Laufen: „Wings for Life World Run“

David Schönherr hat in den Rieselfeldern einen Plan

Münster

Jetzt gilt es für David Schönherr. Der 32 Jahre alte Langstreckenläufer von LSF Münster startet am Sonntag um 13 Uhr beim virtuellen „Wings for Life World Run“. Er versucht einem so genannten „Catcher Car“ zu entkommen – jedenfalls für gut und gerne 60 Kilometer. Seine persönliche Laufstrecke liegt dabei in den Rieselfeldern.

Alexander Heflik

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Ein Frühjahr praktisch ohne Wettkämpfe – dafür kann David Schönherr nun umso mehr Kilometer am Sonntag runterrennen. Um 13 Uhr startet der weltweit zeitgleich ausgetragene „Wings for Life World Run“. Das große finanzielle Ziel des Charity-Wettkampfes: die Heilung von Querschnittslähmung. Alle Startgelder und Spenden fließen in die Projekte.

62,68 km im Vorjahr

Charity aber schließt den sportlichen Wettkampf nicht aus. Der 32 Jahre alte Schönherr, exquisiter Marathon-Spezialist der LSF Münster mit einer 2:23-Stunden-Bestzeit, war 2020 der schnellste deutsche Läufer vor dem sogenannten „Catcher Car“. Dies fährt seit 2014 hinter dem Läuferpulk her und sammelte die Läufer ein. Das ist das Prinzip der läuferischen Verfolgungsjagd, das Auto siegt. Aber keiner kam im vergangenen Jahr weiter als Schönherr mit seinen 62,68 Kilometern, ehe es hinter ihm hupte.

Nun gehört er zum Kreis derjenigen, die am weitesten vorankommen könnten. Im Vorjahr traf man noch direkt aufeinander in München, nun ist es auch ein virtuelles Rennen. Florian Neu­schwandner rennt in Inzell so schnell er kann, er war im Vorjahr Zweiter aller deutschen Starter. In Berlin macht sich Paul Schmidt auf den Weg. Schönherr hat sich eine Runde in den Rieselfelder zurechtgelegt, Start und Ziel am Heidekrug, 7,8 Kilometer misst die Runde. Ja, das alles für einen guten Zweck. Aber ja, es ist auch ein Wettkampf an vielen verschiedenen Orten. Der Münsteraner hat sich seine eigene Strategie gebaut und sein eigenes Team auf die Beine gestellt.

Trainingslauf über 52 km

„Hohe 50 Kilometer sollen es schon werden“, sagt Schönherr. Mit der in den letzten Wochen entwickelten Form ist er sehr zufrieden. Und als ob das mal ein Trainingslauf wie jeder andere sei: „Die 52 Kilometer in der letzten Woche fühlten sich gut an.“ 52 Kilometer in einer lässigen Trainingseinheit. Nun gut, der Mann bereitet sich auch auf die 100-Kilometer-Meisterschaft in Berlin vor.

Schönherr wird eine Weile bestimmt von Ehefrau Johanna Rellensmann begleitet, die auf der Halbmarathon-Strecke (21,1 Kilometer) in den Top 15 in Deutschland geführt wird. Dann wird Teamkollege Mike Claaßen von den LSF mitlaufen. Vom Rad aus wird er betreut und verpflegt, ein weiterer Radfahrer wird auch das Tempo justieren. Schönherr hat einen Plan, und wer – bitteschön – sind Neuschwandner oder Schmidt? Nur Verfolger ...

110 Teamkollegen

Zeitgleich wird „Davids Running Team“ diesen Lauf bestreiten. Am Freitag waren 110 Läufer gelistet, man wird sich aber nicht treffen, da jeder an einem anderen Ort antritt. „Die eine Hälfte der Läufer kommt aus Münster und Umgebung, die anderen haben irgendwie zu uns gefunden“, freut sich Schönherr über die Resonanz. Andernorts kann man auch für die Teams von Ex-Ski-Superstar Marcel Hirscher, Moderator Kai Pflaume oder DJ Ötzi starten.

Bei David Schönherr aber ist man möglicherweise beim schnellsten Läufer mit dabei ...

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