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Fußball: Europameisterschaft

Drei Löwenund zwei Herzen

Laer

Marc Steinfeldts Mutter ist Engländerin. Deshalb drückt der 45-Jährige aus Laer neben der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auch den „Three Lions“ bei der EM die Daumen. Die Engländer stuft er als durchaus ambitioniert ein, doch der Torwarttrainer des SV Burgsteinfurt hat auch eine vermeintliche Schwachstelle bei den Britten ausgemacht.

Marc Steinfeldt hat eine Auge auf die „Three Lions“ geworfen. Foto:

„Die standen schon so oft kurz davor, und dann gab es immer unglücklich einen ins Gesicht.“ Marc Steinfeldt meint die englischen Fußballer, die bei großen Turnieren gerne in die Rolle der tragischen Helden schlüpfen. Bei der EM könnte – da ist der Laerer vorsichtig optimistisch – vielleicht mehr drinsitzen.

Steinfeldts Mutter kommt aus einer Kleinstadt in der Nähe von London, was ihn faktisch zu einem halben Engländer macht und sein Interesse für die Three Lions weckte: „Ich war als Kind und Jugendlicher öfters drüben. Seitdem werfe ich ein Auge auf die Mannschaft.“ Aber nicht nur das Nationalteam haben es dem 45-Jährigen angetan, auch die Premier League. „Tolle Stadien, eine klasse Atmosphäre, starke Clubs – einfach die beste Liga der Welt“, findet Steinfeldt, der ein bisschen mit dem FC Liverpool sympathisiert (Steinfeldt: „Ich finde Kloppo halt cool.“).

Als Torwarttrainer des Bezirksligisten SV Burgsteinfurt ist Steinfeldt Fachmann, wenn es um die Beurteilung der englischen Keeper geht. Eine Position, die schon mehrfach die Achillesferse der Briten war. Und auch von der aktuellen Nummer eins, Jordan Pickford (FC Everton), ist Steinfeldt nicht restlos überzeugt: „Seit Peter Shilton hatten die Engländer keinen erstklassigen Torwart mehr. Ich denke da unter anderem an David Seaman, der nur die Haare schön liegen hatte. Und auch dessen Nachfolger waren nicht stärker, denen fehlte es einfach an der Konstanz.“

Wesentlich besser aufgestellt sieht er die Engländer auf den spielenden Positionen. Torjäger Harry Kane sei einer, der vorangeht. Und dann gäbe es auch die vielen jungen Kicker, die viel Potenzial hätten. Dabei denkt Steinfeldt an Mount, Foden, Sancho oder Bellingham.

Die drei Löwen sind das eine, das andere sind die zwei Herzen, die in seiner Brust schlagen. Eines pocht für das Mutterland des Fußballs, das andere ist schwarz-rot-gold. „Ich drücke beiden die Daumen, aber wenn England und Deutschland aufeinandertreffen, dann wird es für mich kribbelig“, hofft Steinfeldt, dass sich die beiden Fußball-Großmächte in diesem Sommer so lange wie möglich aus dem Weg gehen.

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