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Fußball: Die schnelle Hilfe vom Physiotherapeuten

Bloße Anwesenheit ist beruhigend

Kreis steinfurt

Er muss nicht immer eingreifen, aber, so die Meinung der meisten Kicker, es ist beruhigend zu wissen, dass er da ist. Die Rede ist von einem medizinisch ausgebildeten Mann oder Frau auf der Bank, die im Falle einer Verletzung Hilfe leisten kann.

Günter Saborowski

Als David Marx (l.) noch beim TuS Altenberge spielte, saß die Schwester von Svenja Gausling (r.) als ausgebildete Physiotherapeutin mit auf der Bank des TuS. Foto: gs

Nicht alle haben einen auf der Bank sitzen, bei einigen Clubs befinden sie sich sogar auf dem Rasen und gehören zum spielenden Personal. Zwingend notwendig ist er beim Spiel auch nicht, aber es ist beruhigend, wenn man weiß, dass er dabei ist. Die Rede ist vom Physiotherapeuten, der schnelle Hilfe leisten kann, wenn der Gegner im Spiel zu feste zugelangt hat oder die Wiese einem Spieler mit einem Loch ein Beinchen stellt.

Niklas Melzer, in der kommenden Saison Spielertrainer beim TuS Germania Horstmar und davor jahrelang in der Westfalenliga bei Borussia Emsdetten zuhause, weiß ein Lied davon zu singen, wie wichtig es sein kann, jemanden Fachkundigen im Team zu haben: „Bei uns in Emsdetten war Stefan Möhring bei den Heimspielen immer dabei. Mir wurde in meiner Laufbahn zwei Mal die Nase gebrochen. Da fließt viel Blut, und in so einem Fall ist es gut, wenn ein Fachmann an Bord ist“, schildert Melzer, der einmal die Faust des gegnerischen Torwarts zu spüren bekam, ein andermal beim Kopfball der Ellbogen des Gegenspielers seine Nase traf.

Sandra Brandt heißt die Therapeutin, die den Horstmarern wieder auf die Beine hilft, wenn es hier und da mal zwickt. „Sonntags ist sie nicht beim Spiel, aber dienstags behandelt sie die Wehwehchen vom Wochenende“, erklärt Melzer.

Beim Landesligisten TuS Altenberge hatte die Schwester von Timo Gausling, Svenja, lange Zeit das Köfferchen zur Hand, bei akuten Verletzungen macht dies neuerdings Abwehrspieler Jojo Wesselmann, der selbst Physiotherapeut von Beruf ist. „Svenja konnte zeitlich nicht mehr, weil sie viele Fortbildungen macht“, sagt TuS-Trainer André Rodine.

Der TuS Laer 08 hat Lukas Eissing als Spieler und Physio im Team, denn der ist ebenfalls vom Fach. Beim FSV Ochtrup spielt Max Moor, früher SV Burgsteinfurt, der mit Rat und Tat jedem Verletzten zur Seite steht. „Max ist immer sehr hilfsbereit und kann auch schnell zuordnen, was los ist oder getan werden muss“, sagt sein Trainer und Mitspieler Jannik Holtmann, der selbst auch bereits eigene Erfahrung mit Blessuren ähnlicher Natur gemacht hat: „Nach einem Zweikampf mit einem Innenverteidiger hatte ich mal ein dickes Auge“, erzählt Holtmann.

Moor hat wie Michael Straube vom Borghorster FC eine physiotherapeutische Ausbildung genossen und stellt seine Kenntnisse in den Dienst der Mannschaft. Allerdings kann auch ein Physiotherapeut bei akuten Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung sprich Fouls oftmals auf die Schnelle auch nicht viel mehr machen als vereisen. Daher kommt meist die berühmte Sprühdose zum Einsatz.

Christoph Klein-Reesink hat die Erfahrung eines Trümmerbruchs in der Nase hinter sich. „Das war in meiner Zeit bei Borussia Emsdetten, da war ich noch sehr jung. Viel unternehmen kann ein Physio dabei nicht. Der kann die Blutung stillen, und dann geht‘s ab ins Krankenhaus. Aber es ist schon sehr beruhigend, wenn man weiß, dass das einer vom Fach ist, der einen behandelt und nicht irgendein Gas- und Wasserinstallateur“, sagt er. Zurzeit haben die Stemmerter niemanden, der ihnen die Muskulatur wieder weichklopfen kann. Bis vor Kurzem kam donnerstags eine Therapeutin, die die Blessuren der Spieler in Augenschein nahm und behandelte. Bald muss dies wohl Alex Hollermann machen, denn der SVB-Angreifer ist ebenfalls Physio von Beruf. Eventuell legt der auch vor den Punktspielen am Sonntag mal Hand an die Waden- oder Rückenmuskulatur seiner Mitspieler, denn: „Um kurzfristig Blockaden zu lösen oder einen Tapeverband anzulegen ist es schon gut, wenn man einen Physiotherapeuten dabei hat“, sagt Klein-Reesink.

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