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Basketball: 2. Liga Pro B

Baskets-Spielmacher Coffin in Stahnsdorf zur Untätigkeit verdammt

Münster

Alles war angerichtet für das Debüt von Marck Coffin im Trikot der WWU Baskets Münster. Doch dann fehlte der Neuzugang plötzlich beim Auftaktsieg in Stahnsdorf bei den TKS 49ers. Warum, das konnte Manager Helge Stuckenholz im Nachgang erklären.

Henner Henning

Sein Trikot durfte Marck Coffin (M.) zum Saisonstart nicht auf dem Feld präsentieren. Der Aufbau der WWU Baskets war nicht spielberechtigt. Foto: fotoideen.com

Jan König als Kapitän, Stefan Weß, Center Malcolm Delpeche und dazu Neuzugang Max Fouhy – diese vier Namen in der Anfangsformation der WWU Baskets Münster zu finden, war keine große Überraschung. Dass aber Leo Lüsebrink das Quartett zur Starting Five machte und für Marck Coffin den Ballvortrag organisieren sollte, sorgte dann doch für Erstaunen. Des Rätsels Lösung: Der US-Amerikaner war nicht spielberechtigt, am Freitagabend ereilte ihn wie auch Trainer Philipp Kappenstein die Hiobsbotschaft.

Die Vorfreude auf seine Premiere im Baskets-Trikot war groß, nach sechs Wochen der Vorbereitung war Coffin wie seine Teamkollegen heiß auf den Start bei den TKS 49ers in Stahnsdorf. Doch dann wurde der 27-Jährige genau eine Woche vor seinem Geburtstag ausgebremst, er war zur Untätigkeit verdammt. „Das war bitter für ihn und tat mir total leid“, sagte Kappenstein, der die Enttäuschung des Aufbauspielers nachvollziehen konnte.

Doch wie konnte es zu diesem Dilemma kommen? Warum fehlte für Coffin, den die Baskets am 19. Juli vorgestellt hatten, die Spielberechtigung? Licht ins Dunkel bringt Münsters Manager Helge Stuckenholz. „Aufgrund eines neuen, vollautomatischen Freigabeprozesses des Weltverbands Fiba und im Vorfeld unklarer Kommunikation zur Abwicklung der Freigabe standen wir unnötig zum Saisonstart ohne Fiba-Freigabe für Marck da, obwohl nach Klärung der Modalitäten alle Informationen und Zahlungen innerhalb von wenigen Stunden erledigt waren“, sagte Stuckenholz und ergänzte: „Uns fehlte ein Werktag, aber so ist es manchmal. Wir arbeiten die fehlende Kommunikation mit allen Beteiligten auf, um die Prozesse in der Zukunft klarer einsehen und besser handeln zu können.“

Zum Glück für die Baskets gab es beim Aufsteiger aus Brandenburg einen positiven Ausgang, der 70:67-Erfolg war ganz nebenbei der einzige Auswärtssieg des Spieltages. Ein hart erkämpfter, den sich die Kappenstein-Truppe als Kollektiv erarbeitet hat. Youngster Lüsebrink (17) löste seine Aufgabe im Spielaufbau „in der ersten Halbzeit sehr gut“ (Kappenstein) und hielt dem Druck der 49ers Stand. Dazu schickte der Coach etwa Albert del Hoyo, Leo Padberg, Alex Goolsby, Weß oder Fouhy auf die Position eins, die durch den Coffin-Ausfall und die langwierige Verletzung seines ersten Vertreters Nico Funk (Schienbeinblessur) das Sorgenkind der Baskets war. „Aber die Mannschaft hat die Situation super angenommen und hat mit mega viel Energie dagegengehalten. Auch als wir mit elf Punkten im Rückstand lagen“, sagte Kappenstein, der seiner „großartigen Truppe ganz viel Herz“ ins Stammbuch schrieb.

Mit eben diesem warfen sich die Baskets in die Partie, nahmen das Duell mit den physisch starken Gastgebern auf – und zogen ihnen mit der konsequenten wie für den Gegner nervigen Defensivarbeit den Zahn. Nach dem ersten Viertel (18:26) gestattete Münster dem Pro-B-Rückkehrer in den drei folgenden Abschnitten nur noch 41 Punkte. „Wir haben die Bretter dominiert und hatten sie dann im Griff. Offensiv war es zwar ein wenig Kampf und Krampf, aber der Wille war riesig. Der Sieg ist wichtig für die Moral und gibt uns auch einen Schub für das erste Heimspiel“, sagte Kappenstein.

Am Samstag (19.30 Uhr) steigt die Saison-Premiere am Berg Fidel. Dann endlich mit Coffin, der gegen Lok Bernau – das hoch gehandelte Team fegte den VfL SparkassenStars Bochum mit 91:59 aus der Halle – sein Debüt feiern darf.

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