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Fußball: Bezirksliga

Concordia schreibt mit dem Aufstieg Geschichte

Münster

Vor drei Jahren schrieb Concordia Albachten Vereinsgeschichte: Erstmals stieg ein Fußballteam in die Bezirksliga auf – seit Sonntag ist das nächste Kapitel der Chronik druckreif: In der kommenden Spielzeit spielt Concordia um Landesligapunkte.

Von Ansgar Griebel

Zwei Spieltage vor dem Saisonende lassen die Kicker von Concordia Albachten einen fliegen: Trainer Sebastian Hänsel wurde nach dem Meisterstück in Hörstel in luftuge Höhen gewuchtet. Aufwärts geht es aber fürs ganze Team: In die Landesliga. Foto: Carolin Mönninghoff

Ausgerechnet der Mann, dessen vornehmliche Aufgabe es in den vergangenen Monaten war, in Albachten nüchtern den sportlichen Höhenflug zu planen und gleichzeitig die Bodenhaftung zu wahren, hob am Sonntagnachmittag ab. Widerstand zwecklos – für Trainer Sebastian Hänsel gab es kein Halten mehr, als seine Schützlinge ihn in die Luft katapultierten.

Kurz zuvor hatte die Concordia durch einen standesgemäßen 6:0-Erfolg beim SC Hörstel Bezirksliga-Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg perfekt gemacht. Zugegeben: Nicht mehr wirklich überraschend. Das Team hinter dem Team hatte ein Aufstiegsbanner vorbereitet, Getränke mit Neigung zur Schaumentwicklung standen bereit und schnell machten nach dem Abpfiff Holzbretter mit Aufstiegskuchen die Runde. Einzig die Aufstiegs-Shirts waren noch nicht da: „Die sind bestellt, aber, dass es ganz so schnell geht, hatten wir nicht auf dem Schirm“, gibt Lasse Rowald, Sportlicher Leiter des Erfolgsteams, diesen verzeihlichen Planungsfehler freimütig zu. Diese Kollektion kommt dafür bei den offiziellen Aufstiegsfeierlichkeiten in der kommenden Woche zum Einsatz, wenn diese „unfassbare Saison“ (O-Ton Hänsel) sich langsam dem Ende zuneigt.

„Das hat uns vor der Saison keiner zugetraut“

„Das hat uns vor der Saison keiner zugetraut“, so Hänsel. „Wie auch, wir haben da ja selber nicht mit gerechnet.“ Tatsächlich hatten Trainer und Sportlicher Leiter vor dem Serienstart einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben. Okay, Vorgabe erreicht. Dass man dabei ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist, nehmen die Concorden gerne in Kauf. „Wir nehmen das jetzt mit und genießen es“, sagt Rowald.

Vor drei Jahren schaffte die Concordia erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Bezirksliga, ab August feiert sie dann Premiere in der Landesliga. „Unfassbar“, sagt auch Rowald. Tatsächlich habe er sich irgendwann während der Saison mit diesem Thema beschäftigt. „Nach dem Greven-Sieg kamen diese Gedanken auf. Aber dann kam der Burgsteinfurt-Rückschlag.“ So ganz sicher war man sich seiner Sache in Albachten nicht, zumal spielerisch „einige Mannschaften das gleiche Niveau haben wie wir“, betont Rowald. „Greven, Münster 08, Burgsteinfurt. Aber, was uns ausgemacht hat, waren die unfassbare Kontinuität und Einstellung im Team. Wir waren immer 20 Mann im Training – und das drei Mal die Woche. Weil wir so breit aufgestellt waren, konnten wir Ausfälle von Leistungsträgern gut kompensieren. Vor allem aber waren alle heiß. Die Neuzugänge haben gepasst und die alten Albachtener Haudegen haben auch noch mal eine Schippe draufgelegt.“

Personaplanungen weit vorangeschritten

Einige von ihnen werden das Abenteuer Landesliga mit etwas Abstand betrachten: Fabian Fröhning, Dominik Volmer und Riko Dondrup lassen es in der Zweitvertretung etwas ruhiger angehen. „Aber ich gehe davon aus, dass sie jederzeit helfen würden, wenn Not ist“, baut Rowald auf seine Routiniers. Mit Maxi Wolf (SuS Stadtlohn), Philipp Kraus (Greven 09), Glenn Gröger (SuS Neuenkirchen) und Jonas Goevert (BW Aasee) ist aber auch schon für Verstärkung gesorgt. „Ansonsten bleibt der Kader zusammen. Ich bin überzeugt, dass wir auch in der Landesliga mithalten können.“ Vorher gilt es jedoch noch zwei Spiele zu absolvieren, den Abschlussball am 11. Juni verletzungsfrei zu meistern. Und dann geht es auf Mannschaftsfahrt – nach Concorden-Art, ohne abzuheben: Nach Amsterdam kommt man auch ebenerdig.

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