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Reiten: Vielseitigkeits-EM der Jungen Reiter

Doppeltes Gold für Greta Busacker

Münster

Diese alte Geschichte vom Apfel und vom Stamm, kann Greta Busacker schon lange nicht mehr höre, aber irgendwie ist sie ja selber Schuld: Am Sonntag sicherte sich die Tochter der derzeit amtierenden Europameisterin im Vielseitigkeitsreiten, Ingrid Klimke, den gleichen Titel bei den Jungen Reitern – und sattelte mit Team-Gold sogar noch einen drauf.

Von Henner Henning

Voll fokussiert ging es für Greta Busacker mit Scrabble durch das anspruchsvolle Gelände von Segersjö – und schuf sich so eine hervorragende Ausgangsposition für ihren Einzeltitel, zu dem es auch noch EM-Gold mit der Mannschaft gab. Foto: FN Archiv

Was für ein Triumph! Gold im Einzel, Gold mit der Mannschaft – die Europameisterschaften der Jungen Reiter im schwedischen Segersjö hätten für Greta Busacker nicht besser laufen können. Mit Scrabble setzte sie am Sonntag zur Aufholjagd an und schob sich von Rang vier noch auf die oberste Stufe des Podests. „Wahnsinn, das ist unbeschreiblich und unfassbar. Ich brauche noch ein paar Tage, um das zu begreifen“, sagte die 19-jährige Vielseitigkeitsreiterin, die den zweiten EM-Einzeltitel in die Familie geholt hat. Denn auch ihre Mama Ingrid Klimke ist derzeit Europas Beste, sie hatte 2019 und 2020 bei den kontinentalen Meisterschaften triumphiert.

Den Grundstein für ihren Erfolg hatte Busacker bereits am Donnerstag in der Dressur gelegt. Das drittbeste Ergebnis (24,1 Punkte) war eine gute Ausgangslage für den anstehenden, technisch anspruchsvollen Geländeritt, der es in sich hatte. Nur fünf Reiterpaare kamen ohne Strafpunkte durch, viele Verweigerungen gab es auf dem Kurs. „Das war das schwerste Gelände, das ich je geritten bin. Und das beste“, sagte Busacker, die mit gedrosseltem Tempo die Aufgabe angegangen war – und damit die richtige Marschroute gewählt hatte. „Ich habe ein bisschen herausgenommen, bin aber immer die direkte Route geritten. Wir waren auf Linie, das war der Wahnsinn“, meinte die Münsteranerin, die als Vierte in den Schlusstag ging.

Canteloup muss passen

Noch vor dem ersten Ritt rückte Busacker einen Rang auf, die zweitplatzierte Französin Anouk Canteloup musste sich mit ihrem Pferd Daniel del Impermeable abmelden. Eine Medaille war zum Greifen nah, besonders als die Konkurrenz auf den folgenden Plätzen nahezu reihenweise patzte. Anders Busacker: Mit ihrem zehnjährigen Wallach meisterte sie die elf Hindernisse mit 14 Sprüngen in der Zeit und brachte eine Null ins Ziel. Bronze war nun sicher. „Schon da sind die ersten kleinen Freudentränen gekullert“, erzählte Busacker, die gebannt die Ritte ihrer Teamkolleginnen Alina Dibowski mit Barbados und Anna Lena Schaaf mit Fairytale verfolgte. Dibowski leistete sich gleich drei Abwürfe und rutschte noch auf Rang acht. Da glänzte das Edelmetall schon silbern. Und als bei Schaaf nach dem Abwurf an Sprung drei auch noch die Stange ausgangs der zweifachen Kombination fiel, stand Busacker als Europameisterin vor Schaaf fest. Als doppelte. Ein paar mehr Freudentränen flossen – großes Kino, große Emotionen. „Für Leni war das eine riesige Enttäuschung. Aber als Team haben wir alle zusammen oben gestanden. Wir sind eine coole Mädels-Truppe“, meinte Busacker, die mit Schaaf, Dibowski und Libussa Lübbeke den Equipetitel holte – und es auf der 1400 Kilometer langen Rückreise im Teambus krachen lassen wollte. „Das wird eine wilde Fahrt. Wir haben viel Zeit zum Feiern“, sagte Busacker, die sich ihre Party nun wahrlich verdient hatte.

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