1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Horstmar
  6. >
  7. „WM in Katar – das ist nicht mein Ding“

  8. >

In einem Jahr beginnt die vieldiskutierte Winter-Weltmeisterschaft

„WM in Katar – das ist nicht mein Ding“

Kreis Steinfurt

Menschenrechtsverletzungen, Turnierboykott, ungünstige Anstoßzeiten. Aber auch Weihnachtsmärkte mit Fußballübertragungen oder Glühwein. Das kommt dem Fußballanhang in den Sinn, wenn er über die Weltmeisterschaft in Katar nachdenkt. Am Sonntag in einem Jahr ist es so weit – dann wird die vieldiskutierte WM eröffnet.

Von Marcund

Im Dezember 2010 verkündete der damalige FIFA-Präsident Joseph Blatter, dass die WM 2022 in Katar stattfindet. Das sorgt seit Jahren für viel Zündstoff. Am Sonntag in einem Jahr wird das Turnier eröffnet. Foto: dpa

Am kommenden Sonntag ist es nur noch ein Jahr hin, bis die wohl umstrittenste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten eröffnet wird. Die Vergabe nach Katar sorgt schon lange für viel Diskussionsstoff: Die nicht existente Fußballtradition des Landes, der Verdacht auf Korruption bei der Wahl des Ausrichters im Jahr 2010, die Menschenrechtslage und die erstmalige Austragung des Turniers im Herbst/Winter rufen zahlreiche Kritiker auf den Plan. WN-Sportredakteur Marc Brenzel erkundigte sich bei den Fußballanhängerinnen und -anhängern, wie sie zu dem Wettbewerb stehen, und ob sie ihn auch verfolgen wollen.

Günter Mensing (Fußballabteilungsleiter von Matellia Metelen): „Eine WM in Katar, und dann noch im Dezember – das ist nicht mein Ding. Hinzu kommt das große Problem mit den katastrophalen Bedingungen für die Arbeiter beim Bau der Stadien. Aber da kann man mal sehen, dass die FIFA macht, was sie will. Geld regiert die Welt.“

Verena Struck (Spielerin der SpVgg Langenhorst/Welbergen):Grundsätzlich bin ich dafür, dass eine WM im Sommer stattfindet, da gehört so ein Turnier einfach hin. Public Viewing in T-Shirt und Flip Flops und mit einem kühlen Getränk in der Hand wird es 2022 nicht geben. Das läuft wohl eher auf Glühwein hinaus. Trotzdem werde ich die Spiele aber im Fernsehen verfolgen.“

Jan Lohmann (Schiedsrichterlehrwart des Kreises, Borghorster FC): „Ich finde es nicht richtig, eine Weltmeisterschaft in ein Land zu vergeben, in dem die Menschenrechte ganz offensichtlich missachtet werden. Schade, dass zu wenig Funktionäre das öffentlich anprangern. Die eine oder andere Partie werde ich bestimmt sehen, aber im Großen und Ganzen bin ich kein Fan von Länderspielen. Welt- und Europameisterschaften sind für mich eher eine Unterbrechung des Vereinsfußballspielbetriebs.“

Steffen Köhler (Fußballer des TuS Laer): „Die großen Turniere sollten da gelassen werden, wo sie hingehören: In Europa oder auch Südamerika. Ich würde mich nie in den Flieger setzen und die WM 2022 vor Ort unterstützen. Aber es läuft wohl darauf hinaus, dass ich mir die meisten Partien angucke. Dann ist ja Winter, und da hat man ein bisschen mehr Zeit. Vielleicht werden auf den Weihnachtsmärkten ja Leinwände aufgebaut?“

Alexander Witthake (Trainer des B-Ligisten FC SW Weiner): „Die WM hätte nie nach Katar vergeben werden dürfen. Da werden die Menschenrechte mit Füßen getreten. Trotzdem boykottiere ich das Turnier nicht und gucke mir die Begegnungen an. Speziell natürlich die Spiele der Deutschen. Aber so eine richtige Stimmung kommt da bestimmt nicht auf, wenn die in der Wüste kicken und ich hier unter dem Tannenbaum friere.“

Uwe Höffker (Betreuer des 1. FC Nordwalde): „Der Termin ist absoluter Mist. Und bei den Anstoßzeiten von 11, 14, 17 und 20 Uhr werde ich wohl nur ein Spiel pro Tag gucken können.“

Dominik Adler (Trainer des TuS Altenberge II): „Ich bin da zwiegespalten. Auf der einen Seite ist natürlich die Vergabe nach Katar zu kritisieren, auf der anderen Seite habe ich Bock auf Fußball. Gerade die großen Turniere mit drei, vier Spielen an einem Tag feiere ich. Ich bin mal gespannt, wie das nächstes Jahr wird. Weihnachtsfeiern oder Weihnachtsmärkte und parallel dazu ein Spiel – das könnte auch was haben. Mal abwarten, so eine Fußball-WM im Winter hat ja bislang ja noch keiner miterlebt.“

Startseite
ANZEIGE