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Boxen: U-19 Europameisterschaft

Erstrunden-Aus für Carlotta Schünemann

Münster

Aus in Runde eins: Weniger geht im Boxen nicht – und dennoch nimmt Carlotta Schünemann von der U-19-Europameisterschaft in Sofia auch viel Gutes mit. Gegen eine starke Gegnerin hat sie gut mitgehalten, hat internationale Wettkampfluft geschnuppert – und Motivation für die anstehenden Abi-Prüfungen am Gymnasium St. Mauritz getankt.

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Nach dem Ausflug zur EM nach Sofia geht es für Carlotta Schünemann in Münster bei Trainer Farid Vatanparast weiter. Foto: privat

Carlotta Schünemann ist bei den U-19-Europameisterschaften in Sofia im Achtelfinale ausgeschieden. Die 18 Jahre alte Deutsche Meisterin unterlag der Britin Madison Adkins in ihrem Auftaktkampf mit 0:5 Richterstimmen. Die Abiturientin bot in der ersten Runde große Gegenwehr, diese ging schon mit 3:2 Stimmen an die erfahrene Kontrahentin. Die folgenden Durchgänge werteten die Ringrichter klar für Adkins.

„Ich war komplett fit wieder, habe drei Runden durch­gestanden“, sagte sie. Und: „Klar hatte ich mir mehr erhofft, aber nach dem unglücklichen Kampf bei der Qualifikation war es wichtig, so wieder in den Ring gestiegen zu sein.“ Ihre Motivation sei ungebrochen, für die anstehende Weltmeisterschaft habe sie einiges mitgenommen, zudem plant sie: „Ich denke darüber nach, in Rücksprache mit den Trainern, eine Gewichtsklasse runterzugehen.“ Statt in der Klasse bis 70 kg wäre das dann bis 66 kg.

Lob vom Trainer aus der Heimat

Heimtrainer Farid Vatanparast schaute sich das Duell vom Ostersonntag bereits mehrfach an. Sein Fazit: „Das war ein starker Kampf von ihr. Die Gegnerin war wirklich gut, man konnte dann auch tatsächlich fehlende Wettkampfpraxis bei Carlotta sehen.“

Während die Britin schon über 50 Amateurkämpfe in jungen Jahren bestritten haben soll, war dies erst der zehnte Fight der Deutschen Meisterin. Alle drei Niederlagen kassierte sie bei Europameisterschaften im Vorjahr oder nun in Sofia sowie bei der EM-Qualifikation gegen eine polnische Top-Boxerin.

„Natürlich wird Carlotta international von den Gegnerinnen studiert. Nach Aktionen lässt sie die Deckung immer etwas zu früh fallen, das muss sie abstellen“, sagt Vatanparast. „Sie ist da einfach noch etwas unerfahren. Das kann sie nur über weitere Kämpfe abstellen. Deshalb wird sie dann auch möglichst viele in der Zukunft bestreiten müssen.“

Kein Rückschlag in der jungen Karriere

In Deutschland, wo die 18-Jährige noch ungeschlagen ist, fällt das nicht ins Gewicht. Bei internationalen Top-Events wie der EM dagegen sofort. Für Vatanparast kein Grund, das Handtuch zu werfen, denn: „Wir kriegen das hin. Sie macht jetzt einen Pause und konzentriert sich voll auf das Abitur. Und dann bereiten wir uns auf die WM in diesem Jahr in der U-19-Klasse vor.“ Schünemann ist im deutschen Verband dafür praktisch gesetzt.

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