1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Führung zweimal hergegeben: Gievenbeck bricht gegen Bövinghausen ein

  8. >

Fußball: Oberliga

Führung zweimal hergegeben: Gievenbeck bricht gegen Bövinghausen ein

Münster

Bis zur Halbzeitpause sah es gut aus für den 1. FC Gievenbeck. Im Aufsteiger-Duell gegen den TuS Bövinghausen mit Weltmeister Kevin Großkreutz führte der FCG mit 2:1. Dann aber brachen die Münsteraner erneut ein – und unterlagen mit 2:4.

Von Thomas Austermann

Harter Aufprall nach vielversprechendem Start: Gievenbecks Janes Niehoff (Mitte)erzielte das zwischenzeitliche 2:1, Weltmeister Kevin Großkreuz (r.) vom TuS Bövinghausen feierte am Ende aber einen 4:2-Erfolg. Foto: Peter Leßmann

Weder die eine noch die andere Oberligamannschaft war nach der Halbzeitpause wiederzuerkennen. Zum Leidwesen des 1. FC Gievenbeck, der nach 2:1-Führung gegen den bis hierher kollektiv sehr fahrlässig verteidigenden TuS Bövinghausen stark abbaute und binnen 18 Minuten die Treffer zur 2:4-Niederlage kassierte. Wie zuletzt in Gütersloh schwanden Zuversicht, Präsenz und Power in einer Elf, die derzeit die vielen Ausfälle nicht kompensieren kann.

Rund 450 Zuschauer lockte der Auftritt des hoch gewetteten und finanziell gut ausgestatteten Dortmunder Aufsteigers der „anderen Art“ an, der nach zwei 1:4-Niederlagen von seinem Kurs Richtung Regionalliga etwas abgekommen war. Und auch am Gievenbecker Weg irrlichterte der TuS in der Abwehr in frappierender Sorglosigkeit, die die wachen Gastgeber nur nicht ausreichend ausnutzten. Mit einer echten Spitze mehr, sichtbar größerem Willen und deutlicher individueller Qualität riss Bövinghausen das Geschehen an sich und zwang den FCG in ein von Fehlern begleitetes Reagieren.

Martin bringt FCG nach elf Minuten in Führung

„Der Druck war dann zu groß, es gab keine Entlastung, sondern wieder unseren Einbruch“, sagte FCG-Trainer Florian Reckels, der „eine starke erste Halbzeit“ sah, „nach der wir höher führen müssen.“ Wohl wahr. Nach zwei Minuten fabrizierte Albin Thaqi per fehlplatziertem Rückpass auf Torwart Ricardo Seifried beinahe ein Eigentor. Nach vier Minuten köpfte FCG-Außenspieler Louis Martin eine perfekte Hereingabe von Guglielmo Maddente an den Pfosten. In Minute elf machte es Martin viel besser – 1:0 per Kopf nach feinem Freistoß von Jannis Fraundörfer. Mit etwas Glück hätte Christian Keil nach Maddentes nächster Vorarbeit nachlegen können.

Die münsterische Gradlinigkeit bekam Schlagseite, als Martins Fehlpass dem am Ball sehr versierten Ilias Anan die Szene zum 1:1 besorgte (23.). Bövinghausen lebte offensiv auf. Eine Hereingabe des ansonsten unauffälligen Ex-Nationalspielers Kevin Großkreutz, der rechts in der Abwehrkette aufgeboten war, klärte Johan Scherr. Der Gast blieb defensiv fahrig: Martins Kopfballvorlage nahm Janes Niehoff gegen Mats Brämer bestens mit und traf im zweiten Versuch gegen Seifried (34.). Das technische Vermögen von Niehoff ist und bleibt herausragend, aber seine Pechsträhne ihm auch treu. Direkt vor der Pause schied der 24-Jährige am Knöchel verletzt aus.

Gäste bringen eine zweite Spitze

Hannes Brodner kam für die Abwehr, Niklas Beil rückte vor. Nachdem Asmar Paenda rechts herum weggelaufen war, scheute er den direkten Abschluss (52.). Der 1,96 Meter lange Stürmer Kaniwar Uzun kam für die Gäste als zweite Spitze, mit Ilker Algan blieb ein defensiver Mittelfeldspieler draußen. „Mit dem Mann vorne drin wurde die Geschichte des Spiels neu geschrieben“, wertete Reckels. Denn Uzun sorgte als emsige Anspielstation, die viele hohe Bälle festmachte, für ein neues Element der Elf, die nun auch größeren Willen dokumentierte und Klasse nachwies. Zum 2:2 (55.) traf Uzun kühl aus zentraler Position, dann luchste er dem zögernden Brodner den Ball ab und legte das 3:2 nach (62.).

Der FCG schaffte kaum einmal den Weg aus der Bredouille heraus, vorne tat sich rein gar nichts mehr. Torwart Nico Eschhaus rettete gegen Ilias, der auch noch an den Pfosten traf. Gievenbeck bekam die Lücken nicht mehr geschlossen, egal wie viele Männer gegen den Ball positioniert waren. Einen nächsten hohen Ball klärte niemand, Elmin Heric wurde sein neunter Saisontreffer zum 4:2 (72.) zu leicht gemacht.

FCG: Eschhaus – Scherr (73. Egbers), Fraundörfer, Beil – Paenda, Rüschenschmidt, Geisler (66. Wiethölter), Martin – Niehoff (46. Brodner) – Maddente, Keil

Startseite
ANZEIGE