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FIFA-WM 2022: Das sagen die lokalen Sportler zum Ausscheiden der DFB-Elf

Wo führt der Weg nun hin?

Kreis Steinfurt

Fängt sich die deutsche Nationalmannschaft nach dem erneuten Vorrundenaus bei einer Weltmeisterschaft? Oder schafft sie es bald gar nicht mehr, sich für die große Turniere überhaupt zu qualifizieren? Die Meinungen der Sportler des Kreises weichen teils auseinander...

Von Tom Veltrup

Hängende Köpfe und Ratlosigkeit bei den deutschen Nationalspielern nach dem Ausscheiden in Katar. Auch Kai Havertz (l.) und Niclas Füllkrug (r.) hatten sich ihre erste WM-Teilnahme ein wenig anders vorgestellt. Foto: IMAGO/Moritz Mueller

Die zweite WM-Blamage der deutschen Fußballnationalmannschaft ist in trockenen Tüchern. Zwar machte das DFB-Team beim 4:2-Erfolg gegenüber Costa Rica seine Hausaufgaben, im Parallelspiel behielten die Japaner allerdings gegen Spanien die Oberhand. Nach dem Vorrundenaus in Russland ist nun also auch in der Wüste Schluss. Zudem reichte es bei der EM vergangenes Jahr nur bis zum Achtelfinale. Worin liegen die Gründe? Und gibt es Hoffnung auf Besserung? Wir haken bei den lokalen Sportgrößen nach.

Was meinen Sie, worin liegen die Gründe für das Ausscheiden der DFB-Elf?

Alexander Hollermann (SV Burgsteinfurt): „Das liegt ganz klar am ersten Spiel. Da haben wir 20 Minuten lang keinen guten Fußball gespielt und wurden direkt bestraft. Die Ursachen liegen aber ein paar Jahre länger zurück, in der Ausbildung. Wir haben keinen echten Neuner. Auch in der Verteidigung fehlen uns Weltklasse-Leute.“

Philipp Brüning (Matellia Metelen): „Ich glaube, der letzte Biss hat gefehlt, der letzte Funken ist nicht übergesprungen. Vor allem defensiv waren wir zu schwach und immer einen Schritt zu weit weg.“

Alexander Witthake (SW Weiner): „Schweini hat es nach dem Spiel schon ganz gut auf den Punkt gebracht. Fußballerisch läuft das alles ganz gut, aber die letzte Gier hat gefehlt. In so einer Gruppenkonstellation mit Japan und Costa Rica darfst du einfach nicht ausscheiden.“

Was hätten Sie als Nationaltrainer anders gemacht? Was muss in der Zukunft besser werden?

Hollermann: „Als Japan im ersten Match die Taktik veränder hat, haben wir die Grundordnung verloren. Da hätten wir vielleicht auch etwas umstellen müssen. Generell fehlte uns vorne ein wenig die Durchschlagskraft. Da hätte uns Niclas Füllkrug gut getan.“

Brüning: „Es fehlt auch einfach eine gewisse Qualität. Die kannst du dir nicht mal eben herbei zaubern. Sonst geht es vor der WM auch noch in ein Trainingslager, wo du die Abläufe testen kannst. Alleine die vier oder fünf verschiedenen Rechtsverteidiger in drei Spielen müssen nicht unbedingt sein.“

Witthake: „Wir hätten gegen Costa Rica in der ersten Halbzeit zielstrebiger den Torabschluss suchen müssen und somit Spanien unter Druck setzen. Da hätte ich ein wenig offensiver aufgestellt und Füllkrug und Müller vorne reingestellt. Für die Zukunft müssen wir wieder Führungsspieler entwickeln, die vorneweg gehen. Da sehe ich beispielsweise einen Joshua Kimmich aktuell nicht so wirklich.“

Wie lautet Ihre Prognose für die Heim-EM 2024? Ist Deutschland noch eine Turniermannschaft?

Hollermann: „Wenn wir von der Spielidee mit der falschen Neun wegkommen, glaube ich schon, dass das was werden kann. Wir haben sicherlich gute Chancen. Wir sind nicht so weit entfernt von der Weltspitze, wie manche sagen. Allerdings müssen wir die Sachen ganz unten anpacken und das kann ein wenig dauern.“

Brüning: „Wenn sich Leute wie Florian Wirtz oder Youssoufa Moukoko weiterentwickeln, sieht das gar nicht mal so schlecht aus. Vielleicht gehen bis dahin ja auch mal Spieler vom Kaliber Leroy Sané ein wenig voran, anstatt nur mit sich selbst beschäftigt zu sein. Es muss auf jeden Fall noch etwas passieren. Ich denke, der deutsche Fußball steht am Scheideweg. Entweder es geht nochmal ein Ruck durch die Mannschaft oder man guckt auch bald mal selber bei einem großen Turnier zu, wie Italien dieses Jahr.“

Witthake: „Ich freue mich erst einmal darauf. Ich habe mega Bock, mir verschiedene Spiele in verschiedenen Stadien anzugucken. 2006 war ich nämlich noch ein bisschen zu jung dazu. Ich hoffe, dass dann eine Euphoriewelle durchs Land geht, die die Mannschaft nochmal ein wenig antreibt.“

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