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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Baskets-Urgestein Weß lernt dazu - und hat noch lange nicht genug

Münster

Seit vier Jahren läuft Stefan Weß für die WWU Baskets auf. Nach dem Trainerwechsel im Sommer berichtet er von neuen Reizen, verrät die Ziele in der Pro B und erklärt, wie er sich im Sommer robuster machte.

Von Henner Henning

Stefan Weß ist nach Kai Hänig der dienstälteste Baskets-Spieler. Mit dem Pro-B-Ligisten startet der 27-Jährige am Samstag in die Saison 2021/22. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Dienstälteste in Reihen der WWU Baskets Münster ist Stefan Weß nominell nicht. Seit dem Sommer 2017 trägt der 27-Jährige das Trikot des aktuellen Pro-B-Ligisten, Kai Hänig aber gehört dem Kader schon ein Jahr länger an. Doch Weß ist als Münsteraner ein Urgestein des hiesigen Basketballs, verfügt nach seinen Spielzeiten bei der Baskets Akademie Weser-Ems in Oldenburg und beim Pro-A-Ligisten Niners Chemnitz sowie nach 146 Pflichtspiele für die Baskets über eine Menge Erfahrung – und die will er in der am Samstag (19 Uhr bei den Dragons Rhöndorf) beginnenden Saison 2021/22 noch mehr einbringen.

Auch für Weß hat sich in seiner basketballerischen Heimat einiges verändert. Trainer Philipp Kappenstein, einer seiner Mentoren und Förderer, ist ebenso nicht mehr dabei wie seine langjährigen Weggefährten Jan und Andrej König oder die Amerikaner Malcolm Delpeche und Mark Coffin. „Da sind schon Lücken entstanden, etwa mit Jan als Kapitän, der bei uns immer die Ansprachen gemacht hat“, gibt Weß unumwunden zu Protokoll. Doch in einem Wandel, einem Umbruch liegt auch immer eine Chance, so sieht es der 2,03 Meter große Small Forward. „Ich bin positiv überrascht von der Vorbereitung. Wir haben gute Spiele gezeigt und haben uns als Team gefunden. Die Chemie ist sehr gut.“

So hakte Weß den Nicht-Aufstieg ab

Die Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg in die Pro A hat Weß längst weggewischt, auch wenn es eine Weile gedauert hat. „Damals hat mich das schon ein, zwei Wochen beschäftigt. Aber dann konnte ich es abhaken, als ich mir bewusst gemacht habe, dass ich lieber vor Zuschauern aufsteigen will.“ Hört, hört, eine kleine Ansage des stillen Zeitgenossen Weß? Nein, so weit geht der Gievenbecker nicht, der beim TSC seine erste Jugend-Station als Korbjäger hatte. Vorne mitmischen aber wollen die Baskets in der Nordstaffel, die Weß ohne die letztjährigen Konkurrenten Bochum und Itzehoe als „noch ausgeglichener als in den vergangenen Jahren“ erwartet, allemal. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen.“

Auch weil der nicht mehr ganz so tief besetzte Kader mit nur zwei Neuzugängen (Ryan Richmond und Andrew Onwuegbuzie) eingespielt daherkommt und sich schnell auf den neuen Coach Björn Harmsen eingestellt hat. „Das Training von Björn ist schon anders aufgebaut als das von Philipp“, schaut Weß zurück, will aber gar nicht zu viele Vergleiche ziehen. Gemeinsam setzen die beiden Trainer, die in den vergangenen Wochen regelmäßig in Kontakt standen, ihren Fokus auf eine starke, aggressive Verteidigung. „Beide legen viel Wert auf die Defensive, aber auch da sind die Ansätze von Björn etwas anders, er will mehr die Schwächen des Gegners ausnutzen“, sagt Weß, der von der neuen Verteidigungsidee „viele Ansätze“ gelernt habe, „die ich vorher so noch nicht kannte“.

Sonderschichten mit Trainer-Frau

Zum neuen Input im taktischen Bereich kommt mehr Power im athletischen Sektor. Den Sommer nutzte Weß, um physisch zuzulegen, dreimal wöchentlich arbeitete er mit Kappenstein-Ehefrau Mathilde, einst deutsche Box-Hochschulmeisterin, im Kraft- und Konditionsbereich. „Am Anfang war ich skeptisch, ob es mich voranbringt. Aber viele sagen, dass ich jetzt physischer spiele“, sagt Weß. Eine Facette, die sein Spiel bereichern, noch wertvoller – und seine Mannschaft damit erfolgreicher machen soll. Denn mit den Baskets ist Weß noch lange nicht fertig.

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