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American Football: Regionalliga

Die Blackhawks heben ab - Aufstieg nach 21:7 über Spandau

Münster

Wenn ein Aufsteiger nach nur einem Jahr die neue Liga verlässt, dann ist das im Normalfall kein Grund zur Freude. Bei den Münster Blackhawks sieht das anders aus: Die Footballer verabschieden sich nach einem Jahr in der Regionalliga in die zweite Bundesliga.

Die letzte Ansprache nach einer langen und erfolgreichen Saison: Alexander Naretz dankt seinen Schützlingen für eine sensationelle Reise. Foto: Ansgar Griebel

Samstagnachmittag, 17:23 Uhr: Die letzte Seite im Playbook der Münster Blackhawks ist gelesen, das Buch geschlossen – end of story. Nach nur einer Spielzeit in der Football-Regionalliga muss sich der Aufsteiger schon wieder verabschieden, und erneut kennt der junge Club nur eine Richtung, es geht weiter nach oben. In der kommenden Spielzeit werden die Footballer aus Münster in der GFL 2 an den Start gehen, der 21:7-Erfolg über die Spandau Bulldogs bescherte dem Team nach dem Meistertitel in der Staffel West jetzt auch den Aufstieg ins Bundesliga-Unterhaus.

Eigentlich alles perfekt, wenn nicht ausgerechnet Alexander Naretz in letzter Sekunde noch ein Patzer unterlaufen wäre, der dem so vorausschauenden Headcoach der Blackhawks eigentlich so gar nicht ähnlich sieht. Für den letzten Drive dieser Saison fehlte dem Meistermacher schlichtweg die zündende Idee: „Kein Plan“, gibt er zu, „da habe ich nichts vorbereitet.“ Nur so viel steht fest: „Wir werden jetzt losziehen – und es wird die ganze Nacht dauern.“

Alexander Naretz

Der Feierabend bricht über den Blackhawks-Cage herein, den Wohlfühlort der Blackhawks, den sie in der kommenden Spielzeit vermutlich nur noch als Trainingsquartier werden nutzen können. Dem Anforderungskatalog der zweiten Bundesliga wird der Platz auf der größten freien Breitensportanlage Deutschlands voraussichtlich nicht mehr genügen. Für das Trainerteam und den Vorstand beginnen direkt mit dem Ende dieser Saison die Vorbereitungen für die nächste. Erste Gespräche mit dem Sportamt seien schon für die kommende Woche geplant, sagt die Clubvorsitzende Claudia von Diepenbroick-Grüter. „Die neue Saison beginnt jetzt“, bestätigt Naretz.

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Für die Spieler ist dagegen die verdiente und überfällige Football-Pause angesagt. Der finale Kraftakt gegen anfangs bissige Bulldogs hat die letzten Kräfte gekostet, die anschließende Meisternacht wurde schon aus dem Notstromaggregat gespeist.

Defense macht das Spiel, Busse seinen 14. Touchdown

Gegen Spandau musste ein Sieg her, um den Aufstieg perfekt zu machen – und nach nur zwei Minuten lagen die Platzherren mit 0:7 hinten, der erste Ballbesitz der Gäste führte zum ersten Touchdown – und Ernüchterung bei den knapp 1000 Fans. Doch es sollte die letzte gelungene Angriffsaktion der Gäste gewesen sein, die erst am frühen Morgen mit dem Zug aus Berlin angereist waren und auf den harten Bänken der Umkleidekabinen noch ein paar Schlafminuten nachgeholt hatten. Sie hatten nach diesem frühen Schreckschuss ihr Pulver verschossen, die Defense der Blackhawks fertigte zum bestmöglichen Zeitpunkt dieser Saison ihr Meisterstück an. Spannend blieb es nur, weil auch die Offensivabteilung der Blackhawks Zeit brauchte, ins Spiel zu finden. „Aber auch das war keine Überraschung“, so Naretz. „Es war klar, dass wir Spandau nicht so überrennen können. Wir wussten, dass wir Geduld brauchten.“

So feierten die Münster Blackhawks. Foto: Ansgar Griebel

Bis zum ersten Geniestreich von Quarterback Alexander Fuchs und Passempfänger Chris Busse, der ein Monsterzuspiel seines Spielmachers zwei Yards von der Bulldogs-Endzone entfernt aus der Luft fischte. Den letzten Meter bewältigte dann Janik Goltermann, Marcel Kolov besorgte mit dem Zusatzpunkt Ausgleich und Halbzeitstand. Im zweiten Abschnitt stellte erneut Busse nach einem unwiderstehlichen 70-Yard-Run die Weichen auf Sieg. Für ihn, gerade 21 Jahre alt geworden, war es der 14. Touchdown in seiner beeindruckenden Rookie-Saison. Clemens Schuldt sorgte dann für die letzten Punkte dieser Regionalliga-Saison, die nicht an diesem grauen Samstagnachmittag gekrönt wurde, wie Naretz in seiner kurzen Ansprache vor dem Team feststellte: „Das ist nicht ein Spiel, das ist die Reise von drei Jahren.“ Eine Reise, die noch nicht zu Ende ist: „Dieses Team ist jung, dieses Team hat gerade erst begonnen.“

Kein Lärm um viel

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