nicht mehr, um seinen Kader zu nominieren. Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft sind es nur noch rund Foto: IMAGO/Matthias Koch

In rund sieben Wochen beginnt die Fußball-WM in Katar – und wie oft vor einem großen Turnier läuft der Motor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft noch nicht so hochtourig, wie es sich viele Fans und selbsternannte Experten wünschen. Marc Brenzel, Sportredakteur der Westfälischen Nachrichten, bat die lokalen Coaches, sich einmal in die Rolle von Bundestrainer Hansi Flick zu versetzen und zu überdenken, wo die Hebel angesetzt werden könnten.

Christoph Klein-Reesink (SV Burgsteinfurt): „Ich möchte jetzt nicht den Klugscheißer raushängen lassen, denn ich kann aus meiner Position heraus nicht beurteilen, wie sich die Spieler so im Training verkaufen. Prinzipiell denke ich aber, dass in der Mannschaft genügend Qualität steckt. Im Defensivbereich würde ich mir mehr Sicherheit wünschen und daher Mats Hummels mitnehmen – das sage ich nicht nur, weil ich Dortmund-Fan bin. Während der Weltmeisterschaft wird sich das Team anders präsentieren. Da sind dann die nötigen Prozent mehr drin, die in Nations-League- oder in Testspielen fehlen.“

Nelson da Costa (FSV Ochtrup): „Ganz vorne fehlt der klassische Stürmer – das ist ja nicht neu. Flick kann 26 Mann mit nach Katar nehmen, warum dann nicht den Schalker Simon Terodde nominieren? Das ist ein echter Zielspieler, der nicht viele Chancen braucht. Ansonsten ähneln sich die Offensiven im deutschen Team sehr: Gnabry, Sané – das sind alles Leute, die eher zwischen den Ketten agieren. Dass es jetzt nicht so läuft, beunruhigt mich nicht, denn das ist bei vielen anderen Nationen auch der Fall.“

Dennis Brunsmann (TuS Altenberge): „Ich habe mir das Spiel gegen England nur in der Zusammenfassung angesehen, weil ich vorher beim Ü 32-Training war. Und da hat es ehrlich gesagt kaum einen gejuckt, wie es steht. Das hängt auch damit zusammen, dass Deutschland nicht mehr so attraktiv spielt. Obwohl da einige richtig gute Leute wie Gündogan, Goretzka, Kimmich oder Rüdiger im Kader sind. Auch an Gnabry oder Sané führt kein Weg vorbei. Deutschland hat nicht mehr den klassischen Mittelstürmer. Da wäre für mich Kai Havertz die sinnvollste Variante. Simon Terodde oder Nils Petersen vorne rein zu stellen, fände ich nicht gut. Denen fehlt die internationale Erfahrung. Und mit Timo Werner tue ich mich ohnehin ein bisschen schwer. Aber Flick weiß schon, was er macht. Er ist der ideale Bundestrainer.“

Thomas Dauwe (Matellia Metelen): „Die DFB-Elf hat in der Nations League aufgezeigt bekommen, dass nicht alles so läuft wie gewünscht. Darin sehe ich aber eher eine Chance als einen Nachteil. Ich empfinde die ganze Gemengelage generell als schwierig. Erstmals ist es eine Winter-WM, auf die sich die Nationalmannschaften nicht so intensiv vorbereiten können wie auf vorherige Turniere. Da spielst Du praktisch aus der kalten Hose heraus. Der Stammkader ist aber stark genug, um das Viertelfinale zu erreichen.“

Raphael Palm (TuS Laer): „Jamal Musiala würde bei mir immer spielen. Ich bin begeistert von seiner Leichtigkeit und seinem Tempo. In der Abwehr würde ich neben Antonio Rüdiger auf Nico Schlotterbeck setzen, auch wenn ihm gegen England Fehler unterlaufen sind. Ein Mats Hummels ist da für mich keine Alternative mehr. Genau so wenig wie der klassische Neuner. Den braucht es im deutschen Spiel nicht mehr, da ja kaum noch Flanken geschlagen werden. Heute gehen die deutschen Angreifer lieber ins Eins-gegen-eins. Wen ich noch mitnehmen würde, wenn er fit werden sollte: Florian Wirtz. Das ist einer, der den Unterschied ausmachen kann.“

Guido Kellermann (1. FC Nordwalde): „Ich kann mich mit der WM in Katar überhaupt nicht identifizieren und habe mir vorgenommen, mich dafür nicht zu interessieren. Mal gucken, wie konsequent ich das umsetzen kann.“

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