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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Auf die Breite kommt es an – WWU Baskets lassen Erfurt abprallen

Münster

Die Kulisse war vielleicht erstaunt, dass die WWU Baskets Münster zu Anfang des ersten Playoff-Spiels gegen die Basketball Löwen Erfurt in die Bredouille gerieten. Doch genau diese Spielweise und diesen Verlauf hatten die Gastgeber im Achtelfinale erwartet – am Ende gewannen sie dennoch klar mit 75:62.

Thomas Austermann

Unterm Korb agierten die Baskets bärenstark. Hier ist Leo Padberg im Duell mit Erfurts Tobias Bode. Foto: Peter Leßmann

Die Masse macht’s – die auf den Rängen, die im Kader: Vor wieder ausverkauftem Haus und 3000 Fans warfen die WWU Baskets Münster ihre beinahe komplette Teamstärke und den Größenvorteil rein, um im Spiel eins des Playoff-Achtelfinals der Pro B gegen die Basketball Löwen Erfurt den Dreh zu kriegen. Mit dem 75:62 (41:33) nach wechselvollem Abtausch wurde die Erfolgsgeschichte in Berg Fidel auf dem neuen Level fortgeschrieben.

Wie gewünscht erschienen etliche Zuschauer in weißen Shirts, um fernab des Karnevaltrubels ihre Baskets-Sympathie zu bekunden. Mit neuer Lichtshow und Nebelschwaden heizten die deutlich nervösen Gastgeber die Atmosphäre weiter an – und wurden direkt von bissigen Löwen gepackt. Deren 12:0-Lauf zum 16:5 erschrak wohl mehr die Kulisse als die Sportler, die auf das „extrem physische Spiel“, so Trainer Philipp Kappenstein, der knallharten Thüringer vor der Partie vorbereitet waren, ohne es anfangs aber stoppen zu können.

Beeindruckt vom „unorthodoxen Stil“

„Auf den unorthodoxen Stil muss man sich erst einstellen“, sagte Kappenstein und erlebte, wie seine Jungs die Reifeprüfung annahmen und bestanden. Erfurts Vollgas-Attacken mit Ballgewinnen und schnellen Abschlüssen sowie wechselnder Besetzung im Aufbau, wo die Nummer eins David Taylor (Fußverletzung) vermisst wurde, sorgten zwar für das 25:17 der Gäste im ersten Viertel.

Aber Kappenstein veränderte wirkungsvoll die Besetzung. Youngster Nico Funk kam – aggressiv und aufmerksam. Leo Padberg kam – und traf im 14:0-Lauf der Baskets auch zum 31:25.

Hier machte Erfurts Bester Maximilian Kuhle gerade Pause. Wie der 38-jährige US-Routinier Robert Franklin, Center Tobias Bode und Aufbau Oliver Pahnke musste der bisweilen auch gegen Manndeckung spektakulär agierende Kuhle über 30 Minuten spielen. Diese Beanspruchung wuchs sich zur Belastung aus.

Dominant unter den Brettern

Auch mit „schiefen Aufstellungen“ (Kappenstein), also einem eher ungewöhnlichem Typen-Mix, phasenweiser Press-Verteidigung und vor allem großer Bereitschaft, den körperlichen Abtausch mitzugehen, fanden Jojo Cooper und Kollegen in die Spur. Münsters 24:8 im umjubelten zweiten Viertel folgte das 12:14 im dritten, als offensiv beiderseits wenig ging, und das 22:15 im Schlussdurchgang.

Erfurts Franklin, bester Rebounder (12), war längst am Ende seiner Kräfte, aber die langen Baskets-Athleten nicht. Malcom Delpeche und Kai Hänig führten die Garde zum 53:31 im Reboundvergleich. Zehn Spieler schnappten sich alleine 24 zweite Bälle in der Offensive und sorgten damit für nächste Wurfchancen.

„Nach den letzten auch deutlichen Siegen hier war es mega-wichtig, so ein Duell zu gewinnen“, sagte Kappenstein. „Riesig überragend waren wir nicht. Wir wollen jetzt den zweiten Sieg holen. Möglichst schnell, möglichst am Sonntag in Erfurt.“

Punkte: Delpeche (17), J. König (14/3), Cooper (10), Padberg (10/2), Goolsby (8), A. König, Porcher (beide 5/1), Hänig (5), Geretzki (1)

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