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Leichtathletik: Serie zu 20 Jahren Münster-Marathon

Mann mit dem Überblick: Gregor Veauthier sorgt für beste Streckenbedingungen

Münster

2002 feierte Gregor Veauthier seine Premiere beim Münster-Marathon und blieb dabei unter vier Stunden. Heute ist der 58-Jährige längst für die Gesamtlogistik der Strecke zuständig und dreht viele kleinere und einige große Räder.

Von Thomas Austermann

Gregor Veauthier sorgt für gute Streckenbedingungen beim Münster Marathon. Foto: Thomas Austermann

764 Männer waren schneller unterwegs als Gregor Veauthier. Der feierte 2002 als Premierenstarter seine Zeit von 3:35:42 Stunden als glatten Erfolg. Die Platzierung war ihm vollkommen schnuppe. „Ich wollte unter vier Stunden bleiben“, sagt er im Rückblick. Und machte vor zwei Jahrzehnten, was Sportärzte wohl als relativ wagemutig beschrieben hätten. „Ich war von dem Erlebnis so geflasht, dass ich danach gleich noch den Frankfurt-Marathon mitgelaufen bin.“

Seit dem allerersten Volksbank-Münster-Marathon ist er quasi infiziert vom Spektakel, auch wenn er aktiv nur noch ein zweites Mal daran teilnahm. Im Orgateam ist der heute 58-Jährige längst für die Gesamtlogistik der Strecke zuständig und dreht viele kleinere und einige große Räder. Zum Wohle der Sportler wie Zuschauer. Ehrenamtliche wie er sind bei aller spürbaren Professionalisierung eines der sportlichen Jahreshöhepunkte in der Unistadt schlicht unverzichtbar.

Ein Buch gab den Stein dess Anstoßes

Der 1998 nach Münster gekommene Veauthier las in seiner neuen Heimatstadt, im Jahr 2001 muss das gewesen sein, vom großen Vorhaben namens Marathon. „Ich hab mir ein Buch gekauft und konsequent nach dessen Angaben ein Jahr lang trainiert.“ Im schriftlich angesagten Tempo. „Am Aasee bin ich immer überholt worden von anderen.“ Nach der Premiere schloss er sich den Laufsportfreunden Münster (LSF) an. Der unvergessene Peter Samulski (verstorben 2012), einer der erfolgreichsten Ultra-Langstreckenläufer Deutschlands, sprach Veauthier auf seine Bereitschaft zum Mitmachen auf Vorstandsebene an. Er bekam ein Ja.

Der Szene mit den etlichen Querverbindungen – viele LSF-Mitglieder halfen damals, dem „MüMa“ den Weg zu ebnen – blieben Veau­thiers Engagement und seine Fähigkeit, den Überblick zu wahren und lösungsorientiert zu denken, nicht verborgen. „Dann bin ich eingestiegen als einer, der alles machen sollte in den Bereichen, in denen es gerade was zu tun gab.“ Bis hinauf in den Bereich Logistik, der vor allem die Streckensicherung umfasst und damit schon im Vorfeld alles, was damit einhergeht. Woher die vielen Absperrgitter kommen, nämlich von einer Spedition aus Dortmund – und wann sie wohin gebracht werden. Wer die Mietwagen fährt, die als Transporter dienen. Wer auf Baustellen achtet, die die Strecke säumen. Wer die Kilometerschilder aufstellt, die Aktiven als Orientierung dienen. Veau­thier ist während des Laufs stets unterwegs im LKW. „Es gibt immer irgendwo eine Ecke, an der die Absperrung fehlt.“

Sicherheitskonzept ist eine dicke Akte

Schließlich müssen am Tag X die 42,195 münsterischen Kilometer inner- wie außerstädtisch so präpariert sein, dass Athletinnen und Athleten sorgenfrei unterwegs sein können. Und alle Nicht-Aktiven gebührend Abstand halten, ob sie wollen oder nicht. Jeder Veranstalter, der für einen bestimmte Zeitraum in den gewohnten Verkehrsfluss eingreifen muss, kennt die Vorbehalte und Klagen, die er aushalten muss. Veauthier kennt noch mehr: Die Koordination der beteiligten professionellen Sicherheitskräfte am Wettkampftag mit, zum Beispiel, der Polizei, die sich mit der Zeit immer mehr der Beobachtung möglicher Gefahrenlagen widmen musste. Das Sicherheitskonzept ist eine dicke Akte. Etliche Behörden und Stellen sind beteiligt am verbindlichen Papier, dessen Umsetzung auf den Straßen zwingend garantiert werden muss.

„Sattelschlepper als Sperren an bestimmten Stellen hatten wir früher auch nicht“, erinnert sich Veau­thier. „In den ersten Jahren war vieles noch spontan und selbst gemacht. Inzwischen ist das Orgateam ganz anders aufgestellt und hat sich bestens eingespielt.“ Jahr für Jahr stellt er sich mit seinen Mitstreitern der Herausforderung. „Es bleibt eine solche, ganz klar.“ Aber Münster sei nun einmal eine Läuferstadt, dem Status müsse sie gerecht werden. „Und auch ich helfe eben mit, damit das so bleibt.“

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