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Tischtennis: NRW-Liga

Borussia-Abteilungschef Schmitz im Interview: „Viele schöne Erinnerungen“

Münster

Die erste Herrenmannschaft von Borussia Münster zieht sich zur neuen Saison aus der NRW-Liga zurück. Abteilungschef Michael Schmitz erklärt den Beschluss und erinnert sich im Interview an die guten Zeiten. Zudem sieht er in der Jugend eine Perspektive.

Von Wilfried Sprenger

Olympiasieger Jun Mizutani spielte als 13-Jähriger eine Saison für Borussia Münster. Foto: Imago/Aflosport

An Münsters über viele Jahre erfolgreichster Tischtennis-Adresse brennen zwar weiterhin die Lichter. Aber Spitzen- und Leistungssport ist bei Borussia erst einmal passé. Nach den Abgängen mehrerer Leistungsträger aus sehr vielfältigen Gründen hat sich der Club entschieden, die erste Herrenmannschaft aus der NRW-Liga zurückzuziehen. „Am Ende hatten wir keine Wahl mehr“, sagt Michael Schmitz. Mit dem 54-Jährigen, der seit 1988 Vorstandsarbeit bei den Borussen leistet, sprach unser Redaktionsmitglied Wilfried Sprenger.

Hand aufs Herz: Wie sehr betrübt Sie die aktuelle Entwicklung?

Schmitz: Ein bisschen schmerzt es schon. Wir waren nach dem Rückzug von Westfalia Kinderhaus schließlich 24 Jahre die Nummer eins in Münster.

Für Außenstehende kommt der Rückzug ziemlich überraschend ...

Schmitz: Für uns nicht. Es war ein schleichender Prozess mit Ansage. Am Ende hatten wir durch sieben studien- und berufsbedingte Wegzüge noch genau vier Leute für die Erste.

Also fehlte einer. Sie hätten extern werben können.

Schmitz: Das funktioniert mittlerweile in der NRW-Liga nur, wenn du Geld zahlst. Das wollten wir aber nicht, in dieser Klasse ist das nicht unsere Philosophie.

Michael Schmitz Foto: Möller

Als klar war, dass es nicht in der NRW-Liga weitergeht, haben sich auch die altgedienten Spieler wie Max Kruse und Franz Weitkamp zu einem Wechsel entschieden ...

Schmitz: Sie wollten weiterhin höher spielen, aber stets auch ohne „Legionäre“, und sind daher in Burgsteinfurt an einer Top-Adresse. Was mich freut: Beide bleiben im Verein und sogar im Abteilungsvorstand.

Was verbinden Sie mit den letzten 24 Jahren?

Schmitz: Ganz viele schöne Erinnerungen. Angefangen von den Münsterland-Meisterschaften mit über 1200 Teilnehmern in der Hoch-Zeit bis zu unserem Spieljahr in der 2. Liga. Da wurden wir in einem Atemzug mit großen Namen genannt, eine aufregende Zeit.

Das war 2005, dabei wollte Borussia ja gar nicht hoch.

Schmitz: Weil wir nicht einmal das Geld für die Lizenz hatten. Die hat GW Bad Hamm dann bezahlt, weil der Verein in die Regionalliga drängte und in nur durch unseren Aufstieg nachrücken konnte.

Und dann gab es da ja noch die wunderbare Kooperation mit dem deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf, der die japanischen Supertalente Seiya Kishikawa und Jun Mizutani jeweils für ein Jahr an „Ihre“ Borussia ausgeliehen hat. Mizutani zählt seit geraumer Zeit zu den besten Spielern der Welt und wurde 2021 in Tokio sogar Olympiasieger im Mixed. Sind Sie stolz?

Schmitz: Eher dankbar für das Vertrauen, das uns die Düsseldorfer damals geschenkt haben. Und wenn wir später mal in einem Wikipedia-Eintrag als Ex-Verein von Jun Mizutani genannt werden, nehmen wir das natürlich gern mit. Der Kontakt zu den Düsseldorfern besteht übrigens immer noch. Gerade erst haben die Parkinson-Gruppen beider Clubs ein Turnier ausgetragen.

Die Mitgliederzahlen im Deutschen Tischtennis-Bund sind seit vielen Jahren rückläufig. Wo sehen Sie die Zukunft Ihres Sports?

Schmitz: Vor allem in niederschwelligen Angeboten, also im Breiten- und Gesundheitssport. Tischtennis kann man bis in ein sehr hohes Alter spielen.

Aber Nachwuchs braucht es auch ...

Schmitz: Das ist keine Frage, wir kümmern uns ja auch. Momentan haben wir mehr als 40 Kids in der Halle, die Zahl hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt. Und zur nächsten Saison melden wir mindestens eine zusätzliche Jugendmannschaft an.

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