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Walking Football: 3. Westfalenmeisterschaft am Samstag

Die Matellia fährt nach Kaiserau

Metelen

Früher kickten viele Akteure der Metelener Walking Footballer unter dem Radar. Am kommenden Samstag ändert sich dies. Denn auf großer Bühne könnten sie unter anderem auf die Schalker Legenden Martin Max und Klaus Fischer treffen.

Von Marc Brenzel

Die Walking Footballer von Matellia Metelen sind gerüstet. Am Samstag fahren sie zur Westfalenmeisterschaft nach Kaiserau. Dort treffen sie auf namhafte Konkurrenz. Foto: Matellia Metelen

Der Termin passt wie der berühmte Sonntagsschuss in den Winkel. Am 2. Juli 2021 gründeten sich die Walking Footballer des FC Matellia Metelen. Genau ein Jahr später – also am kommenden Samstag – bestreiten die Kicker aus der Vechtegemeinde ihren ersten echten Wettkampf – und der führt sie gleich zur Westfalenmeisterschaft nach Kaiserau.

Offiziell ist der Wettbewerb als „3. FLVW Walking Football-Meisterschaft“ betitelt. 14 Teams haben sich angemeldet, darunter so namhafte Vereine wie Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Arminia Bielefeld. Bei den Proficlubs hat sich die aus dem Englischen kommende Spielvariante – hier auch als Geh-Fußball bekannt – schon länger etabliert. Die Schalker zum Beispiel mischen in diesem Segment intensiv mit: Martin Max, Klaus Fischer oder Matthias Herget sind da als prominente Walking Footballer zu nennen.

„Treffen wir auf solche Jungs, dann dürfte die Luft für uns eng werden“, vermutet Frank Tewes. Der 52-Jährige ist so etwas wie der Mannschaftsverantwortliche der Matellia. Er bildete sich auf Online-Seminaren des Verbandes zum Thema „Walking Football“ fort und brachte dadurch neue Impulse in das Training ein.

Das kam an: 20 bis 22 Mann gehören zum erweiterten Kader, der jeden Donnerstag trainiert. Die für den Spielbetrieb gängigen Ein-mal-drei-Metertore hat der Verein angeschafft, eigene Trikots gibt es auch. All das verdeutlicht den Stellenwert, den der Walking Football für Tewes und seine Mitspieler besitzt.

Eine andere Art von Fußball

Der Vorteil liegt auf der Hand: Da nicht gerannt werden darf und immer ein Fuß am Boden bleiben muss, fehlt dem Spiel die Dynamik. Tacklings sind verboten – übrigens genau wie Schüsse und Flanken in Kopfhöhe. Das reduziert das Verletzungsrisiko und macht das Spiel gerade für die Generation 50plus mega interessant.

Das kann Tewes unterstreichen: „Man muss sich erst mal an Walking Football und seine Eigenarten gewöhnen, aber dann macht es richtig Spaß.“ Mit der Taktik hat sich der Metelener auch auseinandergesetzt. Auf dem 20 Mal 40 Meter großen Feld wird Sechs-gegen-sechs ohne Torwart gespielt. Tewes favorisiert ein 2-4-System, das viele Anspielstationen in der Spitze gewährleistet.

„Es ist schon etwas kurios, dass ich 52 Jahre alt werden musste, um mal in Kaiserau Fußball spielen zu dürfen. Früher war ich einfach zu schlecht, jetzt gibt mir der Walking Football diese tolle Gelegenheit“, scherzt der Matellianer. So sehen es seine Mitspieler übrigens auch – sie wollen aus der Fahrt ein ganz besonderes Erlebnis machen. Schließlich feiert die Truppe ja auch ihr Einjähriges. Man fahre nach dem Turnier mit einem Bus zurück und wolle dann anschließend noch ein bisschen feiern.

Übrigens unabhängig vom sportlichen Abschneiden. Das spielt für die Schwarz-Weißen natürlich eine Rolle, aber mit ihrem Trip in die Zentrale des Westfälischen Fußball- und Leichathletikverbandes wollen sie auch eines: „Wir möchten damit die Werbetrommel für den Walking Football rühren. Es wäre doch schon, wenn es bei uns im Kreis mehrere Teams geben würde, gegen die wir regelmäßiger spielen könnten.“

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