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Fußball: Kreis Münster

Applaus für Ex-Schiedsrichter Wagner – auch nach dem Abpfiff

Münster

Ex-Schiedsrichter Lutz Wagner war am Dienstag der Stargast beim Sonderlehrabend der Referees im Fußballkreis Münster. Die Erwartungshaltung war groß, die Begeisterung über einen launigen Vortrag hinterher auch.

Von Niklas Groß

Lutz Wagner bereitete 135 Schiedsrichtern einen schönen Abend.  Foto: Niklas Groß

Für Szenen wie diese brauchte es auch für Lutz Wagner die Karriere nach der Karriere. Gefühlte Minuten schenkte das Publikum im VIP-Raum des SC Preußen dem Referenten tosenden Applaus – eine Ehre, die selbst einem so beliebten Bundesliga-Referee wie ihm zu aktiven Zeiten nur allzu selten zuteilgeworden war. Oder wie Wagner es formulierte: „Wenn wir kommen, gibt es vielleicht noch Beifall. Wenn wir gehen, wahrscheinlich nicht.“

Er sprach am Dienstagabend zu seinen Schiedsrichter-Kollegen, im Rahmen eines Sonderlehrabends des Fußballkreises Münster. Während die monatlichen Treffen in geteilten Gruppen abgehalten werden, kommen hierzu einmal im Jahr Unparteiische der Region sowie die Jung-Schiedsrichter zusammen – und ein Prominenter „als Bonbon“, wie es Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreises, vor Beginn der Veranstaltung formulierte.

Kaatz stellt Kontakt her

„Wenn er nur halb so gut ist wie sonst, wird es klasse“, prognostizierte Kreis-Lehrwart Thorsten Kaatz, der den Gast von gemeinsamen Schulungen kennt und den Kontakt hergestellt hatte. Und Wagner war mehr als halb so gut, Wagner war in Höchstform. Gleich auf den ersten Metern entledigte er sich seines Sakkos („Denn so ein Sonderlehrabend ist harte Arbeit“) und legte sein Mikro beiseite, sprach stattdessen mit durchdringendem Schiedsrichter-Organ direkt zu seinem Publikum.

Amüsant und kurzweilig schwor Wagner die 135 Schiedsrichter auf den Re-Start ein, referierte zu komplexen Entscheidungssituationen und der Präsentation des Unparteiischen auf dem Platz und bezog zu aktuellen Fragen Stellung: zur Causa Deniz Aytekin („Mo Dahoud braucht sich nicht beklagen, auch wenn Aytekins Ausführung verbesserungswürdig war“), zum Wechselfehler Mark van Bommels („Der Schiedsrichter ist seiner Kontrollfunktion nicht nachgekommen, aber ausgewechselt hat nicht er, sondern der Trainer“) sowie der ewigen Handspiel-Debatte („Wir sind auf dem richtigen Weg, dem Schiedsrichter wieder mehr Ermessensspielraum zu geben“).

Als Team unterwegs zu sein und den Zusammenhalt zu spüren im Angesicht häufiger Kritik, das habe für ihn immer die Faszination ausgemacht, bekannte der 58-Jährige. Er erwies sich mit seinem nahbaren, kollegialen Stil als genau der Mann, der die Eintracht unter Schiedsrichtern noch befeuern kann.

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