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Reiten: Agravis-Cup

Vierfache Traumnote: Brillianter RFV Nienberge-Schonebeck gewinnt die Kür

Münster

Diesen Abend hat die Reitsport-Szene in Münster und Umgebung drei Jahre lang vermisst. Die Kür im Wettkampf um die Wanderstandarte bot beste Unterhaltung bei sportlich hochwertigen Darbietungen – und mit dem RFV Nienberge-Schonebeck an der Spitze.

Von Henner Henning und Michael Schulte

Der RFV Nienberge-Schonebeck sicherte sich den Doppelpack aus A-Dressur und Kür. Foto: Jürgen Peperhowe 

Für Christoph Hess beginnt das Jahr erst dann, wenn er am Donnerstagabend die Mannschaftskür sieht und dann am besten auch noch kommentiert. Und Hallensprecher Carsten Sostmeier setzt noch einen drauf, wenn er diese Kombination aus Tradition und Moderne zu einer Veranstaltung erklärt, die es weltweit nur in Münster gibt.

Der Kampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster ist Jahr für Jahr eines der sportlichen Highlights beim Hallenturnier. Das vor allem deshalb, weil regelmäßig „hippologische Feinkost“ serviert wird. Und den allergrößten Leckerbissen bot der RFV Nienberge-Schonebeck, der zuerst die A-Dressur und am Abend auch die Kür gewann. Logisch, dass diese Equipe nun die besten Aussichten hat, nach einem guten Springen am Samstag die Wanderstandarte zu erringen und im Vereinsheim anbringen zu können.

Trainerin Geßmann zeigt sich begeistert

„Festhalten, anschnallen – jetzt kommen die Noten.“ Christoph Hess schwelgte in Superlativen, als er nach einem überaus gelungenen Auftritt der Vier aus Nienberge-Schonebeck seine Analyse vortrug. Da waren die Reiter gut hingesetzt, da stimmte die Choreographie, da passte die Musik. Der Schwierigkeitsgrad war enorm, die Ausführung fantastisch. „Allein wegen dieser Kür hat es sich schon gelohnt, in die Halle Münsterland gekommen zu sein.“ Die Belohnung folgte durch das Richtergremium, das insgesamt viermal die Traumnote 10,0 zog.

Trainerin Angelika Geßmann war beinah sprachlos: „Ich muss erst einmal durchatmen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es so toll läuft. Die Truppe hat einen super Job gemacht.“ Natürlich haben die Schonebecker jetzt die Favoritenrolle, aber das lässt Geßmann ziemlich kalt. „Wenn alle die Ruhe bewahren, dann kann es klappen. Springen können unsere Paare alle.“

Auch RV Gustav Rau Westbevern brilliert

Eine kleine Kampfansage an den Titelverteidiger. Aber auch die Mannschaft des RV Gustav Rau Westbevern darf für sich in Anspruch nehmen, eine Mannschaftskür auf „aller-, aller-, allerhöchstem Niveau“ (Christoph Hess) gezeigt zu haben. Gehorsam perfekt, Geschmeidigkeit vom Feinsten, Leichtigkeit zum Niederknien, und das alles mit einer sehr jungen Truppe. Ausbilderin Tanja Alfers zog symbolisch den Hut vor ihrem Team, dem sie diese Leistung im Vorfeld kaum zugetraut hatte. „Im Training waren wir nie so gut. Daher sind wir umso froher, dass es heute so toll geklappt hat.“ Für das Finale am Samstag hat sie eine kämpferische Mannschaft angekündigt, die vielleicht doch noch den Titel verteidigen kann.

Hinter den beiden Top-Teams musste sich die übrige Konkurrenz aber keineswegs verstecken. Die ausverkaufte Halle sah in der Tat 13 Vereine, die allesamt ein tolles Zeugnis ihrer Trainingsarbeit ablegten und bewiesen, auf dem richtigen Weg zu sein. Noch einmal Hess: „Und wenn mal ein Pferd von der Rolle war, dann bekam Reiterin oder Reiter das alles ganz schnell wieder auf die Kette.“

Der Rekordsieger RV Gustav Rau Westbevern liegt auf Platz zwei hinter dem RFV Nienberge-Schonebeck – und damit in Lauerstellung. Foto: Jürgen Peperhowe

Bei "Layla" wurde es euphorisch

Wie man das Publikum mitnimmt, das hat der RFV Greven mit der Startnummer 2 vorgeführt. Zunächst einmal mit einer tollen Kür, dann mit der passenden Musik. Denn als „Layla“ (ohne Text) erklang, setzte rhythmisches Klatschen ein. Als dann auch noch die Worte dieses umstrittenen Gassenhauers ertönten, kannte die Euphorie keine Grenzen mehr.

Lange lag das Team von Petra Leusmann auf Rang drei, wurde dann aber noch vom ZRFV Albachten vom Podium verdrängt. Als vorletzte Starter sorgten Henrike Sommer & Co. für einen erneuten Höhepunkt an einem herausragenden Kürabend. Auch beim dreifachen Sieger saßen die Lektionen, so dass es Hess erneut nicht auf dem Stuhl hielt. Prost Neujahr!

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