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American Football: 2. Bundesliga

„Ganz neue Dimensionen“: Blackhawks stehen vor dem Abenteuer GFL2

Münster

Die kommende Spielzeit wird die wohl herausforderndste in der Vereinsgeschichte der Münster Blackhawks. In der zweiten Bundesliga wird es plötzlich ernst für das Team, das aber dennoch nie den Spaß an seinem Sport verlieren will.

Das Ende einer langen und erfolgreichen Saison: Im September verabschiedeten sich die Blackhawks aus der Regionalliga, am Montag startet die Vorbereitung auf die bevorstehende Zweitliga-Saison. Foto: Ansgar Griebel

Der Familienbetrieb wird zum Großunternehmen. Zehn Jahre nach den ersten zarten Flugversuchen der Blackhawks in der Landesliga greifen die American Footballer nach den Sternen und gehen im Sommer 2023 im Unterhaus der German Football League (GFL 2) auf Punktejagd.

Die neu gegründete Zweitvertretung wird in der Landesliga antreten, eine Flagfootball-Mannschaft angeführt von Nationalspielerin Lara Piesch soll auf Regionalliga-Niveau um Punkte spielen. „Es passiert gerade unheimlich viel bei uns“, sagt Cheftrainer Alexander Naretz, der sich noch gut und vor allem gerne an die ersten kleinen Schritte der Blackhawks erinnert: „Als wir 2013 angefangen haben, Football zu spielen. Das ist noch gar nicht so lange her.“ Aber plötzlich Welten entfernt.

Naretz: „Leichter, ein kleines Restaurant zu eröffnen“

Seither haben die Münsteraner jede Hürde genommen. Von Liga sechs ging es binnen sieben Spielzeiten drei Ligen bergauf, Schritt für Schritt, unbeirrt, unaufhaltsam. Im Oktober feierten die Hawks nun schon den vierten Aufstieg und machten „der größten Sprung in ganz neue Dimensionen, in die Professionalität“, wie Naretz beschreibt. Er selbst ist in den Jahren vom Spieler zum Mastermind der Blackhawks aufgestiegen, die ihren Status als Familienbetrieb wahren wollen, sich ab sofort aber als Unternehmen präsentieren müssen. „Es ist tatsächlich das nächste große Ding“, erklärt Naretz den Schritt heraus aus der Komfortzone.

Knappe 300 Seiten umfassten die Lizenzierungsunterlagen, die das Führungsteam nach dem Aufstieg zusammengestellt und im Ligabüro eingereicht hat. „Es ist leichter, ein kleines Restaurant zu eröffnen“, blickt Naretz zurück auf lange Tage mit rauchenden Köpfen. Inzwischen hat der Club eine Marketing-Agentur beauftragt, arbeitet mit einem Steuerbüro zusammen.

Quarterback-Duo made in Münster

Dennoch bleibt es erstes Gebot, sich und den eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Das Team wächst, kann sich vor Anfragen kaum retten, „aber wir sind das einzige Team der zweiten Liga, das mit einem deutschen Quarterback antreten wird.“ Mit Routinier Alexander Fuchs und Nils Korella sind es sogar zwei Ur-Münsteraner, die ihr Team auch in der GFL 2 anführen sollen.

Das Trainerteam hat sich nahezu verdoppelt. Naretz hat eine zwölfköpfige Crew um sich versammelt, kann sich selbst auf die Aufgaben als Headcoach konzentrieren und dennoch auf die Blackhawks-DNA in seiner Mannschaft verlassen. Gleich drei ehemalige „Chefs“ wirken jetzt mit am großen Projekt. Ex-Headcoach Dennis Essmann (2017) betreut die ­Offense, der ehemalige U-19-Headcoach Sebastian Fahrinsland ist als ­Defensive-Coordinator am Start und Bilal Khalil (Headcoach von 2018 bis 2019) kümmert sich um die Running Backs – und schafft zusätzlich den engen Kontakt zu den US-Spielern im Kader und zu denen, die noch dazustoßen wollen.

Wo spielen die Blackhawks künftig?

Keine Frage, die Blackhawks sind jetzt eine Nummer im deutschen Football und bekommen passenderweise auch eine Nummer verpasst. Die Ordnungszahl I ziert das Team, weil künftig auch eine Zweite ins Rennen um Liga-Punkte gehen wird. „Als Perspektive für unsere jungen Spieler, unterstützt von gestandenen Ober- und Regionalligaspielern.“ Auf eine Eingruppierung in eine höhere Spielklasse für die Reserve haben die Blackhawks bewusst verzichtet. „Wir wollen die Mannschaft nicht in ein gemachtes Netz setzen“, betont Naretz, „es geht los in der sechsten Liga.“ Da, wo 2013 auch die Erfolgstour der Ersten begann.

Combine-Day am Samstag in zwei Hallen

Die Reserve wird auch weiter für Bewegung im Blackhawks-Cage an der Sentruper Höhe sorgen, der den Ansprüchen der GFL künftig nicht mehr genügen wird. In der zweiten Liga werden Tribünen gebraucht, Standorte für mindestens drei Kameras, die für einen hochwertigen Livestream aller Punktspiele sorgen – und auch ein Kassenhäuschen wird erstmals in der Blackhawks-Geschichte zum Einsatz kommen. „Leider, aber es wird sich lohnen“, so Naretz. Wo die Blackhawks ihre sechs Heimspiele im kommenden Sommer bestreiten, ist noch nicht spruchreif, „aber die Gespräche sind schon weit gediehen.“ Auch hier dürfte der nächste ganz große Schritt für die Blackhawks anstehen.

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