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Fußball: Oberliga

1. FC Gievenbeck geht „breit aufgestellt“ ins dritte Abenteuer

Münster

Zum dritten Mal geht der 1. FC Gievenbeck in der Oberliga an den Start. Der Vorortclub bewegt sich jetzt in einem Umfeld, in dem schon mal die Ellbogen ausgefahren werden. Doch Trainer Florian Reckels hat einige spannende Neue in seinen Reihen, baut auf eine bewährte Achse und freut sich auf attraktive Gegner.

Von Thomas Rellmann

Louis Martin (r.) war in der Vorbereitung einer der zuverlässigsten Akteure beim FCG und traf in zahlreichen Testspielen. Foto: Jürgen Primus

Genau zwei Monate ist es her, da stand der Sportpark Kopf. Durch ein 3:1 gegen den TuS Hordel sicherte sich der 1. FC Gievenbeck im Aufstiegsspiel der Vizemeister das Oberliga-Ticket. Vor fast 1300 Zuschauern! Nach der heißen Party folgte allerdings kein Kater. Der Neuling hat sich sinnvoll verstärkt, ohne die eigenen Prinzipien zu vernachlässigen. Das Rennen um den Klassenerhalt wird hart, aber keineswegs aussichtslos.

2012/13 und 2018/19 wagte sich der FCG bereits für je ein Jahr ans Abenteuer Oberliga. Warum endet es diesmal nicht mit Platz 18 und dem Abstieg?

„Weil wir um die Schwere der Aufgabe wissen“, sagt Trainer Florian Reckels. „Und weil wir uns breit aufgestellt haben.“ Dass im Verein eine große Euphorie entfacht wurde und der Unterbau für einen längerfristigen Verbleib gegeben ist, macht die Sache fürs Erste rund.

Wie steht es um die personellen Fragezeichen im 28-köpfigen Kader, aus dem nicht jeder vollständig einzuplanen ist?

Vom Teilprofitum einiger Liga-Konkurrenten ist der FCG weit entfernt. So müssen einige Gievenbecker andere Prioritäten setzen. Wie schon länger bekannt, verabschieden sich Anton Mand und Miclas Mende im Laufe der kommenden Wochen für eine Weile ins Ausland. Routinier Manuel Beyer steht wegen Hausbau und familiärer Verpflichtungen erst im Oktober wieder zur Verfügung. Hinzu kommen Verletzungen. Der erfahrene Nils Heubrock wurde gerade am Meniskus operiert und muss sich noch gedulden. Auch Philip Röhe ist nach seinem Kreuzbandriss erst in zwei, drei Monaten wieder voll eingeplant. Immerhin wird Johan Scherr, den Reckels zum neuen Kapitän gemacht hat, nach einem Eingriff in Kürze wieder mitmischen.

Auf welche Achse baut Reckels in der Oberliga?

Keeper Nico Eschhaus, Torjäger Christian Keil und Heubrock – das waren in den vergangenen acht, neun Jahren die prägenden Gesichter beim FCG, unterstützt von Daniel Geisler und zuletzt auch Guglielmo Maddente. Nach und nach rückt aber eine neue Generation nach, zu der zweifellos Scherr zählt. Sportlich den größten Sprung hat Justus Kurk im Mittelfeld gemacht. Mit Sven Rüschenschmidt aus der U 23 der Preußen und Jannis Fraundörfer von Eintracht Rheine kamen zwei Akteure dazu, die die Liga bereits kennen und zentrale Rollen übernehmen sollen. Und dann sind da noch die ganz Jungen, von denen sich im Laufe der Vorbereitung einige in den Vordergrund spielten. Mand, auch wenn er bald weg ist, gehörte dazu, aber auch Eigengewächs Niklas Beil, Asmar Paenda und vor allem Louis Martin. Der Angreifer entpuppte sich als überaus treffsicher und hatte eine 100-prozentige Trainingsbeteiligung. „Er hat zweifellos Qualität, jetzt muss er sie auch in der Oberliga unter Beweis stellen“, sagt Reckels. Der Coach weiß allerdings auch, dass ihm einige schwere Entscheidungen bevorstehen. Das fängt im Tor an, wo Eschhaus mit Nicholas Beermann (Rheine) einen echten Mitbewerber hat, und mit Lucas Exner sogar noch einen dritten Keeper, der zeitlich etwas eingespannt ist, lauert. „Es wird und soll auch Härtefälle geben“, sagt der Coach. „Natürlich ist es leichter zu sagen, dass einer spielt, als dass er nicht spielt. Aber das gehört dazu.“

Wie findet sich der FCG als Vorortclub in einer Liga mit einigen Traditionsvereinen zurecht?

Die Infrastruktur im Sportpark ist gegeben und in den beiden Spielzeiten vor zehn und vier Jahren erprobt. Dennoch bewegen sich die Münsteraner nun in einem Umfeld, in dem mehr Geld fließt, mehr Emotionen erzeugt werden und die Kontrahenten die Ellbogen ausfahren. „Die Liga ist total attraktiv“, sagt Reckels. „Wohl wissend, dass es eine extreme Herausforderung wird. Aber was gibt es Besseres?“ Die SF Lotte waren 2019 noch Drittligist, der FC Gütersloh hat viele Mittel für den Aufstieg in die Hand genommen, den auch die Zweite des SC Paderborn im Visier hat. Rheine, die SF Siegen oder Mit-Aufsteiger TuS Bövinghausen (mit Kevin Großkreutz) sind weitere interessante Namen, die auf die Gievenbecker warten. Anders als in der Vorsaison, als fünf von 21 Team abstiegen, erwischt es diesmal nur zwei oder drei von 18.

Der Kader

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