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Reiten: Agravis Cup – Westfalentag

Improvisationstalent Geßmann sorgt für Überraschung – schwache Springreiter

Münster

Vor dem Finale um die Westfälische Mannschaftsmeisterschaft der Dressur, das Münster überraschend erreicht hatte, musste schnell eine Kür her. Sabrina Geßmann hatte noch eine, mit der ihre Schwester Melanie glänzte. Münsters Springreiter enttäuschten.

Melanie Geßmann zeigte im Sattel von Gin Tonic eine grandiose Kür und hatte damit großen Anteil daran, dass Münsters Equipe den zweiten Platz erreichte. Foto: Jürgen Peperhowe

Immer und immer wieder klopfte Melanie Geßmann ihrem Wallach Gin Tonic lobend und anerkennend auf den Hals, strahlte dabei über das ganze Gesicht. Am Ausritt zog ihr Teamkollege Jonas Wittenbrink (RFV Handorf-Sudmühle) seinen imaginären Hut, auch Frank Feldmann (RFV Münster-Sprakel) als Dritter im Bunde in Münsters Dressur-Equipe zollte ihr seinen Respekt und gratulierte.

Es war in der Tat großer Sport, den Geßmann im Viereck abgeliefert hatte. Mit ihr an der Spitze belegte das Trio des Gastgebers im Finale des Wettkampfs um die Westfälische Mannschaftsmeisterschaft hinter dem KRV Steinfurt Platz zwei und überraschte sich damit auch ein wenig selbst.

Geßmann-Schwestern zaubern Kür aus dem Hut

Mit ein wenig Glück und einem hauchdünnen Vorsprung hatte sich Münster als Vierter für das Finale der besten fünf Teams qualifiziert. Schon hier war Geßmann als Fünfte der Einzelwertung weit vorne, mit Wittenbrinks 13. Rang zusammengerechnet war das Ticket für die Zugabe gelöst – aber gleichzeitig ein Problem geschaffen. Denn eine Kür, die ein Paar eines jeden Finalteilnehmers neben der Aufgabe M 10 zeigen musste, hatte keiner aus dem münsterischen Team so richtig parat. Improvisation war in der Kürze der Zeit gefragt.

Nur gut, dass Melanies Schwester Sabrina Geßmann ebenfalls als Dressurreiterin für den RV Nienberge-Schonebeck erfolgreich unterwegs ist und noch eine alte Kür (allerdings der S-, nicht der benötigten M-Klasse) samt Musik in der Schublade hatte. Also schnell rausgekramt das gute Stück, angepasst, umgebaut – und ab ins Viereck, in dem zuvor Wittenbrink mit Ruben mit 70,931 Prozent eine solide Basis für den späteren zweiten Platz gelegt hatte.

Für Geßmann passte fast alles, die Übergänge klappten, als wären sie eigens für sie und Gin Tonic kreiert worden. „Das war krass“, sagte sie nach ihrem Ritt, der den Richtern 75,583 Prozent wert waren. Besser war keine der vier Kür-Konkurrentinnen. Auch nicht Steinfurts Petra Middelberg mit Barclay (74,75 Prozent).

Buhl lässt Münsters Springreiter kurz hoffen

Deutlich gedämpfter war die Stimmung am Westfalentag, der das Turnier in der Halle Münsterland seit 2012 eröffnet, bei Münsters Springreitern. Der Gastgeber, der vor drei Jahren bei der letzten Auflage Vizemeister hinter Borken geworden war, hatte das Finale als Ziel, das das Quartett von Mannschaftsführer Oliver Schulze Brüning aber klar verpasste. Das Warten auf den ersten Sieg seit 2013 geht weiter.

„So lange ist das schon her“, sinnierte Schulze Brüning, der nach dem fehlerfreien Ritt von Laurenz Buhl (RV Albachten) mit Prianti van het Mikkenhof durchaus Hoffnungen hegen durfte. Doch so gut der Einstieg gelungen war, so fehlerhaft war die Fortsetzung. Andrea Hoppe (RV St. Georg Münster) als zweite Reiterin meisterte den Parcours bis zum Hindernis sechs, ließ dort aber mit Conchita eine Stange purzeln – wie am vorletzten der elf Hindernisse. Dazu kassierte sie einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung.

Das Spring-Team um Marie Schulze Topphoff mit Isafleur verpasste das Finale deutlich und belegte unter 15 Mannschaften lediglich den 13. Rang Foto: Jürgen Peperhowe

Es war das Streichergebnis, das zugleich Ingrid Klimke (RV St. Georg) unter Zugzwang setzte. Um die Chance auf einen Finalplatz der besten fünf Teams zu wahren, war eine Nullrunde fast schon Pflicht. Diese aber erfüllte die Reitmeisterin im Sattel von Weisse Düne – das Paar war schon 2020 beim Gewinn des Vizetitels dabei – mit zwei Abwürfen nicht.

Münster war vor dem Schlussritt von Marie Schulze Topphoff (RV Roxel) mit Isafleur ausgeschieden. Eine undankbare Aufgabe wartete auf die 26-Jährige, die mit vier Strafpunkten das zweitbeste Ergebnis für die Equipe von Schulze Brüning lieferte. Ein schwacher Trost.

Den Erfolg von 2020 wiederholte dagegen das von Gerd Könemann aufgestellte Borkener Team, das vor Warendorf und Steinfurt siegte. Münster war da als 13. von 15 Mannschaften schon lange in der Zuschauerrolle.

Weitere Informationen zum Agravis-Cup finden Sie in unserem Special. Und unter folgendem Link steht das gesamte WN-Angebot vier Wochen kostenfrei zur Verfügung: wn.de/digitalbasis

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