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Handball: Frauen-Landesliga

„Am Potenzial vorbei gespielt“: Wie Nullacht den Klassenerhalt packen will

Münster

In der Abbruch-Saison 2020 flutete der westfälische Verband durch einen Massenaufstieg vor allem seine Landesligen. Davon profitierten damals auch die Frauen des SC Münster 08. Nun stecken sie im Abstiegskampf – und der spitzt sich zu.

Von Thomas Rellmann

Jetzt ist Zusammenhalt gefragt: Die Handballerinnen vom SC Münster 08 stecken im Abstiegskampf. Trainer Thomas Paus ist dennoch fest entschlossen, in der Landesliga zu verbleiben. Foto: Thomas Paus

In der Abbruch-Saison 2020 flutete der westfälische Verband durch einen Massenaufstieg, den jeder Club wahrnehmen durfte, der noch theoretische Chancen besaß, vor allem seine Landesligen. Davon profitierten damals auch die Frauen des SC Münster 08. Nun sollen die Spielklassen möglichst schnell wieder auf Normalmaß gestutzt werden, was dazu führt, dass im schlechtesten Fall rund die Hälfte der Clubs wieder runter auf die Kreisebene muss. Erneut sind die Nullachterinnen betroffen. Was natürlich nicht unerwartet kommt, wenn zahlreiche Mitaufrücker von damals längst wieder abgestiegen sind und sogar eine Etage tiefer unten dabei sind.

„Wir haben in der Zeit sehr lange überlegt, ob wir es wagen sollen. Es wäre also kein Drama, wenn wir in die Münsterlandliga müssten“, sagt Trainer Thomas Paus – und ist dennoch fest entschlossen, genau das zu verhindern. „Wir haben ja die letzten beiden Jahre an unserem Potenzial vorbeigespielt.“ Das hatte auch in der laufenden Serie gute Gründe. Eine schwache Vorbereitung, eine zumindest anfangs geringe Trainingsbeteiligung, Urlaube, vor allem aber Verletzungen.

Quartett kehrt aus Vietnam zurück

Die letzten beiden Aspekte sind auch zum Jahresabschluss am Samstag bei der HSG Tecklenburger Land (18 Uhr) ein Thema. Ein Quartett (Imke Wissing, Julia Roßdorf, Madeleine Kröger, Sarah Scheiding) kehrt erst tags zuvor von einer vierwöchigen Vietnam-Reise heim. Paus betet inständig, dass der Flug pünktlich ist. „Denn die Partie hat Symbolwirkung. Wenn der Abstand zu groß ist, wird es düster.“ Aktuell liegt der Gastgeber vier Zähler vor Nullacht, das mit Rang acht den ersten sicheren Abstiegsplatz belegt. Vielleicht reicht aber sogar Position sieben (von elf) nicht, um drinzubleiben.

Erst ein Sieg in acht Spielen ist natürlich wenig, drei Unentschieden kommen dazu, sie sind im Handball in der Regel Zufall. „Wobei wir da dreimal hätten gewinnen können“, so Paus, den vor allem der Engpass im Tor beschäftigt. Erst kürzlich erlitt Keeperin Romy Peris einen Kreuzbandriss, wie zuvor auch Kreisläuferin Sarah Lechler. Ohne eine gelernte Akteurin zwischen den Pfosten musste das nicht minder richtungsweisende Derby gegen den BSV Roxel vor zwei Wochen kurzfristig in den Januar verlegt werden.

Jahresausklang muss gelingen

Die absolute Top-Kraft Sarah Runge soll im neuen Jahr zurückkommen, sie hatte wie die mit der linken Hand sogar noch weiter auflaufende Carolin Mowe im Herbst 2021 eine schwere Schulterverletzung erlitten. Ihr Ausfall schmerzt in der Offensive. „Unsere Abwehr passt soweit, die Torfrauen bringen auch gute Leistungen“, sagt Paus. „Dafür haben wir immer Probleme mit Harz-Sperren und werfen vorne einfach viel zu viel weg.“ Daher gilt: Der Jahresausklang in Kattenvenne sollte gelingen, auch wenn bisher gerade mal neun Spielerinnen fest zugesagt haben – inklusive der Vietnam-Gruppe.

„Als ich die HSG Anfang der Saison spielen gesehen habe, war da wenig Tempo drin. Doch dann kam vor ein paar Wochen der Hammersieg gegen Kinderhaus – jetzt weiß ich auch nicht genau, was wirklich drinsteckt“, sagt Paus. Am Samstagabend wird er schlauer sein.

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