1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Deutsches Team nach Tag eins nur in der Verfolgerrolle

  8. >

Reiten: Dressur-EM

Deutsches Team nach Tag eins nur in der Verfolgerrolle

Hagen

Die deutschen Dressurreiter nicht auf Platz eins? Ja, das kommt vor. Am ersten Tag der Teamwertung bei der EM in Hagen setzte sich Großbritannien an die Spitze. Helen Langehanenberg vom RV St. Georg Münster war nicht zufrieden mit ihrer Vorstellung. Die Titelchancen sind aber weiter vorhanden.

Von Henner Henning

Nicht fehlerfrei: Helen Langehanenberg und Annabelle Foto: Thomas Hartwig

Das Fazit, das Helen Langehanenberg nach ihrem Ritt für sich und ihre Stute Annabelle zog, könnte man auf die deutsche Dressur-Equipe übertragen. „Ich bin nicht unzufrieden, aber zufrieden bin ich auch nicht“, sagte die Münsteranerin, die bei der Europameisterschaft in Hagen am Teutoburger Wald mit ihrem Team nach Teil eins der Mannschaftswertung auf Platz zwei rangiert. Hinter Großbritannien, vor Dänemark. „Wir liegen im Plan. Aber ohne Fehler wäre es mir natürlich lieber gewesen“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Fehler bei Langehanenberg

Aber eben diese Fehler hatten sich eingeschlichen bei Langehanenberg, die in der Zick-Zack-Traversalen sowie bei den Einer-Wechseln patzte. „Es ging super los und hat Spaß gemacht. Aber die beiden Fehler, und dann noch in den Lektionen, die doppelt zählen, sind bitter“, erklärte Langehanenberg, die sich bei den Olympischen Spielen in Tokio mit der Zuschauerrolle hatte begnügen müssen. So blieben für die 39-Jährige am Ende 73,960 Prozent – es hätte mehr sein können und sollen. So wird ihr Resultat wohl zum Streichergebnis der deutschen Auswahl, die mit dem olympischen Gold-Paar Jessica von Bredow-Werndl und Dalera sowie dem Weltklasse-Duo Isabell Werth und Weihegold am Mittwoch noch zwei Asse für den zweiten Teil im Ärmel hat. Doch auch die Briten schicken mit Charlotte Dujardin und Gio sowie Carl Hester und En Vogue zwei Hochkaräter ins Viereck. Die Titelverteidigung wird keine Selbstverständlichkeit. „Das Ergebnis sieht anders aus als erhofft. Aber morgen ist ein neuer Tag“, setzte von Bredow-Werndl das Signal.

In die Rolle der Startreiterin war am Dienstagmorgen wie in Tokio Dorothee Schneider geschlüpft, diesmal allerdings mit Faustus statt mit dem nicht zu 100 Prozent fitten Showtime. Und der 13-jährige Wallach machte seine Aufgabe bei seinem Championatsdebüt mit 74,985 Prozent ordentlich, zeigte eine „tolle Prüfung mit einem guten Zick-Zack, einer guten Pirouette und einer sehr guten zweiten Piaffe“, wie die Team-Olympiasiegerin meinte. Dass ihr in der vorletzten Passage auf der Mittellinie und später nach dem Anpassagieren durch einen Taktfehler Unsicherheiten passierten, nahm sie gelassen. „Er hat alle Möglichkeiten und muss nun noch ein bisschen mehr Sicherheit bekommen“, so Schneider.

Startseite