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Fußball: Tribünengespräch

Bövinghausen im Fokus der Steuerfahnder

Münster

Sportlich strebt der TuS Bövinghausen in die Fußball-Regionalliga, auf anderer Ebene droht dem Oberliga-Primus Ungemach. Und beim Bezirksligisten Kinderhaus legte sich am Sonntag ein Torhüter ins Zeug, den eigentlich niemand mehr auf der Rechnung hat.

Gleich schlägt es im Bövinghauser Tor ein: Foto: Peter Leßmann

In der Oberliga Westfalen hat der TuS Bövinghausen am Sonntag die Tabellenführung übernommen. Die Mannschaft um Ex-Weltmeister Kevin Großkreutz gewann beim 1. FC Gievenbeck mit 4:2 und profitierte vom 1:3-Patzer Rhynerns gegen Gütersloh. Diese Ergebnisse spülten die Dortmunder auf Rang eins, als Zweiter liegt Preußen Münster II nur einen Zähler zurück.

Bövinghausen ist top. Aber nicht nur deshalb liefert der rasant aufstrebende Verein reichlich Gesprächsstoff. ­Ajhan Dzaferoski, Unternehmer, Vorsitzender und Mäzen des Clubs, ist gerade in den Fokus der Finanzbehörden geraten. Einem Bericht der Ruhr Nachrichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft Dortmund der Redaktion bestätigt, dass gegen Dzaferoski und ein weiteres Vorstandsmitglied als Verantwortliche des TuS Bövinghausen wegen Steuerhinterziehung ermittelt werde. Unter anderem sollen Sachwerte – wie etwa Mieten – nicht versteuert worden und aus dem Ausland verpflichtete Spieler nur als Minijobber abgerechnet worden sein. Die Ruhr Nachrichten beziffern die Zahlungsaufforderung der Staatsanwaltschaft auf eine niedrige sechsstellige Summe. Auf die Veröffentlichung der Steuervorwürfe reagierte Dzaferoski mit einem Hausverbot. Kein Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten dürfe mehr die Anlage an der Provinzialstraße betreten. Zudem habe er dem Trainer-Team und der Mannschaft mitgeteilt, dass niemand mehr mit dem Verlag sprechen dürfe, hieß es in einer Stellungnahme des Medienhauses. Das zog nun seinerseits Konsequenzen und beschränkt sich nach dem Entzug der Arbeitsgrundlagen auf die Veröffentlichung nackter Ergebnisse. So auch vom 4:2 des TuS in Gievenbeck

Mit Paul Fuchs hat Westfalia Kinderhaus II einen echten Derby-Helden. Der Torwart, der gar nicht mehr in Münster, sondern in Bonn wohnt, spielt nur noch gelegentlich für die Westfalia-Reserve. Für das Bezirksliga-Spiel am Sonntag bei BW Aasee fielen die Stammtorhüter Tim Löffler und Lennart Falkner aus. Fuchs musste ran, Ersatz auf der Bank gab es nicht. Und dann noch das: „Paul musste sich vor Anpfiff mehrmals übergeben – es lag aber nicht an Alkohol, eher eine Mischung aus Krankheit und Aufregung“, verriet sein Trainer Stefan Kloer, der dies wenige Minuten vor Spielbeginn erfuhr und nicht mehr reagieren konnte. Fuchs war gefordert – und lieferte: Einige starke Paraden sicherten Kinderhaus den Sieg. Besonders einen Kopfball von Degla Aholou gegen die Laufrichtung beim Stande von 3:2 hielt Fuchs brillant. Selbst BWA-Trainer André Kuhlmann zollte ihm Respekt: „Den hält er nur einmal pro Saison.“ Die Parade bedeutete einen ganz wichtigen Dreier gegen den Abstieg für die Westfalia.

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