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Leichtathletik: Münster-Marathon

Corona ist nicht die einzige Hürde - Gitterzaun-Problem gelöst

Münster

Der Münster-Marathon findet statt. Das ist die beste Nachricht, die sich die Organisatoren wünschen konnten. Doch schnell mussten sie feststellen, dass sich neue Probleme auftun. So sprang plötzlich der Gitterlieferant ab, auf den sich alle verlassen hatten. Improvisieren war das Gebot der Stunde.

Von André Fischer

Im Bereich vom Prinzipalmarkt bis zum Aegidiimarkt dürfen 4000 geimpfte, genesene oder getestete Zuschauer hinter dem Gitterzaun dabei sein – für alle Aktiven eine Motivationsspritze auf den letzten Metern ins Ziel. Foto: Oliver Werner

Es sind aufreibende Tage – ja Monate. Verordnungen und Inzidenzwerte sprechen lange dafür, dass die 19. Auflage des Volksbank-Münster-Marathons am 12. September stattfindet. Große Vorfreude – die im Juli einer radikalen Ernüchterung weicht. Die steigenden Coronazahlen treiben Chef-Organisator Michael Brinkmann und seiner Crew die Sorgenfalten auf die Stirn. Er weiß: „Eine erneute Absage nach 2020 hätte weitreichende wirtschaftliche Folgen, könnte mitunter das gesamte Konstrukt in Zukunft gefährden.“ Da werden die Nächte schon mal kurz vor lauter Grübelei. Erst im August findet Brinkmann besser in den Schlaf – mit Verkünden der neuen Schutzverordnung für Nordrhein-Westfalen ist trotz einer Inzidenz oberhalb von 35 die Durchführung des Events ein Jahr vor dem Jubiläum gesichert. Das Gebot der Stunde: 3G (geimpft, genesen, getestet).

Michael Brinkmann

Als seien all die Unwägbarkeiten, die Unsicherheiten in Zeiten der Pandemie nicht schon Bürde genug beim Ausrichten einer Veranstaltung, werden die Macher des Münster-Marathons auf der Zielgeraden mit weiteren Problemen konfrontiert. Kurzfristig hat der jahrelange Gitterlieferant abgesagt, verrät Michael Brinkmann enttäuscht, frustriert. Mannheimer Gatter und große Bauzäune sind zwingend vorgeschrieben, um die Sportlerinnen und Sportler etwa in Hotspots wie am Prinzipalmarkt von der breiten Masse des Publikums zu trennen. „Das alles war in einer Hand. Wurde geliefert, aufgebaut“, so Brinkmann. Der wenige Tage vor dem Happening im ersten Moment wie all seine fleißigen Mitstreiter aus allen Wolken fällt. Wo auf die Schnelle Ersatz ausfindig machen? „Das kann alles existenziell sein“, weiß er nur zu gut. „Da haben wir trotz eines wütenden Virus grünes Licht – und letztlich scheitert es an den Drahtgittern?“

Unternehmen aus Münster springt ein

Tut es nicht. Brinkmann telefoniert sich durch halb Deutschland, wird fündig. In Sachen Bauzäune springt sogar ein Unternehmen in Münster kurzfristig ein – liefert 180 an der Zahl. Passt. Einziger Haken: „Abladen und aufbauen müssen wir selbst.“ In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird es nochmals haarig für die Crew. Ein Wahnsinn, dieser logistische Aufwand. „Jetzt kann ich nachvollziehen, warum viele Veranstalter im Vorfeld die Notbremse gezogen haben. Das ist mitunter purer Stress“, so Brinkmann, der ganz nebenbei 8000 Gesichtsmasken bestellt hat. Diese sind im Start- und später im Zielbereich zwingend vorgeschrieben. „Da gehen wir auf Nummer sicher.“ Das Ordnungsamt der Stadt wird das gerne hören.

Anspannung ist größer

Schritt für Schritt nähern sich Brinkmann und Co. nun bedächtig trotz aller Komplikationen dem Marathon an, der nur mit strengen Hygieneauflagen und Einschränkungen zu meistern ist. Eine Herausforderung für alle. „Die Anspannung ist dieses Jahr schon größer, weil wir mit der Organisation gut zwei bis drei Wochen im Rückstand sind und jede Sekunde nutzen müssen, um unsere Aufgaben erledigt zu bekommen. Aber es wird uns gelingen.“

Brinkmann schaut optimistisch nach vorne in diesen aufreibenden Tagen vor dem „Go“.

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