Rudern: Olympia-Medaillengewinner Peter Funnekötter wird 75

Geburtstag mit Hundekuchen

Münster

Peter Funnekötter gönnt sich eine kleine Auszeit. Der Münsteraner lässt es sich in Italien gut gehen, genießt mediterranes Essen, Sonne, Strand und Ruhe – und lässt sich ein wenig feiern. Der Münsteraner, der 1972 mit seiner Bronzemedaille im deutschen Rudervierer die Erfolgsgeschichte der münsterischen Ruderei startete, feiert an diesem Freitag seinen 75. Geburtstag.

Auf den Hund gekommen: Jubilar Peter Funnekötter sorgt sich im ­Apulien-Urlaub um herrenlose Hunde. Foto: privat

Glückwünsche nimmt er gerne entgegen, Kuchen für spontane Be­suche hat er allerdings nicht eingeplant. Die nämlich bedürften erheblicher Planung, guter Ausdauer und der Einhaltung komplizierter Ausreiseformalitäten: Peter Funnekötter feiert seinen 75. Geburtstag an diesem Freitag in kleinem, aber bestmöglichen Kreis mit Gattin Olga und guten Freunden am Sporn des italienischen Stiefels in Apulien. Möglicherweise feiern ein paar vernachlässigte Hunde aus einem benachbarten Canile mit, derer sich die Münsteraner in diesen Urlaubstagen angenommen haben. Ansonsten genießt Münsters erster medaillendekorierter Olympia-Ruderer in aller Ruhe das Dolce Vita am Mittelmeer: Ausflüge auf der Vespa, mediterrane Spezialitäten und viel Sonne am erfreulich leeren Strand.

Medaille aus Bronze, Ehrennadel aus Silber

1972 erruderte der junge Mann vom ARV Münster im westdeutschen Vierer vor den Toren Münchens in Oberschleißheim die Bronze-Medaille. So richtig zufrieden war er damals nicht, erinnert sich „Funne“ noch heute, dass sich das Quartett sogar mehr vorgenommen hatte als „nur“ Rang drei. Dennoch hat die Medaille in der Heimat für reichlich Furore gesorgt, Funnekötter wurde von der Stadt Münster zum Sportler des Jahres gekürt und vom Bund mit der silbernen Ehrennadel dekoriert. Allemal ein starkes Karriere-Finale für den Mann, der auch in der Vereinschronik des ARV für das sportliche Glanzlicht sorgte. Für Münsters Ruderei war Funnekötters Erfolg der Startschuss für eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte. Seine Nachfolger Ellen Becker (1984), Andreas Lütkefels (1988), Peter Höltzenbein (1992 und 1996) und Philipp Stüer (2000 und 2004) starteten allesamt unter der Flagge des RV Münster zu den Sommerspielen. Die mäßigen sportlichen Ambitionen des ARV machte Funnekötter seinerzeit mit einem gerüttelt Maß an persönlichem Einsatz wett – und genau so schafften es der ARV-Ruderer auch auf fremden Terrain bis in die Handball-Landesliga: „Wenig Talent wurde mit viel Spielfreude überdeckt“, so Funnekötter, der später studienbegleitend für den TuS Hiltrup auch noch in der Handball-Oberliga spielte. Sport ist für den Zahnarzt im Ruhestand immer noch ein Thema, wenn auch zunehmend als Beobachter. Einem Wettkampf geht er jedoch nie aus dem Weg, selbst wenn er aussichtslos ist, wie das Wettschwimmen mit der Gemahlin: „Da ist sie deutlich schneller als ich.“ Mit dieser Niederlage kann das Geburtstagskind gut leben – heute wird sie sogar zünftig gefeiert.

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