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Agravis-Cup in Münster: Laerer Zweiter im Großen Preis

Mario Maintz kann es kaum fassen

Münster

Mario Maintz hat beim Agrvis-Cup in Münster richtig abgeliefert. Der Springreiter vom RV Laer platzierte sich trotz ganz starker Konkurrenz mehrmals weit vorne. Der Höhepunkt folgte im Großen Preis, als nur eine Amazone mit großem Familiennamen noch schneller als der 33-Jährige war.

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Der Laerer Mario Maintz und sein „Old Grove‘s Clown“ belegten im Großen Preis von Münster den zweiten Platz. Zum Sieg fehlten ihnen nur zwei Zehntel. Foto: Jürgen Peperhowe

Marie Ligges drückte ihrem Pferd „Corcovado“ einen Kuss auf den Hals und ließ wenig später bei der Siegerehrung eine Liebeserklärung für ihren elfjährigen Wallach folgen. Vater Kai war sichtlich gerührt, konnte und wollte seine Tränen der Freude nicht verstecken. Der Triumph der 23-Jährigen aus Herbern am Sonntag im Großen Preis von Münster – dem finalen S****-Springen beim Agravis-Cup – war ein ganz besonderer, ein emotionaler. „Hier zu gewinnen, war immer ein Traum. Und jetzt hat es Marie geschafft“, sagte Kai Ligges angefasst.

Viel fehlte nicht, und der Sieg wäre nach Laer gegangen. Der für den RV Laer startende Mario Maintz hatte im Stechen im Sattel von „Old Grove‘s Clown“ eine fehlerfreie und schnelle Runde (35,59 Sekunden) vorgelegt. Beim Überqueren des letzten Hindernisses hatte der 33-Jährige vor Freude einen Arm in die Luft gerissen und einen Jubelschrei ausgestoßen. Doch dann wurde er noch von Ligges, deren Großvater Fritz 1972 Olympiasieger mit der deutschen Mannschaft wurde, abgefangen.

Die Amazone erwischte eine flüssige Runde und benötigte für den Parcours 34,39 Sekunden. „Das bedeutet mir unglaublich viel“, sagte Marie Ligges, die sich im Stechen ein wenig mit ihrem Husarenritt selbst überraschte. „Eigentlich sind wir gar nicht so schnell. Daher hatte ich vorher auch nicht gedacht, dass ich es schaffen kann. Aber Papa hat gesagt: ,Doch, doch.‘“

Mario Maintz konnte damit gut leben. Erst im vergangenen April hatte er den neunjährigen Hengst „Old Grove‘s Clown“ übernommen. In dieser Zeit entwickelten sich Reiter und Pferd zu einem erfolgreichen Paar. „Damals waren wir noch nicht so weit wie heute, es gab auch Niederschläge. Da haben wir drei Schritte vor und dann vier zurück gemacht. Aber jetzt haben wir eine unglaubliche Beziehung. Er vertraut mir, und ich vertraue ihm. In dieser Halle und vor dieser Kulisse zu reiten und den Fokus des Pferdes zu spüren, macht mich stolz.“

Der Auftritt im Großen Preis, mit dem fünf Tage erstklassiger Reitsport in der Halle Münsterland ihren Höhepunkt fanden, war nicht die einzige Bühne, auf der Maintz ablieferte. Tags zuvor sprangen der Laerer und sein vierbeiniger Partner auch im Championat von Münster, einer Drei-Sterne-Prüfung, um den Sieg mit. Am Ende reihte sich das Duo nach zwei fehlerfreien Runden auf Platz vier ein. Der Sieg ging an Tim Rieskamp-Goedeking (RFV Westerkappeln-Velpe-Lotte-Werse).

Maintz, der in Altenberge einen Zucht- und Ausbildungsstall betreibt, platzierte sich zudem in einem S*-Springen mit Stechen auf Rang vier. In einer Kostüm-Punkte-Sonderprüfung – der Laerer trat als „Super Mario“ an – gab es außerdem „Bronze“. In beiden Prüfungen stellte er „Old Grove‘s Odyssey“ vor.“

„Diese Springen waren für mich sozusagen die Startrampe für das, was im Großen Preis noch folgen sollte. Ich brauche bestimmt noch ein paar Tage, um alles ­sacken zu lassen, was ich am Wochenende erlebt habe. Ich bin mit niedrigen Erwartungen angetreten, schließlich ist die Konkurrenz beim Agravis-Cup echt stark. Die Ergebnisse und der Zuspruch des Publikums, den ich erfahren habe, machen mich super glücklich“, fasste der Springreiter vom RV Laer seine zahlreichen Eindrücke zusammen.

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